Deutsche Tageszeitung - Linnemann: Koalitionsvertrag "nicht CDU pur" - aber Basis für "Politikwechsel"

Linnemann: Koalitionsvertrag "nicht CDU pur" - aber Basis für "Politikwechsel"


Linnemann: Koalitionsvertrag "nicht CDU pur" - aber Basis für "Politikwechsel"
Linnemann: Koalitionsvertrag "nicht CDU pur" - aber Basis für "Politikwechsel" / Foto: © AFP

CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann hat Kritik am Koalitionsvertrag von Union und SPD zurückgewiesen. "Natürlich ist das nicht CDU pur", gestand Linnemann bei einem kleinen Parteitag der Christdemokraten in Berlin. Dennoch sei der Vertrag die Grundlage für den von der CDU versprochenen "Politikwechsel".

Textgröße ändern:

Von den 15 Punkten im Sofortprogramm vor der Wahl stünden 14 im Koalitionsvertrag, betonte Linnemann beim sogenannten Bundesausschuss der CDU. Etwa beim Thema Migration hätte es kein anderes Ergebnis gegeben, wenn die Union statt mit der SPD nur mit sich selbst verhandelt hätte. Der CDU-Generalsekretär forderte seine Partei aber auf: "Wir müssen es jetzt auch machen, wir müssen jetzt liefern."

Er sei der "festen Überzeugung", dass die Koalition liefern werde, sagte Linnemann - "und zwar im besten Sinne". Parteichef Friedrich Merz sei "der richtige Mann zur richtigen Zeit". Er werde Deutschland als Kanzler "wieder das Gewicht geben (...), das es dringend braucht, um wieder erfolgreich zu sein".

Linnemann, der für den Verbleib auf seinem Parteiposten das Amt des Wirtschaftsministers in der künftigen Koalition abgelehnt hatte, betonte aber auch, dass er keine "bedingungslose Gefolgschaft" für Merz plane. "Die CDU wird nicht die Außenstelle 1a des Bundeskanzleramts sein", sagte der Generalsekretär. Die CDU werde "auch keine Begleitband" sein, sondern "eigene Hits" produzieren.

Mit Blick auf das Ergebnis von 28,5 Prozent bei der Bundestagswahl zeigte sich Linnemann trotz Platz eins unzufrieden. Das sei "nicht der Anspruch, den wir hatten". Anspruch einer Volkspartei müsse "30 plus x" sein. Er kündigte an, dass es eine Wahlanalyse im Konrad-Adenauer-Haus geben solle - "ehrlich und ungeschminkt".

Die Christdemokraten wollen auf ihrem kleinen Parteitag den Koalitionsvertrag mit CSU und SPD beschließen. Die CSU hatte dies bereits getan, bei der SPD können bis Dienstagabend die Mitglieder darüber entscheiden. Aus der Union hatte es an dem Vertrag Kritik gegeben, in einigen Bereichen wie der Finanzpolitik den Sozialdemokraten zu weit entgegengekommen zu sein.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Iran-Krieg: US-Armee beginnt am Nachmittag mit Teil-Blockade der Straße von Hormus

Nach den gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran will die US-Armee eigenen Angaben zufolge am Montagnachmittag mit einer Teil-Blockade der Straße von Hormus beginnen. Ab 16.00 Uhr MESZ werde allen Schiffen die Passage untersagt werden, "die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder von dort auslaufen", erklärte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom. Irans Militärführung kritisierte die bevorstehende Teil-Blockade als "Piraterie".

Schutzgelder für Islamisten: Zementhersteller Lafarge zu Millionenstrafe verurteilt

Wegen der Zahlung von Schutzgeldern in Millionenhöhe an dschihadistische Milizen in Syrien hat ein Gericht in Paris den Ex-Chef des Zementherstellers Lafarge zu sechs Jahren Haft verurteilt. Der frühere Lafarge-Chef Bruno Lafont müsse seine Haftstrafe wegen Terrorismus-Finanzierung umgehend antreten, urteilten die Richter am Montag in Paris. Sieben weitere Angeklagte, unter ihnen zwei syrische Mittelsmänner, wurden zu Haftstrafen zwischen 18 Monaten und sieben Jahren verurteilt. Für das Unternehmen verhängten die Richter die Höchststrafe von 1,125 Millionen Euro.

Präsidentenwahl in Peru: Stichwahl zwischen zwei rechten Kandidaten wahrscheinlich

Nach der Präsidentenwahl in Peru am Sonntag zeichnet sich eine Stichwahl zwischen der rechtspopulistischen Kandidatin Keiko Fujimori und dem Rechtsextremen Rafael "Porky" López Aliaga ab. Erste offizielle Ergebnisse vom Montagmorgen (Ortszeit) sehen Fujimori bei 17 Prozent und López Aliaga bei 16 Prozent der Wählerstimmen. Drittplatzierter wurde mit rund 13 Prozent demnach der frühere Kulturminister Jorge Nieto. Die Stichwahl würde am 7. Juni stattfinden.

Kassen begrüßen Koalitionsbeschluss zu Reform der Krankenversicherung

Die Krankenkassen haben die Pläne der Regierungskoalition zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrüßt. Es sei "ein wichtiges und starkes Signal", dass die schwarz-rote Koalition den Ausgabenanstieg künftig an die Entwicklung der Einnahmen koppeln wolle, erklärte der Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, am Montag. Dies mache "berechtigte Hoffnung auf künftig anhaltend stabile Krankenkassenbeiträge". "Uferlose Ausgabensteigerungen" müssten ein Ende haben.

Textgröße ändern: