Deutsche Tageszeitung - Neue Regierungsstrategie soll Artenschutz und biologische Vielfalt voranbringen

Neue Regierungsstrategie soll Artenschutz und biologische Vielfalt voranbringen


Neue Regierungsstrategie soll Artenschutz und biologische Vielfalt voranbringen
Neue Regierungsstrategie soll Artenschutz und biologische Vielfalt voranbringen / Foto: © AFP/Archiv

Rund zwei Monate vor den Neuwahlen zum Bundestag hat die Regierung eine Strategie für mehr Artenschutz und biologische Vielfalt beschlossen. Die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedete Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt 2030 bündelt die für den Biodiversitätsschutz zentralen Themen und Ziele in insgesamt 21 Handlungsfeldern mit 64 Zielvorgaben. Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) sprach von einem "Meilenstein für den Naturschutz in Deutschland und darüber hinaus".

Textgröße ändern:

Solche Strategien sind rechtlich nicht bindend. Die darin enthaltenen Leitlinien wirken aber über Regierungswechsel und Parlamentswahlen hinaus. Lemke sprach von einem "Fahrplan für eine gesunde Natur und den Schutz unserer Lebensgrundlagen für die kommenden Jahre". Die Strategie zeige, "wie Ökosysteme wiederhergestellt, natürlicher Klimaschutz vorangetrieben und Städte mehr begrünt werden". Grundlagen sind die Biodiversitätsstrategie der EU und die Vereinbarungen der Weltnaturschutzkonferenz von Montreal im Jahr 2022.

"Unsere Natur steht enorm unter Stress", warnte Lemke. "Nicht nur die Erderhitzung setzt ihr zu, auch die steigende Nutzung sowie die Umweltverschmutzung erhöhen den Druck." Die Folge sei "ein dramatischer Verlust an Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer Lebensräume". Daher müsse die Natur entlastet und bei bereits vorhandenen Schäden repariert werden.

Die neue Strategie übernimmt die internationale Verpflichtung, 30 Prozent der Flächen an Land und auf dem Meer bis 2030 als Schutzgebiete auszuweisen und wirksam zu schützen. Ein strenger Schutz wird für ein Drittel dieser Flächen angestrebt. Auf 20 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis dahin effektive Wiederherstellungsmaßnahmen eingeleitet werden - zum Beispiel für Wälder, Moore und Auen. Auf landwirtschaftlich genutzten Flächen sollen Artenvielfalt und Landschaftsqualität deutlich gesteigert werden.

Den Zielen werden in der Strategie jeweils Indikatoren zugeordnet, um Fortschritte messen zu können. In einem ersten Aktionsplan sind Maßnahmen für die Jahre 2024 bis 2027 gebündelt. Auf Grundlage einer Zwischenbilanz soll dann ein zweiter Aktionsplan erstellt werden. Erreicht werden soll mit den Maßnahmen auch eine naturbasierte bessere Anpassung an Folgen der Erderwärmung - auf dem Land ebenso wie in Städten und Siedlungen, zum Beispiel durch mehr Begrünung und Versickerungsflächen.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Söder auf CSU-Parteitag: "Es geht jetzt um die Existenz der Volksparteien"

CSU-Chef Markus Söder hat harte politische Auseinandersetzungen mit AfD und Linkspartei angekündigt. "Es geht jetzt um die Existenz der Volksparteien", sagte Söder am Freitag zum Auftakt des CSU-Parteitags in München. Seine Partei werde dem Erstarken der Radikalen nicht tatenlos zusehen, es gebe "kein Wachkoma". "Wir sind nicht bereit, Deutschland und Bayern den Radikalen zu überlassen."

Netanjahu droht nach Angriff in Hebron mit Großoffensive im Westjordanland

Nach dem Tod zweier israelischer Soldaten bei einem palästinensischen Angriff im besetzten Westjordanland hat Regierungschef Benjamin Netanjahu eine großangelegte Militäroffensive angekündigt. "Der Verteidigungsminister und ich erwägen eine sehr weitreichende Militäroperation in Judäa und Samaria, wie es sie seit dem Sechstagekrieg nicht mehr gegeben hat", sagte Netanjahu am Freitag bei einem Besuch in Hebron. Er verwendete dabei die biblischen Namen für das Westjordanland.

Weißes Haus: Melania Trump erreicht Waffenruhe in südukrainischer Stadt Oleschky

Nach US-Angaben hat First Lady Melania Trump eine befristete Waffenruhe in einer von Russland besetzten Stadt im Süden der Ukraine erreicht. Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump habe "erfolgreich eine Feuerpause zwischen Russland und der Ukraine bewirkt, die auf die Stadt Oleschky begrenzt ist", teilte ihr Büro im Weißen Haus am Freitag mit. Die Waffenruhe soll ab dem 29. Oktober gelten.

Mehrjährige Haftstrafen in Prozess um Umsatzsteuerkarussell in Düsseldorf

Das Landgericht Düsseldorf hat zwei Männer wegen eines Umsatzsteuerkarussells mit Millionenschaden zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie erhielten Strafen von fünf Jahren und acht Monaten sowie sieben Jahren und zwei Monaten, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Das Verfahren gegen einen dritten Angeklagten wurde abgetrennt und eingestellt.

Textgröße ändern: