Deutsche Tageszeitung - Merz: Ukraine-Verhandlungen ohne Kiew "absolut inakzeptabel"

Merz: Ukraine-Verhandlungen ohne Kiew "absolut inakzeptabel"


Merz: Ukraine-Verhandlungen ohne Kiew "absolut inakzeptabel"
Merz: Ukraine-Verhandlungen ohne Kiew "absolut inakzeptabel" / Foto: © AFP

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat mit Nachdruck eine Beteiligung der Ukraine und Europas an den Verhandlungen über ein Ende des Krieges gefordert. Es sei "absolut inakzeptabel", dass Russland und die USA "ohne die Ukraine und die Europäer am Tisch verhandeln", sagte Merz am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz in einer auf Englisch geführten Diskussionsveranstaltung. Die Ukrainer müssten mit am Tisch sitzen "und wir als Europäer müssen sie nachdrücklich unterstützen", verdeutlichte er.

Textgröße ändern:

Merz sagte, es müsse alles getan werden, um die Ukraine in eine Position der Stärke zu bringen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch ein Telefonat mit Putin geführt, ohne dies vorher mit den Verbündeten in Europa oder der Ukraine abzustimmen. Danach erklärte Trump, er habe mit dem Kreml-Chef einen "unverzüglichen" Beginn von Verhandlungen über die Zukunft der Ukraine vereinbart.

Dies weckte bei westlichen Verbündeten die Befürchtung, die Ukraine wie auch die europäischen Partner würden von den Ukraine-Gesprächen ausgeschlossen. Später stellte die US-Regierung klar, dass Kiew an den Gesprächen beteiligt werden solle.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte später eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine als Ergebnis von Verhandlungen zum Ukraine-Krieg ausgeschlossen.

Merz sprach sich dagegen aus, die Nato-Mitgliedschaft der Ukraine vor Verhandlungen mit Russland "vom Tisch zu nehmen". Es gebe einen Entschluss der Nato-Mitglieder, der Ukraine die Mitgliedschaft zu ermöglichen. "Es zu ändern, könnte eine Option sein, aber das ist nicht etwas, was ein Nato-Mitglied allein zu entscheiden hat", verdeutlichte der Unions-Kanzlerkandidat.

Merz sprach sich auch erneut für die Lieferung deutscher Taurus-Marschflugkörper an die Ukraine aus. "Wir sollten diese Lieferung vornehmen, wir sollten bereit sein", sagte er, "aber nur, wenn wir uns mit den europäischen Partnern einig sind". Die amtierende Bundesregierung, allen voran Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), hat die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern bisher stets ausgeschlossen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Ilse Aigner widerspricht Pessimisten: "Unser Land ist kein Problemfall"

Die als mögliche erste Bundespräsidentin gehandelte bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat vor zu viel Pessimismus in Deutschland gewarnt. "Unser Land hat Probleme. Aber unser Land ist kein Problemfall", schrieb Aigner in einem Gastbeitrag für die "Bild am Sonntag". Deutschland habe eine Zukunft, "und die sollten wir uns von niemandem nehmen lassen".

Anthropics KI-Modell Claude gibt US-Polizei falschen Hinweis zu Mordfall

Eine Künstliche Intelligenz (KI) des Unternehmens Anthropic hat der US-Polizei einen falschen Hinweis zu einem Mordfall gegeben. Der gefälschte Tipp sei im Juli auf der Website PhillyUnsolvedMurders.com eingegangen, berichtete die Polizei in Philadelphia am Freitag (Ortszeit). Die Behörde warf Anthropic vor, sie erst mit zwei Monaten Verspätung über den Vorfall informiert zu haben.

Ex-CSU-Chef Seehofer kritisiert Merz: "Massiver Glaubwürdigkeitsverlust"

Ex-CSU-Chef Horst Seehofer hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen "massiven Glaubwürdigkeitsverlust" bescheinigt und dringt auf eine Kurskorrektur. Das Sofortprogramm von CDU und CSU habe an erster Stelle eine Senkung der Stromsteuer für alle versprochen – "passiert ist nichts", sagte der frühere bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag. "Friedrich Merz hat durch den Bruch von Wahlversprechen einen massiven Glaubwürdigkeitsverlust erlitten."

Mecklenburg-Vorpommern: Rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen starten am Montag

Grünes Licht für rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern: Nach SPD und Linken haben am Wochenende auch die Grünen der Aufnahme von Gesprächen zur Regierungsbildung zugestimmt. Ein kleiner Landesparteitag in Rostock votierte am Samstag nach Angaben eines Parteisprechers einstimmig für Koalitionsverhandlungen. Diese sollen nach SPD-Angaben am Montag in Schwerin beginnen.

Textgröße ändern: