Deutsche Tageszeitung - Trump in Saudi-Arabien: Pomp und Milliardenabkommen für Waffen und KI

Trump in Saudi-Arabien: Pomp und Milliardenabkommen für Waffen und KI


Trump in Saudi-Arabien: Pomp und Milliardenabkommen für Waffen und KI
Trump in Saudi-Arabien: Pomp und Milliardenabkommen für Waffen und KI / Foto: © AFP

Königlicher Pomp und Investitionszusagen für US-Waffen und Künstliche Intelligenz (KI): Während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in Saudi-Arabien haben beide Länder am Dienstag ein Rüstungsabkommen im Wert von 142 Milliarden Dollar (127,4 Milliarden Euro) vereinbart. Der Golfstaat werde "hochmodernes Kampfgerät" aus den USA erhalten, erklärte das Weiße Haus. Auch in KI wollen die Saudis demnach investieren.

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Das Rüstungsabkommen umfasst nach US-Angaben Gerät zur Luft- und Seeverteidigung, zum Grenzschutz sowie die Ausbildung von Soldaten. Nach saudiarabischen Angaben wollte sich das Königshaus unter anderem den US-Kampfjet F-35 sichern. Zudem sind nach US-Angaben Investitionen der saudiarabischen Firma Datavolt in KI in Höhe von 20 Milliarden Dollar vorgesehen.

Die "strategische Partnerschaft für ökonomischen Wohlstand" mit den USA umfasst saudiarabische Investitionszusagen in Höhe von insgesamt 600 Milliarden Dollar (gut 538 Milliarden Euro). Dazu zählen nach US-Angaben auch Projekte im Energiebereich und bei der Raumfahrt. Das Weiße Haus rechtet allerdings auch ältere Investments in das Paket hinein. Trumps Aufforderung vom Januar, die Zusagen auf "rund eine Billion" Dollar zu erhöhen, kam Saudi-Arabien nicht nach.

Trump hatte zu Beginn seiner dreitägigen Reise durch die Golfregion gesagt, er werde von den "größten Wirtschaftsführern der Welt" begleitet, und diese würden "mit vielen Schecks nach Hause fahren". Für den US-Präsidenten ist es die erste größere Auslandsreise seit Beginn seiner zweiten Amtszeit vor fast vier Monaten. Sie ist vor allem den Wirtschaftsbeziehungen gewidmet.

In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad wurde Trump von Kronprinz Mohammed bin Salman am Flughafen empfangen, der die Monarchie de facto anführt. Darauf folgte ein pompöser Empfang am Königspalast. Trumps Präsidentenlimousine wurde von einer Reitergarde begleitet. Nach einem Gang durch die weiten Flure des prächtigen Gebäudes begrüßte Trump Dutzende saudiarabische Regierungs- und Wirtschaftsvertreter.

Der US-Präsident wird auf seiner Reise von wichtigen Kabinettsmitgliedern und Wirtschaftsvertretern begleitet, darunter Außenminister Marco Rubio, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Tech-Milliardär und Trump-Berater Elon Musk. Nach seiner Teilnahme an einem Gipfeltreffen der Golfstaaten wollte Trump zusammen mit Musk bei einem Investorenforum auftreten.

Trump reist im Anschluss weiter nach Katar und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch dort soll es vor allem um die Wirtschaftsbeziehungen gehen. Im Vorfeld hatte sich Trump gegen Kritik verteidigen müssen, weil er sich einen Luxusjet aus dem Golfemirat Katar schenken und als Präsidentenmaschine Air Force One nutzen will. Einen Interessenskonflikt sieht das Weiße Haus nicht, da der Jumbojet vom Typ Boeing 747-8 als "Spende" an das Pentagon deklariert werden solle.

Anders als bei Trumps ersten Auslandsreise zu Beginn seiner ersten Amtszeit 2017 ist kein Zwischenstopp in Israel vorgesehen. Beobachter führen dies auf seine bisher wenig erfolgreichen Bemühungen zurück, den Krieg im Gazastreifen zu beenden.

Allerdings konnte Trump kurz vor seinem Abflug die Freilassung des US-israelischen Doppelstaatlers Edan Alexander aus den Händen der radikalislamischen Hamas bekanntgeben. Katar ist Vermittler im Nahost-Konflikt. Saudi-Arabien wiederum war Ort für Ukraine-Verhandlungen von Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA.

Zuletzt hatten die USA auch Gespräche über das Atomprogramm des Iran geführt und eine Waffenruhe zwischen Indien und Pakistan mit herbeigeführt. Zuvor war mit der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz im Jemen eine Waffenruhe vereinbart worden.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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