Deutsche Tageszeitung - Koalition ringt weiter um Details von Sicherheitspaket

Koalition ringt weiter um Details von Sicherheitspaket


Koalition ringt weiter um Details von Sicherheitspaket
Koalition ringt weiter um Details von Sicherheitspaket / Foto: © AFP/Archiv

Um Details des von der Regierung beschlossenen Sicherheitspakets wird weiter in der Koalition gerungen. "Ich hoffe, dass wir das zeitnah abschließen können", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast am Mittwoch in Berlin. Sie gehe davon aus, dass alle Beteiligten "das gemeinsame Interesse haben, das sehr zügig im Bundestag zu beschließen".

Textgröße ändern:

Auf eine Verabschiedung in der kommenden Woche wollte sich Mast allerdings nicht festlegen. Dieser Zeitplan "ist Wunsch und Ziel", sagte sie lediglich. Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic äußerte sich hier ebenfalls zurückhaltend. Sie verwies auf noch bestehenden Beratungsbedarf. So sei eine Sachverständigenanhörung zu dem Thema eher "ernüchternd" ausgefallen.

In den laufenden Verhandlungen gehe es auch darum, das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu berücksichtigen, sagte Mihalic. Dieses hatte das Gesetz zum Bundeskriminalamt (BKA) beanstandet.

Daher sei auch beim Sicherheitspaket "Nachbesserung angesagt, wenn dieses nicht verfassungswidrig sein soll", sagte die Grünen-Politikerin. Hierfür müsse dass Innenministerium Formulierungsvorschläge vorlegen. Die aktuellen Verhandlungen liefen aber "gut". Sie sei "guter Dinge, dass wir bald abschließen können", sagte Mihalic.

Das Sicherheitspaket war von der Koalition nach den Messerangriffen von Mannheim und Solingen präsentiert worden. Es sieht Verschärfungen des Waffenrechts besonders hinsichtlich des Umgangs mit Messern vor, aber auch zusätzliche Befugnisse für Sicherheitsbehörden, Verschärfungen des Aufenthaltsrechts sowie Leistungseinschränkungen für abgelehnte Asylbewerberinnen und -bewerber.

"Wir begrenzen irreguläre Migration", sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) dazu am Mittag in der Regierungsbefragung im Bundestag. Sie lobte das Sicherheitspaket als einen "innenpolitischen Meilenstein". Die Bundesregierung nutze alle Möglichkeiten, "um Menschen, die kein Aufenthaltsrecht in Deutschland haben, zurückzuführen", sagte die SPD-Politikerin.

Deutschland werde gegenüber Schutzsuchenden weiter "unserer humanitären Verantwortung gerecht werden", aber Migration "auch ordnen und steuern", sagte Faeser weiter. Sie setze dabei vor allem auf europäische Zusammenarbeit durch die Umsetzung des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (Geas). Dafür werde die Bundesregierung noch in diesem Jahr die erforderlichen gesetzlichen Regelungen auf den Weg bringen.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums ging am Mittwoch von einem baldigen Bundestagsbeschluss über das Sicherheitspaket aus. "Wir setzen weiter darauf, dass die Gesetzgebung zügig abgeschlossen werden kann", sagte er. Das Ministerium sei nicht verwundert, dass das Gesetz im Parlament eingehend beraten werde.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Prien: Interessen jüngerer Menschen stärker berücksichtigen

Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Textgröße ändern: