Deutsche Tageszeitung - Grönlands Regierungschef reist zu erstem Besuch nach Dänemark

Grönlands Regierungschef reist zu erstem Besuch nach Dänemark


Grönlands Regierungschef reist zu erstem Besuch nach Dänemark
Grönlands Regierungschef reist zu erstem Besuch nach Dänemark / Foto: © Ritzau Scanpix/AFP

Vor dem Hintergrund der Übernahme-Drohungen durch US-Präsident Donald Trump hat der neue Regierungschef Grönlands, Jens-Frederik Nielsen, am Sonntag seinen ersten offiziellen Besuch im Dänemark angetreten. Während des zweitägigen Besuchs werde er Gespräche mit Dänemarks Premierministerin Mette Frederiksen "über die geopolitische Lage und Zusammenarbeit" fortführen, teilte der im März gewählte Nielsen mit. Erst Anfang April hatte Frederiksen das arktische Inselgebiet, das offiziell zu Dänemark gehört, besucht und dabei Trumps Annexionspläne entschieden zurückgewiesen.

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"Sie können nicht ein anderes Land annektieren", hatte Frederiksen an die US-Regierung gerichtet gesagt. Sie werde alles in ihrer Macht Stehende tun, um sich "um dieses wunderbare Land zu kümmern und (es) in einer wirklich schwierigen Situation zu unterstützen".

Nielsen erhoffte sich von seinem ersten offiziellen Regierungsbesuch in Kopenhagen "Pläne für unsere künftige Zusammenarbeit". Treffen mit Dänemarks König Frederik und Parlamentsmitgliedern seien ebenfalls geplant.

Grönland gehört zu der ehemaligen Kolonialmacht Dänemark, ist aber weitgehend autonom. Trump hat bereits in seiner ersten Amtszeit den Willen zur Übernahme des Inselgebiets bekundet und bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2024 damit gedroht, das rohstoffreiche Grönland notfalls mit Gewalt unter US-Kontrolle bringen zu wollen. Der Republikaner führt dabei Gründe der nationalen und "internationalen Sicherheit" an.

Grönland und Dänemark lehnen eine Annexion entschieden ab. Auf der größten Insel der Welt leben rund 57.000 Menschen. Im Boden lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Seit 1979 ist Grönland in vielen Bereichen autonom, doch entscheidet etwa über Außen- und Verteidigungspolitik weiterhin Dänemark.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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