Deutsche Tageszeitung - Weidel fordert zwei Jahre Wehrpflicht - Lindner: "gewaltiger Freiheitseingriff"

Weidel fordert zwei Jahre Wehrpflicht - Lindner: "gewaltiger Freiheitseingriff"


Weidel fordert zwei Jahre Wehrpflicht - Lindner: "gewaltiger Freiheitseingriff"
Weidel fordert zwei Jahre Wehrpflicht - Lindner: "gewaltiger Freiheitseingriff" / Foto: © POOL/AFP

AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel hat in der letzten großen TV-Debatte von ARD und ZDF vor der Bundestagswahl eine zweijährige Wehrpflicht in Deutschland gefordert. "Wir müssen unsere Bundeswehr auf den Prüfstand stellen, um unsere Verteidigungsfähigkeit wiederherzustellen", ergänzte Weidel dazu am Donnerstagabend in der "Schlussrunde" der Spitzenkandidierenden und anderer Parteivertreter. An Weidels Äußerung schloss sich eine hitzige Debatte über einen Wehr- oder Pflichtdienst an.

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FDP-Spitzenkandidat Lindner warnte vor einem "gewaltigen Freiheitseingriff", den eine zweijährige Wehrpflicht für junge Menschen bedeute. Dieser halte Menschen zudem von Ausbildung und Erwerbstätigkeit ab.

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann forderte, dass junge Menschen nach der Schulzeit ein Jahr lang zu einer Dienstpflicht herangezogen werden. Es brauche aber dabei "so viele Optionen, dass es sogar Freude bereitet". Linnemann nannte etwa das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr als Alternativen zum klassischen Bundeswehr-Dienst. Die Dienstpflicht sei "für den Zusammenhalt in der Gesellschaft essenziell". Dafür brauche es aber "einen gesellschaftlichen Konsens in Deutschland".

Grünen-Außenministerin Annalena Baerbock äußerte "große Sympathien für ein freiwilliges Deutschlandjahr, um den Zusammenhalt in Deutschland zu sichern". Dieses müsse aber für alle möglich sein, etwa auch für ältere Arbeitnehmer, die ein Sabbatjahr planen.

Der Linken-Spitzenkandidat Jan van Aken kritisierte "diese ganze Pflichtjahr-Debatte" als "verlogen". Viele junge Menschen wollten jetzt schon ein freiwilliges soziales Jahr machen, doch die staatlichen Gelder reichten dafür nicht aus. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht nannte im Zusammenhang mit der Wehrpflicht die "Kriegstüchtigkeits-Debatte" als "Wahnsinn".

(P.Tomczyk--DTZ)

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