Deutsche Tageszeitung - US-Wahlkampf: Harris zweifelt Trumps Fitness für Präsidentenamt an

US-Wahlkampf: Harris zweifelt Trumps Fitness für Präsidentenamt an


US-Wahlkampf: Harris zweifelt Trumps Fitness für Präsidentenamt an
US-Wahlkampf: Harris zweifelt Trumps Fitness für Präsidentenamt an / Foto: © AFP

Im US-Wahlkampf hat Vizepräsidentin Kamala Harris die Fitness ihres Rivalen Donald Trump für das Präsidentenamt in Zweifel gezogen. Nach Berichten, wonach der 78-jährige Republikaner angeblich an Ermüdungserscheinungen leiden soll, sagte die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten am Freitag: "Wenn Sie auf der Wahlkampftour erschöpft sind, stellt sich die Frage, ob Sie für den härtesten Job der Welt geeignet sind." Trump reagierte wütend auf diese Äußerungen und bezeichnete Harris als "Verliererin".

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Beide Präsidentschaftsrivalen traten am Freitag in Michigan auf, das zu der Gruppe von bei der Wahl am 5. November Ausschlag gebenden Bundesstaaten gezählt wird. Am selben Tag berichtete das Nachrichtenportal "Politico", dass ein Trump-Berater den Produzenten einer Website im Austausch über ein mögliches Interview mitgeteilt habe, der Ex-Präsident sei "erschöpft" und lehne einige Auftritte ab.

Trump ist zwar in ihm wohlgesonnenen Fernsehsendern aufgetreten. Interviews mit Medien wie NBC, CNBC und CBS sagte der 78-Jährige hingegen ab. Er lehnte auch eine zweite Fernsehdebatte gegen Harris ab. Das TV-Duell mit der Demokratin im September hatte er nach Einschätzung vieler Experten klar verloren.

Zu den Äußerungen von Harris über seinen physischen Zustand sagte Trump vor Reportern, er habe nichts abgesagt. Seine Widersacherin bezeichnete er als "Verliererin", die "nicht die Energie eines Kaninchens" habe.

In Auburn Hills, einem Vorort der Autostadt Detroit, kündigte Trump abermals an, dass er bei einem Wahlsieg die Zölle auf ausländische Waren deutlich erhöhen werde. Es gebe eine Menge schöner Worte, etwa das Wort "Liebe", sagte der Rechtspopulist. Es gebe aber seiner Meinung nach aber noch ein schöneres Wort: "Zoll."

Harris warnte hingegen bei einem Auftritt im Landkreis Oakland: "Donald Trump macht den Menschen in Michigan die gleichen leeren Versprechungen wie früher - und hofft, dass Ihr vergesst, wie er Euch das letzte Mal hängen gelassen hat."

Die Umfragen sagen ein extrem knappes Rennen zwischen der Vizepräsidentin und dem Ex-Präsidenten voraus. Der Präsident oder die Präsidentin werden indirekt durch ein Kollegium von Wahlleuten gewählt, die von den einzelnen Bundesstaaten entsandt werden.

Aufgrund dieser Besonderheit des US-Wahlsystems wird die Entscheidung voraussichtlich in nur einigen wenigen Bundesstaaten fallen, den sogenannten Swing States, in denen der Wahlausgang besonders knapp ist.

Am Wochenende wollten Harris und Trump ihre Wahlkampftouren durch die Swing States fortsetzen. Die Vizepräsidentin setzte dabei auch auf den Glamour von Popstars. Bei einem für Samstag geplanten Auftritt in Detroit sollte sie Unterstützung von der Sängerin Lizzo bekommen. Später am Samstag war eine Kundgebung der Demokratin in Atlanta im Bundesstaat Georgia geplant, an der auch der Sänger Usher teilnehmen sollte.

Trump wollte seinerseits am Wochenende Kundgebungen erneut in Michigan und dann in Pennsylvania abhalten.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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