Deutsche Tageszeitung - Scholz fordert Merz zu Unterstützung von EU-Asyl-Gesetz im Bundestag auf

Scholz fordert Merz zu Unterstützung von EU-Asyl-Gesetz im Bundestag auf


Scholz fordert Merz zu Unterstützung von EU-Asyl-Gesetz im Bundestag auf
Scholz fordert Merz zu Unterstützung von EU-Asyl-Gesetz im Bundestag auf / Foto: © AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Unions-Herausforderer Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, in der kommenden Woche im Bundestag die Umsetzung des europäischen Asylreform zu unterstützen. "Damit würden die Außengrenzen Europas besser geschützt", sagte Scholz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Samstag. Zudem seien "mehr Asylverfahren an den Grenzen" sowie die "Registrierung und solidarische Verteilung der Flüchtlinge auf die Staaten der EU" vorgesehen.

Textgröße ändern:

Das Ampel-Kabinett hatte den Gesetzentwurf zur Umsetzung der Pläne für das Gemeinsame Europäische Asylsystem (Geas) kurz vor dem Bruch der Regierung beschlossen. Zu einer Verabschiedung im Parlament kam es jedoch nicht. Der Bundestag kommt am Montag und Dienstag zu seinen letzten beiden Sitzungstagen vor der Bundestagswahl am 23. Februar zusammen.

Scholz sagte, der Union gehe es darum, die irreguläre Migration nach Deutschland zu begrenzen. Und darum gehe es auch bei der Umsetzung der EU-Asylreform, die bisher aber von CDU und CSU im Bundestag blockiert werde. Diese würde es ermöglichen, dass "wir die, die ihr Asylverfahren in einem anderen EU-Land durchführen müssen, dorthin zurückschicken."

Die Union hat mehrfach betont, sie sehe bei der Umsetzung der Geas-Reform keinen Zeitdruck. Denn diese verpflichtet die EU-Länder, die neuen Vorschriften erst bis Mitte 2026 in nationales Recht zu überführen.

Merz hatte seinerseits nach den Gewalttaten von Aschaffenburg und Magdeburg versucht, eine Verschärfung der Migrationspolitik im Bundestag durchzusetzen. Trotz massiver Kritik nahm er dabei die Unterstützung durch die AfD in Kauf, um eine Mehrheit zu erlangen. Ein Antrag dazu wurde so angenommen, ein Gesetzentwurf scheiterte jedoch, weil eine Reihe von Abgeordneten aus Union und FDP der Abstimmung fernblieben.

Der Gesetzentwurf hatte unter anderem einen Stopp des Familiennachzugs für sogenannte subsidiär Schutzberechtigte vorgesehen, also Menschen, die kein Asyl erhalten haben, aber aus anderen Gründen vorerst in Deutschland bleiben dürfen. Auf die Frage, ob er für einen Kompromiss mit der Union zur Verabschiedung blockierter Gesetze im Migrationsbereich einer Aussetzung des Familiennachzugs zustimmen würde, ging Scholz in dem RND-Interview nicht ein.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Ukraine-Krieg: Merz telefoniert mit Selenskyj

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Montag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Dieser habe Merz über die massiven russischen Luftangriffe auf zivile Ziele und die ukrainische Energieinfrastruktur am vergangenen Wochenende informiert, erklärte das Kanzleramt. Der Bundeskanzler bekräftigte demnach "die Solidarität Deutschlands mit den Ukrainerinnen und Ukrainern".

Vorfall in Fairford: USA und Verbündete verurteilen "gewaltsame Angriffe" des Iran

Nach dem Zwischenfall auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt Ende September haben die USA und ihre Verbündeten, darunter auch Deutschland, "auf das Schärfste Irans Einsatz gewaltsamer Angriffe" verurteilt. Dabei gehe es um "Taten tödlicher Anschlagsplanung, Brandstiftung, Sabotage, Cyberangriffe und andere hybride Aktivitäten gegen uns und unsere Partner", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Montag vom US-Außenministerium veröffentlicht wurde.

Oberstes Gericht bestätigt Aussetzung von Wahlrecht für bestimmte Auslands-Spanier

Wenige Wochen vor den Neuwahlen in Spanien hält der Oberste Gerichtshof an der Aussetzung des Wahlrechts für zahlreiche außerhalb Spaniens lebende Wähler fest. Nach einer Beschwerde bekräftigten die Richter am Montag, dass bestimmte unter dem sogenannten Enkelgesetz eingebürgerte Spanier nur wählen dürfen, falls sie nachweisen können, dass ihre Angehörigen tatsächlich vor dem Bürgerkrieg (1936–1939) und der Franco-Diktatur (1939–1975) geflohen sind.

London: Teheran "fast sicher" für Vorfall an Luftwaffenstützpunkt verantwortlich

Nach Aussage des britischen Premierministers Andy Burnham ist es "fast sicher", dass die iranischen Revolutionsgarden hinter den verdächtigen Aktivitäten an einem auch von den USA genutzten britischen Militärstützpunkt im Südwesten Englands stehen. "Ich kann unsere Einschätzung bestätigen, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit im Iran koordiniert wurde, fast sicher unter der Leitung der Islamischen Revolutionsgarde Irans", sagte Burnham am Montag im Parlament in London.

Textgröße ändern: