Deutsche Tageszeitung - Miersch warnt BSW vor überzogenen Koalitionsforderungen in Ländern

Miersch warnt BSW vor überzogenen Koalitionsforderungen in Ländern


Miersch warnt BSW vor überzogenen Koalitionsforderungen in Ländern
Miersch warnt BSW vor überzogenen Koalitionsforderungen in Ländern / Foto: © AFP/Archiv

Der neue SPD-Generalsekretär Matthias Miersch hat das BSW davor gewarnt, mit überzogenen Forderungen in der Ukraine-Politik und der Debatte um US-Mittelstreckenraketen mögliche Koalitionsgespräche in Sachsen, Thüringen und Brandenburg zu gefährden. "Wir werden Politik nicht betreiben, indem man sich erpressen lässt", sagte Miersch der Würzburger "Main-Post" und der "Augsburger Allgemeinen" (Montag).

Textgröße ändern:

Es sei zwar wünschenswert, dass in den drei ostdeutschen Ländern Stabilität mit Koalitionen einkehre. Die SPD könnte aber "nicht auf Gedeih und Verderb in so etwas reingehen", stellte Miersch klar. Über die Ukraine werde nicht in den Bundesländern entschieden, betonte er. Insofern "wird man dort Brücken finden, wenn man das will".

Die Kernfrage für das BSW bleibe, ob diese bereit sei, Verantwortung zu übernehmen und Kompromisse einzugehen. "Da kommt es jetzt zum Lackmustest", sagte Miersch - insbesondere für die Berliner Führung der neuen Partei. "Sahra Wagenknecht lebt ja eigentlich davon, nie Verantwortung zu übernehmen", sagte Miersch.

Er erlebe jedoch, dass "die Politikerinnen und Politiker vor Ort durchaus bereit sind, Verantwortung zu übernehmen". Nun gehe es darum, "wie wir das hinkriegen."

Miersch schloss auch Minderheitsregierungen nicht aus: "Wir sehen in anderen Ländern, dass es bei einer Vielzahl von Parteien gar nicht mehr möglich ist, Koalitionen zu schmieden", sagte er. "Da braucht es dann andere Modelle, beispielsweise eine Minderheitsregierung, bei der man sich natürlich immer Mehrheiten suchen muss und die letztlich am seidenen Faden hängt", erklärt er.

Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU) sowie der Thüringer CDU-Vorsitzenden Mario Voigt versuchen nach den Landtagswahlen im September, jeweils durch eine Zusammenarbeit mit dem BSW eine Regierung in ihren Ländern zu bilden.

Das BSW hat als Bedingung ein Bekenntnis gegen Waffenlieferungen an die Ukraine und gegen die Stationierung von amerikanischen Mittelstreckenraketen gefordert. Wagenknecht hatte kürzlich vorgeschlagen, dies in den Präambeln der Koalitionsverträge zu verankern.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Berlin: 27 leichtverletzte Polizisten und viele Festnahmen

Bei Ausschreitungen nach Jugendprotesten der bundesweiten Initiative "GenZ regelt" sind in Berlin nach Polizeiangaben 27 Beamte leicht verletzt worden. Ein Polizeisprecher sagte am späten Samstagabend, bei einer Versammlung mit bis zu 3500 Teilnehmern, die am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte begonnen hatte, sei es zu "zahlreichen Straftaten" gekommen. Darunter seien Sachbeschädigung, Körperverletzung sowie Verstöße gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz.

Demonstranten in Israel fordern Zusammenarbeit von Opposition mit arabischen Parteien

In Israel haben hunderte Menschen nach der Parlamentswahl eine Zusammenarbeit der Opposition mit arabischen Parteien gefordert, um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von der Macht zu verdrängen. In Tel Aviv gingen die Demonstranten am Samstagabend mit Plakaten mit Aufschriften wie "Araber und Juden werden nur zusammen gewinnen" und "Es gibt eine Mehrheit für den Wandel" auf die Straße.

Mehr als 500 Festnahmen am Rande von Protesten in Frankreich

Bei Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste in Frankreich sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstagabend von 520 Festnahmen. Die Zahl dürfte demnach im Verlauf des Abends noch steigen.

Textgröße ändern: