Deutsche Tageszeitung - Erneut vier tote Geiseln von Hamas an Israel übergeben

Erneut vier tote Geiseln von Hamas an Israel übergeben


Erneut vier tote Geiseln von Hamas an Israel übergeben
Erneut vier tote Geiseln von Hamas an Israel übergeben / Foto: © AFP

Die radikalislamische Hamas hat im Rahmen des Waffenruhe-Abkommens erneut vier tote Geiseln an Israel übergeben. Drei der zurückgebrachten Geiseln seien während der Gefangenschaft im Gazastreifen "ermordet" worden, erklärte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag. In Israel wurde zuvor die Identität der vier Leichen bestätigt. Im Gegenzug kamen auch wieder hunderte palästinensische Häftlinge frei. Die Hamas forderte indes den Beginn von Verhandlungen über eine zweite Phase des Waffenruhe-Abkommens.

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Auf Grundlage "der uns vorliegenden Informationen und Erkenntnisse" seien Ohad Jahalomi, Tsachi Idan und Itzik Elgarat "während ihrer Gefangenschaft in Gaza ermordet" worden, hieß es von Netanjahus Büro. Die vierte Leiche, die in der Nacht zurückgegeben wurde, wurde als Schlomo Mansur identifiziert. Israel hatte am 11. Februar bekannt gegeben, dass Mansur bei dem Angriff am 7. Oktober 2023 getötet worden war und seine Leiche in den Gazastreifen gebracht wurde.

Das Forum der Geiselfamilien bestätigte in einer Erklärung die Identität aller vier Geiseln. "Wir haben die Nachricht über die Identifizierung von Schlomo Mansur, Tsachi Idan, Itzhak Elgarat und Ohad Jahalomi (...), die in Israel zur ewigen Ruhe gebettet wurden, mit tiefer Trauer aufgenommen", hieß es. Jahalomi hatte neben dem israelischen Pass auch die französische Staatsbürgerschaft, Elgarat war israelisch-dänischer Staatsbürger.

In der Nacht waren Regierungsangaben zufolge die sterblichen Überreste von vier getöteten Geiseln aus der Gewalt der Hamas in Israel eingetroffen und untersucht worden. Israel habe "die Särge von vier toten Geiseln über das Rote Kreuz erhalten", erklärte das Büro Netanjahus. Anschließend sei "ein vorläufiger Identifizierungsprozess" auf israelischem Boden eingeleitet worden.

Der bewaffnete Arm der Hamas hatte zuvor angekündigt, bis Mittwoch um Mitternacht die Leichen von vier israelischen Geiseln zu übergeben. Israelische Medien veröffentlichten die Namen der vier Menschen. Laut Hamas handelte es sich um die Leichen von vier Menschen, welche die militante Palästinenserorganisation bei ihrem Überfall auf Israel als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt und seitdem dort festgehalten hatte.

Nach der Übergabe der vier Leichen ließ Israel erneut inhaftierte Palästinenser frei. Ein Bus mit freigelassenen Häftlingen verließ in der Nacht zum Donnerstag das israelische Gefängnis Ofer, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah. Anschließend traf er in Ramallah im Westjordanland ein, wo die freigelassenen Palästinenser von einer jubelnden Menschenmenge begrüßt wurden.

Eine Nichtregierungsorganisation, die palästinensische Gefangene vertritt, bestätigte die Freilassung von 596 Häftlingen, erklärte jedoch, weitere 46 - allesamt Frauen und Kinder - müssten noch freigelassen werden, um den Gefangenenaustausch wie vereinbart abzuschließen.

Die Freilassung von mehr als 600 in Israel inhaftierten Palästinensern war ursprünglich bereits für Samstag vorgesehen gewesen. Netanjahu hatte sie jedoch ausgesetzt und dies mit der "demütigenden" Behandlung israelischer Geiseln durch die Hamas bei vorhergegangenen Übergabe begründet. Die Hamas warnte daraufhin, Israel gefährde das gesamte Waffenruhe-Abkommen.

Die Übergabe der Leichen und die Freilassung der palästinensischen Häftlinge erfolgte im Zuge einer seit dem 19. Januar geltenden Waffenruhe im Austausch gegen die Freilassung von als Geiseln verschleppten Menschen im Gazastreifen.

Es war der letzte Austausch im Rahmen der ersten Phase der Waffenruhe, die unter der Vermittlung von Katar, Ägypten und den USA ausgehandelt worden war. Netanjahu verlangte, dass die Übergabe im Gegensatz zu früheren Austauschen "ohne Zeremonien der Hamas" stattfinden sollte.

Die Einigung sieht vor, dass die erste Phase des Abkommens am Samstag endet. Insgesamt sollten in der Phase 33 Geiseln zurückgegeben werden. Die Verhandlungen über den weiteren Verlauf der Waffenruhe sollten eigentlich bereits Anfang Februar beginnen. Die Hamas erklärte nach der Übergabe, sie habe "den Weg der falschen Ausreden des Feindes abgeschnitten" und Israel habe "keine andere Wahl, als die Verhandlungen für die zweite Phase zu beginnen".

(M.Dylatov--DTZ)

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