Deutsche Tageszeitung - Nordkorea erklärt Südkorea in Verfassung zu "feindlichem" Staat

Nordkorea erklärt Südkorea in Verfassung zu "feindlichem" Staat


Nordkorea erklärt Südkorea in Verfassung zu "feindlichem" Staat
Nordkorea erklärt Südkorea in Verfassung zu "feindlichem" Staat / Foto: © AFP

Nordkorea hat nach monatelanger Eskalation Südkorea offiziell zum "feindlichen" Staat erklärt. Das geht aus einer Meldung der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vom Donnerstag hervor. Darin wird die Sprengung von nach Südkorea führenden Straßen und Zugstrecken als "unvermeidliche und legitime Maßnahme im Einklang mit der Verfassung" bezeichnet, welche "die Republik Korea eindeutig als feindlichen Staat definiert". Das südkoreanische Verteidigungsministerium sprach von einer "einseitigen Behauptung".

Textgröße ändern:

Mit dem KCNA-Bericht bestätigte Pjöngjang erstmals Änderungen an seiner Verfassung, die Machthaber Kim Jong Un im Januar dieses Jahres gefordert hatte. Abschnitte der wichtigsten, Nord- mit Südkorea verbindenden Straßen und Eisenbahnlinien seien von der Armee "durch Sprengungen vollständig blockiert" worden, berichtete KCNA weiter. Das Vorgehen sei "Teil der schrittweisen vollständigen Abtrennung" des nordkoreanischen Territoriums vom Gebiet Südkoreas.

Das südkoreanische Militär hatte am Dienstag Videoaufnahmen veröffentlicht, auf denen zu sehen war, wie nordkoreanische Soldaten die symbolträchtigen Straßen und Eisenbahnlinien zwischen dem Norden und Süden sprengten. Beobachter mutmaßten allerdings, dass die Explosionen lediglich Propagandazwecken dienten. Demnach nutzte Pjöngjang die Aufnahmen des südkoreanischen Militärs für seine eigene Berichterstattung.

Nordkoreas Verbündeter China erklärte, Peking verfolge "die Entwicklung der Lage auf der Halbinsel aufmerksam". Außenamtssprecherin Mao Ning sagte, das "Aufrechterhalten von Frieden und Stabilität" sei im Interesse "aller Parteien".

In einem innerkoreanischen Abkommen von 1991 waren die Kontakte zwischen Nord- und Südkorea als "spezielle Beziehung" definiert worden. Dies geschah als Teil eines auf Wiedervereinigung ausgerichteten Prozesses - nicht auf Beziehungen von einem Staat zu einem anderen. Die beiden Länder befinden sich technisch gesehen bis heute im Krieg, da der Konflikt von 1950 bis 1953 mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.

Derzeit stehen die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea auf einem Tiefpunkt. Kim hatte Südkorea Anfang des Jahres zum "Hauptfeind" Pjöngjangs erklärt und angekündigt, die Entwicklung von Waffen auszuweiten, darunter auch die von taktischen Atomwaffen. Als Reaktion darauf verstärkten Südkorea und die USA ihre Verteidigungszusammenarbeit.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Hessens Innenminister: Bis zu 1500 gewaltbereite Störer bei Krawallen in Frankfurt

Bei schweren Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt am Main sind Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zufolge am Samstagabend 17 Geschäfte beschädigt und fünf davon geplündert worden. 54 Verdächtige seien festgenommen und mehr als zehn Polizisten verletzt worden, sagte Poseck am Sonntag vor Journalisten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Stadtverwaltung und Polizei.

Spannung steigt vor US-Kongresswahlen - Richterin weist Weißes Haus in die Schranken

Die Spannung steigt - nicht nur in den USA: Am Dienstag stehen die Kongresswahlen an, die das Machtverhältnis in Washington deutlich verändern könnten. Bei den sogenannten Midterms geht es um die künftigen Mehrheiten in beiden Kongresskammern - die Demokraten wollen den Republikanern von US-Präsident Donald Trump sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat entreißen. Kurz vor dem Urnengang untersagte eine Bundesrichterin der US-Regierung, Wahlbeamten und Wahlhelfern mit Strafverfolgung zu drohen.

Atomanlage "Pickaxe Mountain": Trump bringt neue Angriffsziele im Iran ins Spiel

Inmitten der Spekulationen über neue Angriffe auf den Iran nach den US-Kongresswahlen am Dienstag hat Präsident Donald Trump mögliche neue Ziele ins Spiel gebracht: "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte er - und nannte einen mutmaßlichen Atomkomplex südlich von Teheran. Der Iran drohte am Sonntag im Falle neuer US-Angriffe in drastischen Worten mit Vergeltung.

Heftige Zusammenstöße bei Räumung von Protestcamps in Portugal

Bei der Räumung von Protestlagern in den portugiesischen Städten Lissabon und Porto ist es am Sonntagmorgen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten gekommen. In der Hauptstadt Lissabon seien sechs Menschen festgenommen worden und in Porto sieben, weil diese sich geweigert hätten, ihre Zelte zu verlassen, erklärte die Polizei am Sonntag. Insgesamt wurden demnach 13 Polizisten verletzt. Aktivisten sprachen von mehr als 30 verletzten Demonstranten.

Textgröße ändern: