Deutsche Tageszeitung - Verteidigungspolitiker von Union und SPD für mehr Rüstungskäufe in Europa

Verteidigungspolitiker von Union und SPD für mehr Rüstungskäufe in Europa


Verteidigungspolitiker von Union und SPD für mehr Rüstungskäufe in Europa
Verteidigungspolitiker von Union und SPD für mehr Rüstungskäufe in Europa / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Angesichts der Zweifel an der Verlässlichkeit von US-Präsident Donald Trump haben sich Vertreter aus Union und SPD für Rüstungseinkäufe in Europa statt in den USA ausgesprochen. "Es muss zukünftig verstärkt darauf geachtet werden, in Deutschland beziehungsweise Europa einzukaufen, auch wenn wir dann nicht die amerikanischen Fähigkeiten zu 100 Prozent erreichen", sagte der SPD-Verteidigungshaushälter Andreas Schwarz den Zeitungen der Mediengruppe Bayern (Donnerstagsausgaben).

Textgröße ändern:

"Lieber 80 Prozent, die funktionieren, anstatt 100 Prozent, die dann doch nicht zur Verfügung stehen, weil Trump den Stecker zieht", sagte der SPD-Abgeordnete.

Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete und Verteidigungspolitiker Reinhard Brandl setzt auf mehr Aufträge für europäische Rüstungsfirmen. "Wir müssen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bereich Sicherheit und Verteidigung souveräner werden und damit auch wieder vermehrt Aufträge an nationale und europäische Hauptauftragnehmer vergeben", sagte er.

Zudem forderte Brandl eine bessere Einbindung europäischer Unternehmen, falls doch im Ausland gekauft werden muss: "Erweist sich die Vergabe großer Aufträge ins außereuropäische Ausland aufgrund der Marktlage dennoch als unvermeidbar, müssen wir dafür sorgen, dass die nationale Sicherheits- und Verteidigungsindustrie entlang ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten stärker als bisher eingebunden wird."

Auch Grünen-Chefin Franziska Brantner sprach sich für einen stärkeren Fokus auf Europa aus: "Ich hoffe, dass wir nicht nur amerikanisch 'von der Stange' kaufen, auch wenn wir in manchen Bereichen keine Alternative haben", sagte sie. "Wir müssen Verteidigung europäisch denken, besser und schneller beschaffen, gemeinsam in neue Technologien investieren und neue europäische Konsortien schaffen - so wie es Airbus einst gezeigt hat."

Hintergrund ist eine Debatte um den Kauf von US-Waffensystemen, etwa dem Kampfjet F-35 oder dem schweren Transporthubschrauber Chinook, die die Abhängigkeit Deutschlands von den USA erhöhen. Sorge besteht, dass sich die USA unter Donald Trump mehr und mehr zu einem geopolitischen Gegenspieler entwickeln. US-Waffensysteme könnten im schlechtesten Fall dann nutzlos sein. Die Lösung sehen Experten in der Beschaffung europäischer Rüstungsgüter.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Kiew gibt Nutzung von KI-Luftabwehrgeschützen bekannt

Die ukrainische Luftwaffe hat die Nutzung von mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitenden Luftabwehrgeschützen bekannt gegeben. Um auf russische Angriffe mit düsenbetriebenen Drohnen zu reagieren, würden nun "robotische Geschütze auf Brücken installiert", sagte der Sprecher der ukrainischen Luftwaffe, Juri Ihnat, am Montag im nationalen Fernsehen. Es habe bereits Abschüsse gegeben, fügte er hinzu.

Frühere Trump-Sprecherin Leavitt arbeitet künftig bei Fox News

Die frühere Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Karoline Leavitt, arbeitet künftig für den Sender Fox News. Die 29-Jährige werde dort ab dem 1. November als Kommentatorin tätig sein, teilte die Geschäftsführerin von Fox News Media, Suzanne Scott, am Montag mit. Sie solle in allen Programmen "authentische und pointierte Einblicke" liefern, erklärte Scott.

USA ziehen nach verdächtigem Vorfall B-1-Bomber von britischem Militärstützpunkt ab

Nach dem verdächtigen Vorfall am britischen Luftwaffenstützpunkt Fairford vor einer Woche haben die USA alle ihre dort stationierten B-1-Bomber abgezogen. Die Verlegung der Flugzeuge sei nach neuen Hinweisen auf ein vom Iran unterstütztes Komplott erfolgt, berichtete die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter. Demnach habe sich die Lage in den vergangenen 24 Stunden zugespitzt. London erklärte dagegen, der Stützpunkt sei sicher.

Drei Jahre nach Hammerskins-Razzia: Geldstrafe wegen Waffenbesitzes

Drei Jahre nach einer großangelegten Razzia bei Mitgliedern der rechtsextremen Gruppe Hammerskins ist ein Mann in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Geldstrafe von 7000 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Wismar sprach Sven K. am Montag des unerlaubten Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen sowie des unerlaubten Besitzes von Waffen und Munition schuldig, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Textgröße ändern: