Deutsche Tageszeitung - Habeck schließt Koalition mit SPD und Linken nicht aus

Habeck schließt Koalition mit SPD und Linken nicht aus


Habeck schließt Koalition mit SPD und Linken nicht aus
Habeck schließt Koalition mit SPD und Linken nicht aus / Foto: © POOL/AFP

Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck kann sich ein Bündnis mit der SPD und der Linken vorstellen. Den Sendern RTL und ntv sagte er nach Angaben vom Donnerstag, dass er eine rot-rot-grüne Koalition "natürlich nicht" ausschließen würde. Der Vizekanzler und Wirtschaftsminister sieht demnach große Ähnlichkeit mit den Interessen der Linken. Der Unterschied sei, dass die Grünen als aktueller Teil der rot-grünen Minderheitsregierung keinen rigiden Oppositionskurs fahren könnten.

Textgröße ändern:

"Die Linke sagt, nie reden wir mit der Union. Und das verbietet sich aus meiner Sicht für uns", sagte Habeck den Sendern weiter. Er freue sich aber "im gewissen Sinne, dass die Linke im Bundestag dabei ist". Der Grünen-Politiker betonte: "Ich halte das für wichtig, aber da kann man nicht stehen bleiben."

Die Bürgerrinnen und Bürger müssten sich auf den letzten Metern überlegen, ob sie nur eine laute Opposition für Klimaschutz, für Demokratie, gegen Rechtsradikalismus, für humane Flüchtlingspolitik haben wollen, oder ob dies auch in Machtoptionen umgesetzt werden sollten. Das sei das Angebot der Grünen, so Habeck.

Verantwortlich für die guten Umfrageergebnisse der Linken - aktuell werden meist sechs bis sieben Prozent prognostiziert - ist laut Habeck Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU). Dieser sei dafür verantwortlich, "dass die Linke jetzt wächst".

Habeck machte gegenüber den Sendern zugleich die Einhaltung der Klimaschutzziele zur Bedingung für eine Regierungsbeteiligung der Grünen. "Wir werden natürlich nicht in eine Regierung gehen, wo wir die Klimaschutzziele nicht einhalten können", sagte er. Dafür müsse vor allem im Verkehrsbereich nachgeschärft werden.

Die Union führt in den Umfragen zur Bundestagswahl am Sonntag mit 30 bis 32 Prozent mit großem Abstand. Dahinter folgt die AfD mit 20 bis 21 Prozent. Die SPD wird zumeist bei 15 bis 16 Prozent gesehen, die Grünen bei 13 bis 14 Prozent.

Ein rot-rot-grünes Regierungsbündnis mit Mehrheit ist demnach sehr unwahrscheinlich. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schloss zudem Koalitionen mit der Linken und auch dem BSW bereits aus. Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen", sagte er am Mittwoch im TV-Duell von "Bild" und Welt TV.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Rund 2000 Teilnehmer bei pro-palästinensischer Kundgebung in Berlin

In Berlin haben sich am Samstagnachmittag zahlreiche Demonstranten zu einer pro-palästinensischen Kundgebung versammelt. Ein Polizeisprecher nannte auf AFP-Anfrage die Zahl von rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie versammelten sich am Spreebogen im Regierungsviertel und wollten zum Alexanderplatz im Bezirk Mitte ziehen. Die Polizei war wegen dieser und weiterer Kundgebungen in der Hauptstadt mit einem Großaufgebot von 1400 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

"Schande für das Land": Forderungen nach Parteiausschluss von Altkanzler Schröder

Nach dem Besuch von Gerhard Schröder bei Kreml-Chef Wladimir Putin drängen Politiker von SPD und Grünen die Sozialdemokraten zum Parteiausschluss des Altkanzlers. Neben den SPD-Landesvorsitzenden aus Bayern und Baden-Württemberg forderte auch Grünen-Ko-Chefin Franziska Brantner einen solchen Schritt. Putin hatte Schröder am Mittwoch an seinem 74. Geburtstag bei sich zu Hause empfangen.

Mecklenburg-Vorpommern: Grünes Licht für rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen

Grünes Licht für rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern: Nach SPD und Linken haben am Samstag auch die Grünen der Aufnahme von Gesprächen zur Regierungsbildung zugestimmt. Ein kleiner Landesparteitag in Rostock votierte nach Angaben eines Parteisprechers einstimmig für Koalitionsverhandlungen. Diese sollen nach SPD-Angaben am Montag in Schwerin beginnen.

Indische Behörden gehen massiv gegen "Kakerlaken"-Protestbewegung vor

Tausende Polizisten in den Straßen, das Internet blockiert und zahlreiche Festnahmen: In der indischen Hauptstadt Neu Delhi sind die Behörden massiv gegen Proteste der sogenannten Kakerlakenbewegung (CJP) vorgegangen. Ihr Gründer Abhijeet Dipke wurde nach Angaben der CJP gemeinsam mit zwei führenden Mitstreitern am Samstag bei der Ankunft am Flughafen von Neu Delhi festgenommen. Die Bewegung hatte zu Massenprotesten aufgerufen, um den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission zu erreichen.

Textgröße ändern: