Deutsche Tageszeitung - Vor Jahrestag des Gaza-Kriegs: Pro-palästinensische Demos in Europa

Vor Jahrestag des Gaza-Kriegs: Pro-palästinensische Demos in Europa


Vor Jahrestag des Gaza-Kriegs: Pro-palästinensische Demos in Europa
Vor Jahrestag des Gaza-Kriegs: Pro-palästinensische Demos in Europa / Foto: © AFP

Vor dem ersten Jahrestag des Krieges zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel haben am Samstag in zahlreichen europäischen Städten pro-palästinensische Kundgebungen stattgefunden. In Berlin starteten die Teilnehmer am Nachmittag vom Platz der Luftbrücke in Richtung Brandenburger Tor, wo am Abend eine Kundgebung abgehalten werden sollte. Nach Angaben einer Polizeisprecherin verlief die Demonstration bis zum frühen Abend "weitgehend störungsfrei". Laut einem "vorläufigen Zwischenstand" hätten rund tausend Menschen teilgenommen, sagte sie.

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In London nahmen tausende Menschen an einer pro-palästinensischen Kundgebung teil. Demonstranten mit palästinensischen und libanesischen Flaggen zogen durch die das Zentrum der britischen Hauptstadt, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben etwa 15 Menschen während der Demonstration fest.

An der Spitze des Demonstrationszugs marschierten unter anderen der ehemalige Chef der Labour-Partei, Jeremy Corbyn, und der frühere schottische Premierminister Humza Yousaf. Die Teilnehmer forderten eine Waffenruhe und skandierten Slogans wie "Freies Palästina" oder "Stoppt die Bombardierung der Krankenhäuser!".

In Rom kam es während einer pro-palästinensischen Demonstration zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen jungen Protestierenden und der Polizei. Die Sicherheitskräfte wurden mit Flaschen und Knallkörpern beworfen, die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Wie AFP-Reporter beobachteten, wurde mindestens ein Polizist verletzt. Zwei Protestierende seien festgenommen worden. An der Demonstration nahmen mehrere tausend Menschen teil.

Auch in mehreren französischen Städten und in der irischen Hauptstadt Dublin bekundeten zahlreiche Demonstranten ihre Solidarität mit den Palästinensern. In Paris führte unter anderen der Parteichef der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI), Jean-Luc Mélenchon, den Demonstrationszug an.

Der Gaza-Krieg war durch den beispiellosen Großangriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober ausgelöst worden. Bei dem Überfall waren nach israelischen Angaben rund 1205 Menschen getötet sowie 251 Menschen von der Hamas als Geiseln genommen worden.

Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die nicht unabhängig überprüft werden können, bisher mehr als 41.800 Menschen getötet.

Zudem eröffnete die mit der Hamas verbündete pro-iranische Hisbollah im Libanon unmittelbar nach dem Hamas-Angriff mit regelmäßigen Raketenangriffen aus dem Libanon eine zweite Front gegen Israel. In den vergangenen Tagen nahm der Hisbollah-Beschuss an der Grenze weiter zu, insbesondere nach der Tötung von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah bei einem israelischen Luftangriff in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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