Deutsche Tageszeitung - Erster Auftritt auf internationaler Bühne: Trump hält am Nachmittag Rede in Davos

Erster Auftritt auf internationaler Bühne: Trump hält am Nachmittag Rede in Davos


Erster Auftritt auf internationaler Bühne: Trump hält am Nachmittag Rede in Davos
Erster Auftritt auf internationaler Bühne: Trump hält am Nachmittag Rede in Davos / Foto: © AFP/Archiv

Erstmals in seiner neuen Amtszeit wird US-Präsident Donald Trump am Donnerstag beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos auf internationaler Bühne sprechen. Rund 45 Minuten soll der mit Spannung erwartete Auftritt per Videoschalte am Nachmittag (17.00 Uhr) dauern, der laut Programm auch eine Fragerunde mit den Chefs großer Wirtschaftsunternehmen beinhalten soll. Zuvor hatte der US-Sondergesandte Richard Grenell in Davos von Nato-Mitgliedstaaten höhere Verteidigungsausgaben gefordert.

Textgröße ändern:

Schon vor seinem Auftritt in Davos hatte Trump der Weltgemeinschaft einen Vorgeschmack auf das gegeben, was künftig von ihm zu erwarten sein wird: Er drohte mit Zöllen gegen Mexiko und Kanada, einer Übernahme des Panamakanals durch die USA und kündigte zudem den Rückzug seines Landes aus dem Pariser Klimaabkommen sowie die verstärkte Förderung von Öl und Gas an.

Trumps Rückkehr ins Weiße Haus war schon seit der Eröffnung des Weltwirtschaftsforums am Montag eines der dominierenden Themen in Davos. Trump setzt auf eine rigorose "America First"-Wirtschaftspolitik. Diese Haltung steht in starkem Kontrast zum Multilateralismus, der in Davos befürwortet wird.

Nach Trumps Rede werden unter anderem der Chef der Bank of America, Brian Moynihan, der Chef der Investmentfirma Blackstone, Stephen Schwarzman, die Vorstandsvorsitzende der spanischen Banco Santander, Ana Botín, sowie der Chef des französischen Öl- und Gaskonzerns TotalEnergies, Patrick Pouyanne, die Chance bekommen, dem US-Präsidenten und Immobilien-Milliardär Trump Fragen zu stellen.

Bereits am Donnerstagvormittag forderte der US-Sondergesandte Grenell - ebenfalls per Video zugeschaltet - in einer Diskussionsrunde in Davos die Nato-Mitgliedstaaten dazu auf, ihren "gerechten Anteil" an der Verteidigung zu tragen. Erst dann könne über eine Ausweitung des Bündnisses nachgedacht werde. Zuvor hatte Nato-Generalsekretärs Mark Rutte gesagt, eine vollständige Nato-Mitgliedschaft sei das "einfachste Ergebnis" für die Ukraine, wenn ein "nachhaltiger" Frieden gesichert sei.

Trump hatte den Europäern in der Vergangenheit mit dem Ende des Nato-Beistandspakts gedroht, sollten sie nicht genug in ihre Verteidigung investieren. Er forderte von den Nato-Staaten jeweils Ausgaben in Höhe von fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts, derzeit liegt die sogenannte Nato-Quote bei mindestens zwei Prozent.

Davos bot am Donnerstag auch einem der größten Fans des US-Präsidenten, dem rechtsgerichteten, ultraliberalen argentinischen Präsidenten Javier Milei, eine Bühne. "Die Welt sollte die Ankunft von Präsident Trump feiern", sagte Milei bei einer Veranstaltung des Unternehmens Bloomberg. Das von Trump angekündigte "goldene Zeitalter" für die USA werde "ein Licht für die ganze Welt sein". Vor dem Forum sagte er am Donnerstag, dass "sich langsam eine internationale Allianz formiert" habe mit all den Nationen, die "frei" sein wollten. Das "mentale Virus der Woke-Ideologie" sei auch durch Foren wie Davos verbreitet worden. Mit Blick auf den linken "Wokismus" sagte er: "Es ist das Krebsgeschwür, das weg muss."

Andere Teilnehmer des Forums zeigten sich dagegen besorgt: Ohne Trump direkt zu erwähnen, mahnte Chinas Vize-Regierungschef Ding Xuexiang, dass es "keine Sieger in einem Handelskrieg" gebe. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte in Davos am Dienstag gesagt, Deutschland müsse den freien Handel als Grundlage des Wohlstands "gemeinsam mit anderen Partnern verteidigen". Gleichzeitig riet er zur Zusammenarbeit mit Trump und einem unaufgeregten Umgang mit dem neuen US-Präsidenten.

Während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Trump auch schon persönlich an dem Treffen in dem Schweizer Skiort teilgenommen, bei dem sich jährlich die globale Elite aus Politik und Wirtschaft versammelt. Trump war am Montag für seine zweite Amtszeit vereidigt worden.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Vance macht Einwanderung für Ausschreitungen in Frankreich verantwortlich

US-Vizepräsident JD Vance hat Einwanderung für die schweren Ausschreitungen am Rande von Massenprotesten in Frankreich verantwortlich gemacht. "Westliche Liberale haben im Namen von Diversität und Mitgefühl die Dritte Welt nach Frankreich und in andere Länder importiert", schrieb Vance am Samstag im Kurzbotschaftendienst X zu einem Video, das das in Brand gesteckte Rathaus der zentralfranzösischen Stadt Limoges zeigt.

Lula und Bolsonaro liefern sich Fernsehduell vor Stichwahl

Eine Woche vor der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien treten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro am Sonntag (Montag 01.00 Uhr MESZ) in einer Fernsehdebatte gegeneinander an. Es ist das erste TV-Duell des linksgerichteten Präsidenten und des rechtsgerichteten Senators im Präsidentschaftswahlkampf.

"Völlig unverantwortlich": Republikaner kritisieren Trump wegen Russland-Kurs

US-Präsident Donald Trump ist wegen der Aussetzung von Sanktionen gegen Russland auch in der eigenen Partei in die Kritik geraten. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte der republikanische Senator Thom Tillis am Samstag. "Wenn der Präsident die Energiepreise wirklich senken will, kann er das tun, indem er die Iran-Frage löst - nicht, indem er Wladimir Putin Gefallen erweist."

Landesweite Anti-Trump-Proteste vor wichtigen US-Kongresswahlen

Zweieinhalb Wochen vor den Kongresswahlen in den USA haben landesweit zahlreiche Menschen gegen Präsident Donald Trump demonstriert. Die Proteste unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) vom Samstag richteten sich gegen die Politik und den Regierungsstil von Trump - und sollten vor den sogenannten Midterms vom 3. November Wähler mobilisieren.

Textgröße ändern: