Deutsche Tageszeitung - Syriens neuer Informationsminister will Presse- und Meinungsfreiheit stärken

Syriens neuer Informationsminister will Presse- und Meinungsfreiheit stärken


Syriens neuer Informationsminister will Presse- und Meinungsfreiheit stärken
Syriens neuer Informationsminister will Presse- und Meinungsfreiheit stärken / Foto: © AFP

Der Informationsminister der syrischen Übergangsregierung hat angekündigt, sich für Presse- und Meinungsfreiheit einsetzen zu wollen. "Wir arbeiten daran, die Presse- und Meinungsfreiheit zu stärken, die stark eingeschränkt waren", sagte Mohammed al-Omar in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur AFP mit Verweis auf die autoritäre Regierung der Baath-Partei und des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad. Die Presse- und Meinungsfreiheit sei "während der Zeit des Regimes" stark eingeschränkt gewesen, betonte al-Omar.

Textgröße ändern:

"In der kommenden Phase arbeiten wir am Wiederaufbau einer freien, objektiven und professionellen syrischen Medienlandschaft", kündigte der Minister an. "Wir wollen Medien, die die syrischen Kulturen in ihrer Vielfalt widerspiegeln, die ihre Ambitionen widerspiegeln, die ihre Anliegen vermitteln und als Bindeglied zwischen dem Volk und der Regierung fungieren."

Kämpfer unter Führung der islamistischen HTS-Miliz hatten am 8. Dezember Damaskus erobert und die jahrzehntelange Herrschaft der Familie Assad in Syrien beendet. Assad, dem Entführung, Folter und Ermordung von Andersdenkenden vorgeworfen werden, floh nach Russland. Die neuen Machthaber sind seither bemüht, sich auch international einen gemäßigten Anstrich zu geben.

Menschen in Syrien mussten jahrzehntelang mit behördlicher Verfolgung rechnen, wenn sie offen Kritik am Staat übten. Journalisten wurden mundtot oder zu Werkzeugen der Machthaber gemacht. 2022 hatte Assad die Meinungsfreiheit mit einem Gesetz gegen "Falschinformationen" nochmals weiter eingeschränkt.

Al-Omar war bereits in der von der HTS in der ehemaligen Rebellenhochburg Idlib eingesetzten "Regierung der Rettung" Informationsminister. Die neuen Machthaber strebten nicht danach, ein "offizielles Medium zu haben, dessen Ziel es ist, das Image der Macht zu aufzupolieren", betonte der Minister. Er kündigte zudem an, die "Bürokratie abbauen und die Arbeit für ausländische Presseteams erleichtern" zu wollen.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Befragung ohne Rechtsanwalt: Europäischer Gerichtshof rügt Tschechien und Ungarn

Wenn Tatverdächtige vernommen werden, haben diese das Recht auf einen Anwalt. Sie dürfen nicht ohne Rechtsbeistand befragt werden, nur weil dieser nicht innerhalb einer bestimmten Frist erscheint, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag in zwei Urteilen betonte. Tschechien und Ungarn haben somit gegen das EU-Recht verstoßen. (Az. C-660/24 und C-681/24)

Sachsen-Anhalt: CDU-Politiker Heuer bleibt bei Ministerpräsidentenwahl in Saal

Entgegen der erklärten Linie seiner Partei will der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer bei der Wahl eines Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt nicht den Plenarsaal verlassen. Das sagte der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag dem Portal "Nius" laut Meldung vom Donnerstag. Das Verlassen des Saals sei aus seiner Sicht eine "Vorfestlegung" und komme einer Offenlegung der Enthaltung gleich.

Schnieder besorgt über mögliche AfD-Beteiligung an Ministerpräsidentenkonferenz

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hat vor möglichen Sicherheitsrisiken gewarnt, sollte künftig ein AfD-Regierungschef der Ministerpräsidentenkonferenz der Länder angehören. "Ich möchte nicht, dass die Tür nach Moskau offen ist, nur weil er jetzt mit am Tisch sitzt", sagte Schnieder am Donnerstag im ARD-"Morgenmagazin" mit Blick auf den möglichen AfD-Ministerpräsidenten Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt.

Nach Gewalt bei Protesten: Thailand und Malaysia warnen vor Reisen nach Frankreich

Wegen der Proteste in Frankreich und anderen EU-Staaten rät die Regierung in Thailand von nicht notwendigen Reisen in diese Länder ab. Bei einem Besuch in Italien empfahl Außenminister Sihasak Phungketkeow am Mittwochabend, geplante Aufenthalte vorerst zu verschieben. Wer dennoch nach Europa reise, müsse die Situation genau beobachten, sagte er. Vor allem Frankreich gebe weiterhin Anlass zur Sorge. Auch Malaysia warnte seine Bürger davor, Frankreich zu besuchen.

Textgröße ändern: