Deutsche Tageszeitung - Anführer von Islamischem Dschihad bei israelischem Angriff in Syrien getötet

Anführer von Islamischem Dschihad bei israelischem Angriff in Syrien getötet


Anführer von Islamischem Dschihad bei israelischem Angriff in Syrien getötet
Anführer von Islamischem Dschihad bei israelischem Angriff in Syrien getötet / Foto: © AFP/Archiv

Zwei hochrangige Anführer der mit der Hamas verbündeten Palästinensermiliz Islamischer Dschihad sind bei einem israelischen Angriff in Syrien getötet worden. Bei den Toten handele es sich um Abdel Asis Minawi, Mitglied des Politbüros der Gruppe, und deren Außenbeauftragten Rasmi Jussuf Abu Issa, erklärte die islamistische Gruppe am Samstag. Unterdessen setzte Israel seine Angriffe auf Hochburgen der Hisbollah-Miliz im Libanon fort.

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Der Islamische Dschihad bestätigte, dass Minawi und Issa zusammen mit "einer Gruppe von Kadern der Bewegung" bei einem Luftangriff auf Büros und Wohnungen der Miliz am Donnerstag getötet worden seien. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur AFP aus Kreisen der Miliz von dem Tod der beiden Anführer bei einem Angriff auf Kudsaja, einem Vorort von Damaskus, erfahren.

Der 1945 geborene Minawi wurde vom Islamischen Dschihad als "herausragender Anführer" und der 1972 geborene Abu Issa als "Leiter für arabische Beziehungen" beschrieben. Ihre Leichen seien am Samstagmorgen entdeckt worden, hieß es.

Seit dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs im Jahr 2011 hat Israel hunderte Luftangriffe in Syrien geflogen, die vor allem auf Stellungen pro-iranischer Kämpfer abzielten. Die Angriffe hatten sich zuletzt intensiviert.

Israel äußert sich nur selten zu Angriffen in Syrien. Ein Sprecher der israelischen Armee bestätigte am Donnerstag jedoch, dass Angriffe auf Militärstützpunkte des Islamischen Dschihad ausgeführt worden seien.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte mitgeteilt, dass bei israelischen Luftangriffen in und um Damaskus am Donnerstag 23 Menschen getötet worden seien. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete am Freitag von israelischen Angriffen auf den Stadtteil Masseh in Damaskus.

Der mit der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas verbündete Islamische Dschihad hat nach wie vor mehrere israelische Geiseln in seiner Gewalt, die während des Großangriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Zuletzt veröffentlichte die Miliz zwei Videos der 29-jährigen Geisel Sasha Trupanov.

Die israelische Armee nahm am Samstag erneut die libanesische Hauptstadt Beirut unter Beschuss. Kurz nach einem Evakuierungsaufruf bombardierte die Armee südliche Vororte Beiruts, wie auf Videoaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zu sehen war. Über dem Gebiet, das als Hochburg der libanesischen Hisbollah-Miliz gilt, stiegen drei große Rauchschwaden auf.

Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete, Israel habe insgesamt drei Luftangriffe geflogen, unter anderem in der Nähe des Vororts Haret Hreik. Dabei seien Gebäude zerstört worden. In der Nacht und am Samstagmorgen flog Israel den Berichten zufolge auch mehrere Angriffe im Südlibanon. Die Hisbollah erklärte unterdessen, sie habe in der Nacht das Hauptquartier eines Infanteriebataillons im Norden Israels mit Raketen angegriffen.

Die Hisbollah und der Islamische Dschihad werden ebenso wie die Hamas vom Iran unterstützt. Teheran hatte am Freitag zu verstehen gegeben, dass es ein schnelles Ende des beinahe zwei Monate andauernden Krieges im Libanon unterstütze. Libanesischen Angaben zufolge hatte US-Botschafterin Lisa Johnson zuvor einen 13-Punkte-Vorschlag für die Beendigung des Konflikts vorgelegt, den die Regierung in Beirut nun prüfen will.

(N.Loginovsky--DTZ)

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