Deutsche Tageszeitung - CDU-Vize Prien: Vorgehen in Migrationspolitik durchaus "mit Risiko verbunden"

CDU-Vize Prien: Vorgehen in Migrationspolitik durchaus "mit Risiko verbunden"


CDU-Vize Prien: Vorgehen in Migrationspolitik durchaus "mit Risiko verbunden"
CDU-Vize Prien: Vorgehen in Migrationspolitik durchaus "mit Risiko verbunden" / Foto: © AFP

Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Karin Prien hält das Vorgehen der Union in der Migrationspolitik angesichts der Debatte über AfD-Stimmen durchaus für "riskant", jedoch zugleich für nötig. Es seien für sie selbst und für viele in der Union gerade "keine einfachen Tage", sagte sie am Mittwochmorgen im Deutschlandfunk. Die Tat von Aschaffenburg sei aber "eine Zäsur" gewesen und veränderte Situationen rechtfertigten ein Vorgehen, "wie es am Ende dieser Woche passieren wird".

Textgröße ändern:

Nach dem Messerangriff von Aschaffenburg will die Union am Mittwoch zwei Anträge zur Verschärfung der Migrationspolitik in den Bundestag einbringen. Am Freitag soll ein Gesetzentwurf folgen. Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) will bei den Beschlüssen in Kauf nehmen, dass erstmals Mehrheiten mit Hilfe der AfD zustande kommen. Dafür war er angesichts gegenteiliger Äußerungen im Herbst heftig kritisiert worden.

"Mir ist klar, dass das alles mit Risiko verbunden ist", sagte Prien zum Vorgehen der Union. Zwischen der entsprechenden Rede von Merz im Bundestag und heute lägen allerdings die Taten von Magdeburg und Aschaffenburg, und die Menschen "haben das Gefühl, dass dieser Staat nicht mehr für ihre Sicherheit garantieren kann". Das "braucht eine Antwort".

Es müsse erkennbar werden, "dass die Union einen anderen Weg in der Migrationspolitik" und in der Politik der inneren Sicherheit gehen werde als ihre "demokratischen Mitbewerber", sagte Prien weiter. Zugleich versicherte sie: "Wir wollen keine Zusammenarbeit mit der AfD." Das gelte "selbstverständlich" für die Migrationspolitik. "Das hier ist kein Angebot an die AfD, das ist ein Angebot an Grüne und SPD."

Bei den beiden Anträgen der Union handelt es sich um Entschließungsanträge, die zunächst keine rechtliche Bindung entfalten und politische Absichtserklärungen sind. Damit würde der Bundestag die Bundesregierung zur Umsetzung von Maßnahmen auffordern, die in dem Fall unter anderem "dauerhafte Grenzkontrollen" und die "Zurückweisung ausnahmslos aller Versuche illegaler Einreise" umfassen.

Bei dem am Freitag geplanten Gesetzentwurf müsste wegen der Verlagerung von Länderbefugnissen auf die Bundespolizei auch der Bundesrat zustimmen. Er würde in der Länderkammer voraussichtlich erst am 21. März behandelt und damit nach der Wahl.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Rund 1500 Aktionen bei landesweitem Protesttag in Frankreich geplant

In Frankreich wollten am Samstag erneut zehntausende Menschen bei einem landesweiten Protesttag gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände an Schulen demonstrieren. Im westfranzösischen Rennes errichteten Demonstranten bereits am frühen Morgen Blockaden aus Mülltonnen und Paletten um ein Einkaufszentrum, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Allein für den Großraum Paris rechnete die Polizei mit 40.000 Protestierenden, landesweit mit weiteren 150.000. Befürchtet wurden Ausschreitungen wie bei den Schülerprotesten der vergangenen Wochen.

Unionsfraktionschef Frei warnt SPD vor Aufschnüren des Rentenpakets

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Thorsten Frei (CDU), hat die SPD davor gewarnt, Teile der geplanten Rentenreform wieder infrage zu stellen. "Die Ergebnisse der Alterssicherungskommission wurden vom Koalitionsausschuss als Gesamtpaket übernommen und bestätigt. So müssen wir sie auch umsetzen", sagte Frei dem "Kölner Stadt-Anzeiger" vom Samstag. "Wir dürfen das Paket nicht aufschnüren, sondern sollten jetzt entschlossen handeln.“

Trump setzt geplante Sanktionen gegen Russland per Dekret aus

Eine Woche nach Abschluss eines umstrittenen Diesel-Deals mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump geplante Sanktionen gegen Russland vorerst gestoppt. Per Dekret setzte er am Freitag (Ortszeit) ein im vergangenen Monat beschlossenes Sanktionspaket aus, das sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor richtete. Trump begründete das Vorgehen mit dem nationalen Interesse der USA. Indes wurden bei Angriffen auf die ukrainischen Städte Cherson und Saporischschja zahlreiche Menschen getötet.

Trump setzt vom US-Kongress beschlossenes Sanktionspaket gegen Russland aus

Eine Woche nach dem Diesel-Deal mit Moskau hat US-Präsident Donald Trump die Anwendung verschärfter Sanktionen gegen Russland vorerst gestoppt. Per Dekret setzte er am Freitag (Ortszeit) ein im September beschlossenes Sanktionspaket aus, das sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor richtete.

Textgröße ändern: