Deutsche Tageszeitung - Renten steigen im Juli erneut kräftig um 3,74 Prozent

Renten steigen im Juli erneut kräftig um 3,74 Prozent


Renten steigen im Juli erneut kräftig um 3,74 Prozent
Renten steigen im Juli erneut kräftig um 3,74 Prozent / Foto: © AFP/Archiv

Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können auch dieses Jahr wieder mit einer spürbaren Erhöhung ihrer Bezüge rechnen. Zum 1. Juli sollen die Renten bundesweit um 3,74 Prozent steigen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erklärte am Donnerstag: "Die gute Lohnentwicklung führt erneut zu einer Rentenanpassung, die die Kaufkraft der Rentnerinnen und Rentner stärkt." Stabile Renten seien "kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben".

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Mit der Erhöhung ergibt sich laut Ministerium eine Anhebung des sogenannten Rentenwerts von aktuell 39,32 Euro auf 40,79 Euro. Das entspricht einer Rentenerhöhung von 3,74 Prozent. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet die Rentenanpassung den Angaben zufolge einen Anstieg um 66,15 Euro im Monat.

Die Anpassung der Rente erfolgt jedes Jahr auf Grundlage einer feststehenden Rentenanpassungsformel. Grundsätzlich folgt die Anpassung der Entwicklung der Bruttolöhne in Deutschland. Diese lag laut Ministerium bei 3,69 Prozent. Ebenfalls berücksichtigt werden Veränderungen des Beitragssatzes in der Rentenversicherung sowie die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Beitragszahlenden und Rentenbeziehenden. Noch gilt zudem die sogenannte Haltelinie: Das Rentenniveau kann damit nicht unter einen Wert von 48 Prozent des Durchschnittseinkommens fallen.

Minister Heil sagte in der "Süddeutschen Zeitung" zur Begründung der Erhöhung: "Voriges Jahr ist der Arbeitsmarkt trotz aller Krisen stabil geblieben, und es hat ordentliche Lohnabschlüsse gegeben." Die Rentnerinnen und Rentner hätten sich die Erhöhung "verdient".

Wegen der deutlich gestiegenen Löhne hatte es bereits in den vergangenen Jahren ungewöhnlich kräftige Rentenerhöhungen gegeben - höher als die nun angekündigte Anpassung für dieses Jahr. Vergangenes Jahr stiegen die Renten bundesweit um 4,57 Prozent. Im Jahr 2023 waren es 4,39 Prozent im Westen und 5,86 Prozent im Osten. Im Jahr 2022 waren es 5,35 Prozent im Westen und 6,12 Prozent im Osten.

In den Sondierungen zwischen Union und SPD für eine neue Bundesregierung wird es auch um die langfristige Finanzierbarkeit der Rente gehen. Die im vergangenen November zerbrochene Ampel-Regierung hatte vereinbart, das Rentenniveau bis 2039 bei 48 Prozent des Durchschnittseinkommens festzuschreiben. Diese sogenannte Haltelinie läuft dieses Jahr aus. Ohne eine Verlängerung würde das Niveau langfristig unter 45 Prozent sinken.

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt sagte nach Bekanntwerden der Rentenerhöhung der Nachrichtenagentur AFP, Ziel der SPD sei es, die Haltelinie zu verlängern und das Rentenniveau damit langfristig bei mindestens 48 Prozent zu sichern. "Gute Löhne, die aus einer starken Tarifbindung und unserer entschlossenen Arbeitsmarktpolitik resultieren, sind der Garant für die Stabilität der gesetzlichen Rente", betonte Schmidt. "Sie ist der Schlüssel, damit alle, die hart und lange arbeiten, auch gut im Alter davon leben können."

(O.Tatarinov--DTZ)

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