Deutsche Tageszeitung - US-Präsident Trump und Kremlchef Putin wollen am Dienstag über Ukraine sprechen

US-Präsident Trump und Kremlchef Putin wollen am Dienstag über Ukraine sprechen


US-Präsident Trump und Kremlchef Putin wollen am Dienstag über Ukraine sprechen
US-Präsident Trump und Kremlchef Putin wollen am Dienstag über Ukraine sprechen / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine wollen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin am Dienstag miteinander telefonieren. Bei dem Gespräch solle es um die Beendigung des Kriegs in der Ukraine gehen, kündigte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) an. Der Kreml bestätigte Vorbereitungen für das Telefonat der beiden Staatschefs, äußerte sich jedoch nicht zum Inhalt. Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend.

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Trump zufolge laufen bereits Diskussionen über "die Aufteilung bestimmter Vermögenswerte" in der Ukraine. "Ich denke, wir werden über Land sprechen (...) wir werden über Kraftwerke sprechen", führte der US-Präsident am Sonntagabend (Ortszeit) vor Journalisten an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One aus. Viel Arbeit sei bereits geleistet und vieles von beiden Seiten - Russland und der Ukraine - besprochen worden, sagte Trump.

Aus dem Kreml hieß es am Montag, dass ein Gespräch zwischen Putin und Trump "in Vorbereitung" sei. Über konkrete Inhalte machte Kremlsprecher Dmitri Peskow jedoch keine Angaben.

Die beiden Staatschefs hatten kurz nach Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ein erstes offizielles Telefonat geführt. Trump brach damit mit einer vom Westen umgesetzten Isolation Moskaus wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und stellte drei Jahre nach Kriegsbeginn eine Wiederbelebung der amerikanisch-russischen Beziehungen in Aussicht.

Die Bundesregierung zeigte sich am Montag weitgehend unbeeindruckt von dem angekündigten Telefonat zwischen Trump und Putin. Dass Trump mit Putin spreche wolle, habe der US-Präsident in den vergangenen Wochen immer wieder deutlich gezeigt, "insofern ist es keine Überraschung, dass es jetzt voraussichtlich morgen der Fall sein wird", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit.

In die Bemühungen um eine Waffenruhe in der Ukraine war Bewegung gekommen, nachdem die Ukraine bei Gesprächen mit den USA in Saudi-Arabien einem US-Vorschlag für eine 30-tägige Feuerpause zugestimmt hatte. Die USA nahmen daraufhin ihre zwischenzeitlich ausgesetzte Militärhilfe für die Ukraine wieder auf.

Russland reagierte zunächst reserviert auf den Vorschlag und stellte Bedingungen. Zwar befürworte Putin die Idee einer Waffenruhe, es müssten jedoch noch "ernste Fragen" über die Umsetzung geklärt werden, sagte der Kremlchef. Darüber wolle er mit Trump sprechen.

Nach einem Besuch des US-Sondergesandten Steve Witkoff in der vergangenen Woche in Moskau kamen aus Washington optimistische Töne: Er rechne mit einem "wirklich guten und positiven Gespräch" der beiden Präsidenten in dieser Woche, sagte Witkoff im US-Sender CNN. Trump erwarte "in den nächsten Wochen wirklich eine Art von Vereinbarung".

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Putin vor, den Krieg nicht wirklich beenden zu wollen. Russland wolle "zuerst seine Situation auf dem Schlachtfeld verbessern", bevor es einer Waffenruhe zustimme, hatte er gesagt.

Hoffnungsvoll äußerte sich die 35-jährige Jekaterina Panowa aus der russischen Region Kursk, die teilweise von der Ukraine besetzt ist: "Wir wünschen uns wirklich, dass Amerika irgendwie Einfluss auf die Freundschaft zwischen Russland und der Ukraine nimmt", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Sowohl Russen als auch Ukrainer seien Slawen, "es ist einfach eine Art Brudermord, der hier stattfindet."

Bislang stellt Russland Maximalforderung für ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine. Unter anderem soll Kiew auf einen Nato-Beitritt verzichten und einer Abtretung von fünf durch Russland besetzte Gebiete zustimmen. Die Ukraine weist die Gebietsansprüche zurück und besteht ihrerseits auf Sicherheitsgarantien sowie auf Friedenstruppen des Westens zur Absicherung einer Waffenruhe.

Unter anderem wegen der Sicherheitsgarantien war es Ende Februar zwischen Selenskyj und Trump zu einem beispiellosen Eklat vor laufenden Kameras im Weißen Haus gekommen. Der US-Präsident warf Selenskyj mangelnde Dankbarkeit und Respektlosigkeit vor. Ein kurz vor dem Abschluss stehendes Rohstoffabkommen beider Länder wurde auf Eis gelegt.

In den vergangenen Wochen hatten sich Washington und Kiew allerdings wieder angenähert: Die US-Militärhilfe wurde nach der Zustimmung der Ukraine zu einer 30-tägigen Waffenruhe wieder aufgenommen, die ukrainische Seite erklärte sich zudem zu erneuten Verhandlungen über das Rohstoffabkommen bereit. Dieses sieht eine gemeinsame Förderung von Rohstoffen auf ukrainischem Gebiet durch die USA und die Ukraine vor, deren Einnahmen in einen gemeinsamen Fonds fließen sollen. Trump erachtet das Abkommen vor allem als eine Gegenleistung für von Washington bereits geleisteter Militärhilfe.

Sowohl Russland als auch die Ukraine setzten am Montag ihre Kämpfe fort. Russland griff das Nachbarland in der Nacht laut ukrainischer Luftwaffe mit knapp 200 Drohnen an. In der südukrainischen Region Odessa kam es in der Folge zu Stromausfällen, zudem wurden laut Gouverneur Oleh Kiper ein Mensch verletzt und Gebäude beschädigt. Die russische Armee meldete zudem die Einnahme einer Ortschaft in der Region Saporischschja.

Die Ukraine griff ihrerseits den Süden Russlands mit Drohnen an. Laut örtlichen Behörden brach in einer Ölraffinerie ein Feuer aus. Ein Mensch musste demnach im Krankenhaus behandelt werden.

(W.Uljanov--DTZ)

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