Deutsche Tageszeitung - AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt schließt langjährigen Abgeordneten aus

AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt schließt langjährigen Abgeordneten aus


AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt schließt langjährigen Abgeordneten aus
AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt schließt langjährigen Abgeordneten aus / Foto: © AFP/Archiv

Die AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt hat nach eigenen Angaben den langjährigen Abgeordneten Daniel Roi mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen. Das gab die Landtagsfraktion am Donnerstag in Magdeburg bekannt. Das gegenseitige Vertrauensverhältnis sei "unwiderruflich zerstört". Nähere Angaben machte die Fraktion dazu nicht.

Textgröße ändern:

Nach Fraktionsangaben stimmten bei einer Abstimmung 21 Fraktionsmitglieder für den Ausschluss Rois. Ein Mitglied stimmte dagegen, eine weitere Stimme war ungültig. Die AfD-Fraktion hatte bisher 23 Mitglieder. Folgen, etwa für ihren Fraktionsstatus, hat der Ausschluss des Parlamentariers deshalb nicht.

Roi ist seit 2013 Mitglied der AfD und sitzt für sie schon seit Jahren im Landtag. 2016 war er für mehrere Monate parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion. Zuletzt war er deren Fachsprecher für Umweltpolitik und Katastrophenschutz. Medienberichten zufolge war er innerparteilich früher schon umstritten. Demnach wollte die AfD-Fraktion ihn bereits 2016 einmal ausschließen. Hintergrund war den Berichten zufolge damals ein Machtstreit.

In den vergangenen Monaten übte Roi teils öffentlich scharfe Kritik an der eigenen Partei. Im Zusammenhang mit einem Landesparteitag im August warf er Spitzenvertretern des AfD-Landesverbands auf seiner Internetseite einen "Angriff auf die Grundwerte der AfD" vor. Es entstehe "eine Partei, bei der sich die bestehende Funktionärselite von der Basis abkapselt", schrieb der Abgeordnete aus Bitterfeld. Er ist in Bitterfeld auch kommunalpolitisch aktiv.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Bericht: Zahl der Extremisten mit Waffenerlaubnis auf mindestens 1600 gestiegen

Trotz einer Gesetzesverschärfung ist die Zahl von Extremisten mit einer Waffenerlaubnis nach einem Medienbericht im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Wie der Rundfunksender NDR am Freitag unter Berufung auf eine Abfrage bei allen Innenministerien der Länder berichtete, besaßen Ende 2025 mehr als 1600 Extremisten eine waffenrechtliche Erlaubnis. Für das Jahr 2024 hatte eine NDR-Abfrage mindestens 1500 Extremisten mit Waffenerlaubnis ergeben.

Netanjahu: Israel bereitet nach Angriff "vollständige Abriegelung" von Westjordanland vor

Nach einem Schusswaffenvorfall mit fünf Verletzten in der Nähe von Hebron bereitet Israel nach den Worten von Regierungschef Benjamin Netanjahu eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes vor. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Der Vorfall ereignete sich in einer Phase zunehmender Spannungen im Westjordanland sowie wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel.

"Extremismusklausel" in Länderfinanzausgleich: CSU-Generalsekretär verteidigt Idee

CSU-Generalsekretär Martin Huber hat die Idee einer "Extremismusklausel" im Länderfinanzausgleich gegen Kritik verteidigt. "Der Länderfinanzausgleich ist ja generell ungerecht. Er muss sowieso reformiert werden", sagte Huber am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Es wäre darüber hinaus "absurd", mit dem Geld aus dem Mechanismus Landesregierungen zu unterstützen, die "ganz klar gegen unsere Verfassung verstoßen".

Wadephul nimmt an Außenministertreffen in Istanbul teil

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) wird am Freitag nach Angaben aus Berliner Regierungsreisen zu einem Außenministertreffen in der türkischen Metropole Istanbul erwartet. Wadephul will dabei nach Angaben aus dem türkischen Außenministerium mit seinen Kollegen aus Großbritannien und Frankreich sowie mit den Außenministern der Türkei, Saudi-Arabiens, Pakistans und Ägyptens über die regionale Sicherheit beraten.

Textgröße ändern: