Deutsche Tageszeitung - Selenskyj spricht jetzt von "mehreren hundert" Chinesen in Ukraine-Krieg

Selenskyj spricht jetzt von "mehreren hundert" Chinesen in Ukraine-Krieg


Selenskyj spricht jetzt von "mehreren hundert" Chinesen in Ukraine-Krieg
Selenskyj spricht jetzt von "mehreren hundert" Chinesen in Ukraine-Krieg / Foto: © UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE/AFP/Archiv

Im Ukraine-Krieg kämpfen nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj "mehrere hundert" Chinesen für Russland. "Wir haben Informationen, dass mindestens mehrere hundert chinesische Staatsangehörige als Teil der russischen Besatzungskräfte kämpfen", sagte Selenskyj am Freitag per Videoschalte bei einem Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe in Brüssel. "Das bedeutet, dass Russland eindeutig versucht, diesen Krieg zu verlängern - sogar unter Einsatz chinesischer Leben."

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Selenskyj hatte am Dienstag angegeben, seine Armee habe zwei chinesische Soldaten gefangen genommen, die in der Region Donezk auf der Seite der russischen Armee gekämpft hätten. Am folgenden Tag erklärte der ukrainische Präsident, Kiew habe Informationen über 155 Chinesen, die für Russland im Einsatz seien. Peking sei "sich dessen bewusst". Das chinesische Außenministerium verurteilte in der Folge "unverantwortliche Äußerungen".

Selenskyj sprach am Freitag in seiner Heimatstadt Krywyj Rih, wo vergangene Woche bei einem russischen Raketenangriff 19 Menschen getötet worden waren, darunter neun Kinder. Er bat die in Brüssel beratende Ukraine-Kontaktgruppe verbündeter Staaten dabei per Videoschalte um mehr Luftabwehrsysteme und konkret um zehn Patriot-Systeme.

"Sie wissen, dass es der Ukraine an Luftverteidigungssystemen fehlt. Sie wissen, dass Patriot-Systeme effektiv gegen ballistische Bedrohungen schützen können", sagte Selenskyj. "Wir brauchen es wirklich. Zehn Patriot-Systeme - die freie Welt hat sie."

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte zuvor bei dem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe gesagt, Deutschland werde noch in diesem Jahr unter anderem vier weitere Luftverteidigungssysteme vom Typ Iris-T an Kiew liefern. Mit Blick auf das Flugabwehrsystem Patriot sagte Pistorius, Deutschland habe bereits drei vollständige Patriot-Systeme bereitgestellt. Die Lieferung eines weiteren Systems sei für die Bundesrepublik derzeit nicht möglich.

Das 27. Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im Ramstein-Format fand in Brüssel erstmals unter gemeinsamer deutsch-britischer Führung statt. Die USA hatten sich nach Amtsübernahme von Präsident Donald Trump aus der Führung des Formats zurückgezogen, das sie nach der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 ins Leben gerufen hatten.

Die USA wollen ihre Militärhilfen für die Ukraine drastisch einschränken und setzen auf eine Waffenruhe mit Russland. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth war am Freitag nur virtuell zugeschaltet.

(V.Varonivska--DTZ)

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