Deutsche Tageszeitung - Kaschmir-Konflikt: Waffenruhe soll Krieg zwischen Indien und Pakistan abwenden

Kaschmir-Konflikt: Waffenruhe soll Krieg zwischen Indien und Pakistan abwenden


Kaschmir-Konflikt: Waffenruhe soll Krieg zwischen Indien und Pakistan abwenden
Kaschmir-Konflikt: Waffenruhe soll Krieg zwischen Indien und Pakistan abwenden / Foto: © AFP

Im neu aufgeflammten Kaschmir-Konflikt soll eine Waffenruhe einen neuen Krieg zwischen Indien und Pakistan abwenden: Nach tagelangen Angriffen mit mindestens 60 Toten hatte sich die Lage am Wochenende weiter verschärft, als die verfeindeten Atommächte Luftwaffenstützpunkte im jeweils anderen Land angegriffen. Am Samstag verkündete US-Präsident Donald dann überraschend eine Waffenruhe. Beide Seiten warfen sich allerdings Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

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Indiens Außenminister Vikram Misri erklärte am Samstagabend, sein Land habe nach "wiederholten Verstößen" Pakistans ebenfalls neue Angriffe geflogen. Das pakistanische Außenministerium erklärte, Islamabad fühle sich der Waffenruhe weiter verpflichtet. Auf indische Verstöße reagierten die pakistanischen Streitkräfte demnach mit "Verantwortung und Zurückhaltung".

Die Waffenruhe war von US-Präsident Trump verkündet worden. "Nach einer langen Nacht mit Gesprächen unter Vermittlung der USA freue ich mich mitteilen zu können, dass Indien und Pakistan sich auf eine vollständige und sofortige Waffenruhe geeinigt haben", schrieb Trump am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social.

Kurz darauf bestätigten auch Islamabad und Neu Delhi die Einigung. "Pakistan und Indien haben sich auf eine sofortige Waffenruhe geeinigt", erklärte der pakistanische Außenminister Ishak Dar im Onlinedienst X. Indiens Außenminister Misri erklärte, beide Seiten würden "alle Schüsse und Militäreinsätze zu Lande, zu Wasser und in der Luft" einstellen.

Am Abend waren in der Stadt Srinagar im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs dann aber mehrere laute Explosionen zu hören, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Ein Behördenvertreter im pakistanisch kontrollierten Teil der Region sagte AFP, es komme entlang der Demarkationslinie weiterhin zu "sporadischen Schusswechseln".

Die Region Kaschmir im Himalaya ist seit der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans im Jahr 1947 geteilt. Beide Länder beanspruchen Kaschmir vollständig für sich und haben bereits zwei Kriege um die Kontrolle der Bergregion geführt.

Nach einem tödlichen Anschlag auf indische Touristen im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs im April war der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt wieder aufgeflammt. Immer wieder meldeten Indien und Pakistan gegenseitige Angriffe und Beschuss. Dabei wurden seit Mittwoch mindestens 60 Zivilisten getötet.

Am Wochenende flogen Indien und Pakistan schließlich Angriffe auf Luftwaffenstützpunkte des jeweils anderen Landes. Die indische Armee griff nach pakistanischen Angaben in der Nacht zum Samstag drei pakistanische Stützpunkte an, darunter einer in Rawalpindi nahe der Hauptstadt Islamabad. Pakistan reagierte mit Angriffen auf eine indische Luftwaffenbasis.

Am Samstag verkündete Trump schließlich die Einigung auf eine Waffenruhe. US-Außenminister Marco Rubio erklärte, er habe zusammen mit Vizepräsident JD Vance intensive telefonische Verhandlungen mit den indischen und pakistanischen Regierungschefs Narendra Modi und Shehbaz Sharif geführt. Indiens und Pakistan hätten sich dabei auch auf "die Aufnahme von Gesprächen über eine Vielzahl von Themen an einem neutralen Ort geeinigt", schrieb Rubio auf X.

Am Samstagabend kündigte Trump in einer weiteren Erklärung auf Truth Social an, er werde sich zusammen mit Neu Delhi und Islamabad darum bemühen, nach "tausend Jahren eine Lösung" für den Kaschmir-Konflikt zu finden. Er stellte zudem in Aussicht, den Handel mit beiden Ländern "deutlich" auszuweiten.

International wurde die Waffenruhe-Einigung begrüßt. Die Waffenruhe sei "ein erster, wichtiger Schritt aus der Spirale der Eskalation", erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einem "positiven Schritt" und äußerte die Hoffnung, dass die Waffenruhe "zu einem dauerhaften Frieden" beitragen werde.

(P.Tomczyk--DTZ)

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