Deutsche Tageszeitung - Über 300.000 Menschen fordern Habeck in Petition zu Verbleib in Politik auf

Über 300.000 Menschen fordern Habeck in Petition zu Verbleib in Politik auf


Über 300.000 Menschen fordern Habeck in Petition zu Verbleib in Politik auf
Über 300.000 Menschen fordern Habeck in Petition zu Verbleib in Politik auf / Foto: © AFP

Mehr als 300.000 Menschen haben Grünen-Kanzlerkandidat Robert Habeck aufgefordert, sich nicht aus der Politik zurückzuziehen. "Wir verstehen, dass die letzten Wochen auch von dir viel gefordert haben", heißt es in einer Online-Petition auf der Kampagnen-Plattform weact von Campact. "Trotzdem wenden wir uns an dich, da wir überzeugt sind, dass Deutschland, Europa und die Welt dich brauchen. Gerade in der aktuellen Zeit ist Rückzug und Nachgeben keine Option."

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Die Petition mit dem Titel "Offener Brief an Robert Habeck" wurde am Dienstag gestartet und bis Mittwochnachmittag bereits von über 306.000 Menschen unterstützt. "Du bist für viele ein Hoffnungsträger", heißt es darin. "Und Hoffnungsträger dürfen nicht gehen, wenn sie am meisten gebraucht werden, sondern müssen Führung und Verantwortung übernehmen."

Grünen-Kanzlerkandidat Habeck hatte am Montag bekannt gegeben, bei den Grünen vorerst keine Führungsposition mehr wahrnehmen zu wollen. "Ich werde keine führende Rolle in den Personaltableaus der Grünen mehr anstreben", betonte er. Habeck, aktuell noch Vizekanzler und Wirtschaftsminister, wurde aber erneut in den Bundestag gewählt. Der Grünen-Spitzenkandidat ließ offen, ob er sein Mandat wahrnehmen wird.

Der Verfasser des offenen Briefs, das Berliner Grünen-Mitglied Konstantin Kugler, sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Mit der Petition möchte ich zuallererst den hunderttausenden Menschen in Deutschland eine Stimme geben, die Robert Habeck als Mensch und Führungspersönlichkeit ihre Unterstützung, ihren Dank oder ihre Anerkennung aussprechen wollen." Er halte Habeck "für einen der besten Politiker der aktuellen Zeit", sagte Kugler.

Auch Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) sprach sich dafür aus, dass Habeck weiter Verantwortung bei den Grünen ausübt. "Er ist ein Sympathieträger, viele der neuen Mitglieder sind wegen ihm eingetreten", sagte Özdemir dem Portal Table.Briefings. Als Bundesvorsitzender habe Habeck „eine ganz wichtige Rolle dabei gespielt, die Grünen zu öffnen".

Özdemir kündigte an, Habeck beim Landtagswahlkampf in Baden-Württemberg einzusetzen, wo er als Spitzenkandidat antreten will. Der derzeitige baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte Habecks ebenfalls bedauert und ihn am Dienstag in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gebeten, er möge zumindest "die Türe für eine Rückkehr in die Politik einen Spalt weit offen" lassen.

Die Grünen kamen bei der Bundestagswahl auf 11,6 Prozent der Stimmen - 3,1 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2021. Sie verloren damit zwar deutlich weniger stark als ihre früheren Ampel-Partner FDP und SPD. Bei der Regierungsbildung dürften die Grünen allerdings keine Rolle spielen: CDU-Chef Friedrich Merz strebt eine Koalition mit der SPD an.

(P.Hansen--DTZ)

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