Deutsche Tageszeitung - Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an

Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an


Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an
Israel greift Ziele nahe syrischem Präsidentenpalast in Damaskus an / Foto: © AFP

Israel hat nach eigenen Angaben Ziele nahe des syrischen Präsidentenpalastes in Damaskus angegriffen. Kampfflugzeuge hätten "die Umgebung des Palastes getroffen", erklärte die israelische Armee am Freitag im Onlinedienst Telegram. Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erklärt, Israel werde mit Härte reagieren, wenn die neue syrische Regierung von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa die drusische Minderheit in Syrien nicht schützt.

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In der Nacht zu Dienstag hatten in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus Kämpfe zwischen regierungsnahen Truppen und drusischen Kämpfern begonnen, nachdem Aktivisten zufolge in Online-Netzwerken eine islamfeindliche, "einem Drusen zugeschriebene" Audioaufnahme veröffentlicht wurde. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden binnen zwei Tagen mehr als hundert Menschen getötet.

Der religiöse Anführer der syrischen Drusen sprach am Donnerstag von einer "Völkermordkampagne". Diese sei "durch nichts zu rechtfertigen", erklärte Scheich Hikamt al-Hidschri. Er rief "internationale Kräfte" zum Eingreifen auf, um "den Frieden aufrechtzuerhalten und den Fortgang dieser Verbrechen zu verhindern".

In Syrien leben etwa 700.000 Drusen. Die aus dem Islam hervorgegangene religiöse Minderheit macht etwa drei Prozent der syrischen Bevölkerung aus. Die Glaubensgemeinschaft ist auch in Israel und im Libanon vertreten. Israels Verteidigungsminister Katz erklärte: "Sollten die Angriffe auf die Drusen wieder aufgenommen werden und das syrische Regime sie nicht verhindern, wird Israel mit erheblicher Gewalt reagieren."

Die neue syrische Führung hat wiederholt versichert, die Minderheiten im Land schützen zu wollen. Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa gibt sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad Anfang im Dezember durch seine islamistische HTS-Miliz betont gemäßigt. Im März kam es jedoch in vorwiegend von Angehörigen der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Regionen zu Massakern an Zivilisten.

(V.Sørensen--DTZ)

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