Deutsche Tageszeitung - Rund 20 Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Rund 20 Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine


Rund 20 Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine
Rund 20 Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine / Foto: © AFP

Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen auf die Ukraine sind am Wochenende nach ukrainischen Angaben etwa 20 Menschen getötet worden. In Krywyj Rih, der Geburtsstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, starben laut dem örtlichen Gouverneur Serhij Lysak am Freitag 18 Menschen, darunter Kinder, 72 weitere Menschen wurden verletzt. Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko meldete zudem am Sonntag einen Toten und drei Verletzte bei Angriffen auf die Hauptstadt des Landes.

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Nach Angaben des Chefs der Militärverwaltung der Stadt Krywyj Rih, Oleksandr Wilkul, traf die russische Rakete ein Wohngebiet nahe eines Spielplatzes. Er sprach von einem "Massenmord an Zivilisten", der "Kinder, Familien, Senioren" getroffen habe. Unter den Toten waren demnach auch neun Kinder. Bei einem separaten russischen Drohnenangriff auf Krywyj Rih wurde nach Angaben von Gouverneur Lysak eine 56-jährige Frau getötet.

Selenskyj erklärte im Onlinedienst Telegram, der tödliche Angriff auf seine Geburtsstadt sei ein erneuter Beweis dafür, dass Russland "keine Waffenruhe will". UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk verurteilte am Sonntag die "rücksichtslose Missachtung" zivilen Lebens bei dem Angriff. Es habe in dem dicht besiedelten Gebiet "offensichtlich keine Militärpräsenz" gegeben.

In einer weiteren Botschaft auf Onlineplattformen kritisierte der Präsident der Ukraine später zudem die Reaktion der US-Botschafterin in Kiew, Bridget Brink, insbesondere dafür, dass sie Russland nicht explizit als Verursacher des Angriffs in Krywyj Rih genannt habe: "Sie haben sogar Angst davor, das Wort 'russisch' zu benutzen, wenn sie über die Rakete sprechen, die die Kinder getötet hat." In späteren Erklärungen im Onlinedienst X bezeichnete Brink Russland daraufhin als Aggressor.

In der Nacht zu Sonntag griff Russland die Ukraine nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit 23 Raketen und 109 Drohnen an. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam dabei nach Behördenangaben mindestens ein Mensch ums Leben, drei weitere wurden verletzt. In der südlichen Region Cherson wurde zudem laut Kiew ein 59-jähriger Mann bei einem russischen Drohnenangriff getötet.

Bei dem russischen Raketenangriff auf Kiew wurde auch das Redaktionsgebäude mehrerer fremdsprachiger staatlicher TV-Sender der Ukraine beschädigt, wie der ebenfalls betroffene russischsprachige Sender "Freedom" erklärte. Das Gebäude wurde bei dem Angriff in Teilen zerstört und ist nach Angaben des Senders nicht mehr nutzbar. Die Redaktion war erst vor kurzem in dieses Gebäude gezogen, nachdem das vorherige Gebäude im Februar bereits Ziel eines russischen Luftangriffs geworden war.

Angesichts der heftigen Angriffe Moskaus am Wochenende forderte Selenskyj die internationale Staatengemeinschaft auf, den Druck auf Moskau zu erhöhen. "Der Druck auf Russland ist immer noch nicht genug und die täglichen russischen Angriffe auf die Ukraine beweisen es", erklärte er im Onlinedienst Facebook. Der Anzahl der Angriffe nehme zu.

Indes verkündete das russische Verteidigungsministerium Landgewinne in der nordostukrainischen Region Sumy. Das Grenzdorf Basiwka sei "befreit" worden, erklärte Moskau am Sonntag. Die Einnahme in der Region ist ungewöhnlich. Erst nachdem die Ukraine Teile der russischen Region Kursk, die an Sumy grenzt, in einer Überraschungsoffensive im vergangenen August eingenommen und später wieder verloren hatte, besetzen russische Truppen seit Anfang März Dörfer in dem Gebiet.

(O.Zhukova--DTZ)

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