Deutsche Tageszeitung - AfD reicht Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen Bundestags-Sondersitzungen ein

AfD reicht Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen Bundestags-Sondersitzungen ein


AfD reicht Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen Bundestags-Sondersitzungen ein
AfD reicht Klage beim Bundesverfassungsgericht gegen Bundestags-Sondersitzungen ein / Foto: © AFP

Die AfD-Fraktion zieht gegen die geplanten Sondersitzungen des Bundestags zur Verabschiedung des Finanzpakets von Union und SPD vor das Bundesverfassungsgericht. In Karlsruhe werde die Fraktion "im Laufe des Montags eine Organklage nebst Eilantrag" einreichen, teilte diese am Montagmittag mit. "Mit ihrem Eilantrag macht die Fraktion die Verfassungswidrigkeit der Einberufung der Sondersitzungen geltend und beruft sich hier auch auf Rechte des Bundestags selbst."

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Zuvor hatte Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) klar gemacht, dass sie die für den 13. und 18. März geplanten Sondersitzungen nicht absagen werde. An den beiden Tagen soll noch in den bisherigen Mehrheiten über die in den Sondierungen von Union und SPD vereinbarten Grundgesetzänderungen für ein milliardenschweres Finanzprogramm beraten und schließlich abgestimmt werden. Dafür ist eine Zweidrittelmehrheit nötig, die nach der Konstituierung des neuen Bundestags am 25. März nicht mehr ohne Stimmen aus AfD oder Linkspartei möglich ist.

"Die AfD-Fraktion ist davon überzeugt, dass die Bundestagspräsidentin verpflichtet ist, in der aktuellen Situation den neuen Bundestag einzuberufen", teilte die Fraktion mit. "Dies gilt insbesondere, da der Bundespräsident den alten Bundestag aufgelöst hat, und da durch die Einberufung des neugewählten Bundestages, die bereits in der kommenden Woche erfolgen könnte, kein wesentlicher zeitlicher Verzug entstehen würde."

Die AfD moniert zudem, dass nicht wie vorgeschrieben explizit ein Drittel aller Abgeordneten die Sondersitzungen verlangt hätten, sondern lediglich die Fraktionsführungen von Union und SPD. Daraus wolle Bas "rechnerisch ein Drittel ableiten". Wie viele Abgeordnete aber tatsächlich dieses Verlangen geäußert hätten, habe sie nicht geprüft.

Parlamentsgeschäftsführer Stephan Brandner erklärte dazu, Bas ignoriere mit ihrer Entscheidung "den Wählerwillen, der sich bei der Bundestagswahl vor zwei Wochen gezeigt hat, und untergräbt damit weiter das Vertrauen in die parlamentarischen Prozesse". Sowohl "sämtliche juristischen Argumente als auch der gesunde Menschenverstand und die politischen Umstände" sprächen für die Auffassung der AfD-Fraktion, dass Bas den alten Bundestag "allenfalls und ausnahmsweise in besonders eilbedürftigen Notfällen erneut zusammenrufen dürfte".

Derart weitreichende Entscheidungen wie mehrere "hoch umstrittene Änderungen des Grundgesetzes zu beschließen", gehörten nicht dazu, betonte Brandner. "Solche Entscheidungen kann und darf nur der neugewählte Bundestag treffen." Zuvor hatten bereits mehrere AfD-Abgeordnete Eilantrag beim Bundesverfassungsgericht gegen die geplanten Sondersitzungen eingereicht.

Rechtlich geregelt sind Sondersitzungen in der Übergangszeit im Grundgesetz: Artikel 39 definiert als Ende einer Wahlperiode die Zusammensetzung des neuen Parlaments. Dieser Passus wurde 1976 explizit ergänzt: Die Zusammensetzung findet spätestens am 30. Tag nach der Wahl statt. Diesmal ist die konstituierende Sitzung des neu gewählten Bundestags für den 25. März eingeplant.

(V.Sørensen--DTZ)

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