Deutsche Tageszeitung - Putin: 1075 Menschen im vergangenen Jahr in Russland wegen "Terrorismus" verurteilt

Putin: 1075 Menschen im vergangenen Jahr in Russland wegen "Terrorismus" verurteilt


Putin: 1075 Menschen im vergangenen Jahr in Russland wegen "Terrorismus" verurteilt
Putin: 1075 Menschen im vergangenen Jahr in Russland wegen "Terrorismus" verurteilt / Foto: © POOL/AFP

Russische Militärgerichte haben nach Angaben von Kreml-Chef Wladimir Putin mehr im vergangenen Jahr als tausend Menschen wegen "Terrorismus" verurteilt. "Rund 950 solcher Fälle wurden untersucht, 1075 Menschen wurden verurteilt", sagte Putin am Donnerstag in einer Rede vor hochrangigen russischen Richtern. In Russland werden regelmäßig Gegner der Offensive in der Ukraine oder gefangengenommene ukrainische Soldaten wegen Hochverrat und Terrorismus verurteilt.

Textgröße ändern:

Laut der Menschenrechtsorganisation OWD-Info wurden in Russland 1184 Menschen wegen ihres Widerstands gegen die Ukraine-Offensive strafrechtlich verfolgt. Nach Angaben der Organisation Memorial sitzen derzeit mindestens 868 Menschen aus politische Gründen in russischen Gefängnissen.

Nach dem Anschlag auf eine Konzerthalle in Moskau im März 2024 mit 145 Toten, zu dem sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat bekannte, hat Russland auch sein Vorgehen gegen mutmaßlich dschihadistische Terrorzellen verschärft.

In besetzten Gebieten im Osten der Ukraine habe Russland hundert Gerichte eingesetzt und 570 Richter berufen, erklärte Putin. "Sie sind komplett in das vereinte russische Justizsystem integriert", sagte die Vorsitzende des russischen Obersten Gerichts, Irina Podnosowa, zu Putin.

Über die von russischen Gerichten verurteilten Ukrainer in den vier von Moskau annektierten ukrainischen Regionen ist wenig bekannt. Im Jahr 2022 hatte Russland die Regionen Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja annektiert. Die Ukraine wirft Russland vor, Gegner der Besatzungskräfte in den Regionen festzunehmen.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Kulturstaatsminister warnt SPD-Chefs wegen Berliner Sondierungen zu Rot-Rot-Grün

Im Streit um die Koalitionssondierungen zwischen Linkspartei, Grünen und SPD in Berlin warnt mit Wolfram Weimer (CDU) nun erstmals ein Kabinettsmitglied der Union die SPD-Chefs Lars Klingbeil und Bärbel Bas vor Konsequenzen auf Bundesebene. "Wenn die SPD-Parteivorsitzenden ein Linksbündnis in Berlin nicht sofort und eindeutig unterbinden, dann wäre das ein Misstrauensvotum gegen unsere Koalition, sagte der Kulturstaatsminister der "Bild"-Zeitung am Samstag.

Brand auf Schulgelände in Hessen - Polizei vermutet Anschlag auf Ukraine-Hilfe

Nach einem Brand auf einem Schulgelände in Hessen vermuten die Ermittler einen Anschlag auf Hilfsgüter für die Ukraine. Die Ermittler gingen aufgrund der Spurenlage davon aus, dass die Täter den Brand im Frankfurter Stadtteil Dornbusch vorsätzlich gelegt haben, teilte die Polizei am Samstag in Frankfurt mit. Da in dem betroffenen Gebäudeteil Sachspenden und Hilfsgüter für die Ukraine gelagert waren, wurde das Staatsschutzkommissariat eingeschaltet.

CDU-Generalsekretärin Hoppermann dämpft Erwartungen an CDU-Präsidiumsklausur

Vor der CDU-Präsidiumsklausur hat Partei-Generalsekretärin Franziska Hoppermann die Erwartungen an das Treffen gedämpft. Von dem Treffen werde "keine 'Silver Bullet'" ausgehen, "die alle Probleme über Nacht wegzaubert", sagte Hoppermann der "Augsburger Allgemeinen" vom Samstag. Nach den jüngsten Wahlschlappen steht die Partei unter einem hohen Erwartungsdruck. In der CDU umstritten ist weiter der Umgang mit der AfD.

Grünen-Chefin fordert SPD zu Parteiausschluss von Altkanzler Schröder auf

Nach dem Geburtstagsbesuch von Gerhard Schröder bei Kreml-Chef Wladimir Putin drängt die Grünen-Ko-Vorsitzende Franziska Brantner die SPD zu einem Parteiausschluss des Altkanzlers. 2022 sei ein Parteiausschluss noch gescheitert, sagte Brantner der Online-Ausgabe des "Tagesspiegels". Seitdem habe sich die Lage verschärft: "Russland greift mit hybriden Angriffen inzwischen sogar uns in Deutschland an. Schröder hat daraus nichts gelernt. Ein neues Verfahren gehört auf den Tisch."

Textgröße ändern: