Deutsche Tageszeitung - US-Regierung nach Tod von Hamas-Chef Sinwar: Gelegenheit für Beendigung des Krieges

US-Regierung nach Tod von Hamas-Chef Sinwar: Gelegenheit für Beendigung des Krieges


US-Regierung nach Tod von Hamas-Chef Sinwar: Gelegenheit für Beendigung des Krieges
US-Regierung nach Tod von Hamas-Chef Sinwar: Gelegenheit für Beendigung des Krieges / Foto: © AFP

Nach der Tötung von Hamas-Chef Jahja Sinwar durch die israelische Armee hat die US-Regierung dazu aufgerufen, die Gelegenheit für eine Beendigung des Gaza-Krieges zu nutzen. US-Präsident Joe Biden erklärte am Donnerstag, es gebe jetzt "die Möglichkeit für einen 'Tag danach' im Gazastreifen ohne die Hamas an der Macht und für eine politische Lösung, die Israelis und Palästinensern gleichermaßen eine bessere Zukunft bietet".

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Der Tod Sinwars markiere "einen guten Tag für Israel, für die Vereinigten Staaten und für die Welt", hieß es in der Erklärung Bidens, der sich gerade auf dem Weg nach Deutschland befand. Auch Vizepräsidentin Kamala Harris erklärte, nun bestehe "die Möglichkeit, den Krieg im Gazastreifen endlich zu beenden". Und er müsse so enden, "dass Israel sicher ist, die Geiseln freigelassen werden und das Leiden im Gazastreifen ein Ende hat".

Biden erklärte weiter, er werde bald mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu sprechen, um mit ihm "über den Weg zu reden", wie die Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln erreicht und "dieser Krieg ein für alle Mal beendet werden kann". Sinwar sei "ein unüberwindliches Hindernis für die Erreichung all dieser Ziele" gewesen. Dieses Hindernis bestehe nun nicht mehr, "aber es liegt noch viel Arbeit vor uns", erklärte Biden.

Harris würdigte die Arbeit von US-Spezialeinheiten und Geheimdienstmitarbeitern, die "eng mit ihren israelischen Kollegen zusammengearbeitet haben, um Sinwar und andere Hamas-Führer ausfindig zu machen und zu verfolgen". Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan betonte allerdings, dass US-Personal nicht an dem konkreten Einsatz zur Tötung Sinwars beteiligt gewesen sei.

Kurz zuvor hatte die israelische Regierung den Tod Sinwars bekannt gegeben. Nach Angaben der Armee töteten israelische Soldaten den Hamas-Chef am Mittwoch bei einem Einsatz im südlichen Gazastreifen. Der 61-Jährige galt als Drahtzieher des Großangriffs der radikalislamischen Palästinenserorganisation am 7. Oktober 2023 auf Israel.

Die USA sind der wichtigste Verbündete Israels und der größte Waffenlieferant des Landes. Bisher sind alle Bemühungen der US-Regierung und verbündeter Staaten gescheitert, ein Abkommen zwischen der Hamas und Israel für eine Waffenruhe und eine Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln zu erreichen.

In den vergangenen Monaten hatten die Spannungen im Verhältnis zwischen Biden und Netanjahu deshalb zugenommen. Am Dienstag hatte Washington Israel gewarnt, die US-Hilfen könnten eingeschränkt werden, wenn die israelische Regierung nicht binnen 30 Tagen für eine Verbesserung der Hilfslieferungen in den Gazastreifen sorge. Auch äußerte sich die US-Regierung ablehnend über die israelischen Luftangriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

(M.Travkina--DTZ)

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