Deutsche Tageszeitung - Kellogg für internationale Kontrollzonen in Ukraine "wie in Berlin" nach dem Krieg

Kellogg für internationale Kontrollzonen in Ukraine "wie in Berlin" nach dem Krieg


Kellogg für internationale Kontrollzonen in Ukraine "wie in Berlin" nach dem Krieg
Kellogg für internationale Kontrollzonen in Ukraine "wie in Berlin" nach dem Krieg / Foto: © AFP/Archiv

Der US-Sondergesandte Keith Kellogg kann sich nach einer Waffenruhe in der Ukraine von britischen oder französischen Truppen kontrollierte Zonen vorstellen - "ähnlich wie in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg". Diesen Vorschlag machte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der britischen "Times". Später präzisierte er, dass es aber nicht "nicht um eine Aufteilung der Ukraine" gehen solle.

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"Man könnte es fast ähnlich wie in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg aussehen lassen, als es eine russische Zone, eine französische Zone, eine britische Zone und eine US-Zone gab", sagte Kellogg der "Times".

Später präzisierte er im Onlinedienst X, dass es bei seinem Vorschlag um Verantwortungsbereiche der ausländischen Armeen gehe, die nach einem möglichen Friedensschluss die ukrainische Souveränität verteidigen sollten - "nicht um eine Aufteilung der Ukraine". Die US-Armee werde sich an diesen "Resilienztruppen" nicht beteiligen, fügte er hinzu. Außerdem könnte es sein, dass der russische Präsident Wladimir Putin die Präsenz der europäischen Truppen in der Ukraine "nicht akzeptiere".

Die britischen und französischen Soldaten könnten westlich des Flusses Dnipro stationiert werden, führte Kellogg weiter aus. Dort wären sie ein "großes Hindernis" für Russland und trotzdem keine "Provokation" für Moskaus Truppen.

Direkte Kämpfe könnten durch eine Pufferzone vermieden werden, sagte der US-Sondergesandte weiter. Verstöße gegen eine mögliche Waffenruhe werde es "wahrscheinlich" trotzdem geben, "denn die gibt es immer".

Großbritannien und Frankreich bemühen sich seit Wochen im Rahmen der sogenannten Koalition der Willigen um das Zustandekommen einer multinationalen Mission zur Friedenssicherung in der Ukraine nach einem möglichen Abkommen.

Die "Koalition der Willigen" war im März nach dem Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj bei deren Treffen im Weißen Haus ins Leben gerufen worden. In der rund 30 Länder zählenden Gruppe werden zusammen mit Vertretern der Nato und der EU, aber ohne Beteiligung Washingtons, vor allem die möglichen Beiträge Europas zur Waffenruhe und Friedenssicherung in der Ukraine diskutiert. Bei vielen Teilnehmern herrschte jedoch Einigkeit, dass eine Absicherung des Friedens in der Ukraine nur in Zusammenarbeit mit den USA möglich sei.

Die im Februar von der US-Regierung begonnenen Verhandlungen um eine Waffenruhe in der Ukraine sind zuletzt ins Stocken geraten. Trump erhöhte am Freitag den Druck auf Moskau: "Russland muss sich bewegen", schrieb er in seiner Onlineplattform Truth Social im Vorfeld eines Treffen seines Sondergesandten Steve Wittkoffs mit Putin. Das Treffen ging am Freitag zu Ende gegangen, ohne dass Beschlüsse verkündet worden.

Bei den Bemühungen um eine Waffenruhe hatte Trump Kellogg die Zuständigkeit für Russland entzogen. Der Ex-General ist jetzt nur noch für die Ukraine zuständig. US-Medienberichten zufolge hatte Russland Kellogg als zu ukrainefreundlich abgelehnt.

(N.Loginovsky--DTZ)

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