Deutsche Tageszeitung - Trumps Kandidat für das Verteidigungsministerium will weiter um Posten kämpfen

Trumps Kandidat für das Verteidigungsministerium will weiter um Posten kämpfen


Trumps Kandidat für das Verteidigungsministerium will weiter um Posten kämpfen
Trumps Kandidat für das Verteidigungsministerium will weiter um Posten kämpfen / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Trotz des wachsenden Drucks auf ihn aus den Reihen der Republikaner hat der vom designierten US-Präsidenten Donald Trump als Verteidigungsminister nominierte Pete Hegseth seine Entschlossenheit bekräftigt. Er werde "niemals nachgeben", schrieb Hegseth am Mittwoch in Online-Netzwerken. Der 44-Jährige, dem unter anderem Alkoholmissbrauch und sexuelle Gewalt gegen eine Frau zur Last gelegt werden, traf sich zu einer zweiten Gesprächsrunde mit republikanischen Senatoren, die über seine Ernennung entscheiden werden.

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Hegseth warf US-Medien und linken Politikern erneut eine Kampagne gegen ihn vor. "Ich tue das für die Kämpfer im Krieg, nicht für die Kriegstreiber", schrieb er in den Online-Netzwerken weiter und ergänzte: "Die Linke hat Angst vor Menschen, die die Ordnung stören und Veränderungen vorantreiben."

Zuvor hatten die Fernsehsender NBC News und ABC berichtet, bis zu sechs republikanische Senatoren hätten ernsthafte Zweifel an der Eignung Hegseths. Unter den Kritikern ist demnach auch der Senator Lindsey Graham, einer der treuesten Trump-Verbündeten. Gegenüber CBS News sprach Graham von einigen "sehr beunruhigenden" Medienberichten über Hegseth. Selbstverständlich bekomme dieser die Gelegenheit, sich zu verteidigen, "aber einige dieser Dinge werden schwierig werden".

In mehreren US-Medien wurden bereits mehrere Alternativkandidaten zu Hegseth verhandelt. Demnach erwägt Trump unter anderem eine Nominierung des Gouverneurs von Florida, Ron De Santis, seines früheren parteiinternen Rivalen im Kampf um die Präsidentschaft.

Hegseth selbst sagte am Mittwoch dem Sender CBS, Trump habe ihm am Morgen Rückendeckung gegeben und gesagt, er solle weiter kämpfen. Dies werde er tun.

Hegseth werden unter anderem Alkoholmissbrauch sowie sexuelle Gewalt gegen eine Frau im Jahr 2017 vorgeworfen. Nach Informationen der "Washington Post" zahlte Hegseth einen Betrag in unbekannter Höhe an die Frau, um eine Klage und einen Prozess zu verhindern.

Befeuert wurden die Vorwürfe durch eine Email seiner Mutter aus dem Jahr 2018, in der sie ihrem zum dritten Mal verheirateten Sohn vorgeworfen hatte, Frauen routinemäßig schlecht zu behandeln.

Hegseth ist auch in der Kritik wegen seiner Tätowierungen mit Symbolen und Parolen aus dem Mittelalter, die in den vergangenen Jahren in großem Stil von weißen Rassisten und Neonazis verwendet wurden. Bei der Vereidigung von Joe Biden im Januar 2021 wurde Hegseth wegen Sicherheitsbedenken aus dem Korps der Nationalgarde entfernt.

Als Chef des Pentagon stünde Hegseth, der praktisch über keine Regierungserfahrung verfügt, an der Spitze einer Militärverwaltung mit 3,4 Millionen Soldaten und zivilen Mitarbeitern sowie einem Jahresbudget von mehr als 850 Milliarden Dollar (806,6 Milliarden Euro). Zum Lebenslauf des einstigen Soldaten gehören Kampferfahrungen in Afghanistan und im Irak, in der Nationalgarde stieg er bis zum Rang eines Majors auf.

Um ernannt zu werden, benötigt Hegseth die Zustimmung des Senats, in dem die Republikaner bei der Wahl am 5. November die Mehrheit zurückerobert haben. Allerdings könnte dort eine kleine Zahl von Abweichlern dazu führen, dass die nötige einfache Mehrheit der Stimmen verfehlt wird.

Trump musste bereits den Rückzug seines Wunschkandidaten Matt Gaetz für den Posten des Justizministers hinnehmen. Auch dem Rechtsaußenpolitiker Gaetz wurde fehlende Erfahrung vorgehalten, aber vor allem vielfaches Fehlverhalten als Kongressabgeordneter.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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