Deutsche Tageszeitung - Klingbeil setzt auf Einigung in Zollstreit mit USA

Klingbeil setzt auf Einigung in Zollstreit mit USA


Klingbeil setzt auf Einigung in Zollstreit mit USA
Klingbeil setzt auf Einigung in Zollstreit mit USA / Foto: © AFP/Archiv

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) setzt im Zollstreit mit den USA auf eine einvernehmliche Lösung. "Und ich glaube, dass auch die amerikanische Seite sieht, dass es besser ist, wenn wir gemeinsame Lösungen finden", sagte Klingbeil am Donnerstag den Sendern RTL und ntv. Mit Blick auf die Ukraine-Politik verwies der SPD-Politiker allerdings auf "immer wieder unterschiedliche Signale" aus Washington.

Textgröße ändern:

Klingbeil äußerte sich nach ersten Gesprächen mit US-Finanzminister Scott Bessent am Rande von Beratungen der G7-Staaten in Kanada. "Es ist das klare Signal gesendet worden: Wir wollen zur Lösung kommen", sagte dazu Klingbeil. Er verwies darauf, dass dies auch zwischen den USA und Großbritannien gelungen sei. Daran könne man sehen, dass es am Ende auch zu Verabredungen kommen kann. Die Verhandlungen für die EU-Staaten, also auch für Deutschland, werden von der Europäischen Union geführt.

Zur Ukraine sagte Klingbeil, er hoffe weiterhin darauf, US-Präsident Donald Trump in ein gemeinsames Vorgehen mit den Europäern einbinden zu können. "Es gibt immer wieder unterschiedliche Signale. Durchaus. Da darf man nicht drum herumreden", räumte er jedoch ein. Bislang sei am Ende jedoch immer klar gewesen: "Die Amerikaner arbeiten mit uns zusammen, wenn es darum geht, die Ukraine, die ja angegriffen wird, auch zu beschützen, dort den Druck zu machen, dass es zu Lösungen kommt." Andere Signale habe auch er bisher nicht bekommen.

Ablehnend äußerte sich der Finanzminister und Vizekanzler zu Forderungen der Wirtschaftsweisen, die Investitionsquote in Deutschland auf zwölf Prozent anzuheben. Er verwies auf bisherige Pläne der Regierung für eine Anhebung auf zehn Prozent. Diese noch von SPD und Grünen getroffene Verabredung sei "ein wichtiges Signal" gewesen. "Und das ist der Weg, den wir jetzt gehen werden."

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Weißes Haus: USA führen mit Iran und Pakistan direkte Dreiergespräche

Die USA, Pakistan und der Iran haben am Samstag direkte Dreiergespräche miteinander geführt. Vertreter der drei Parteien hätten in Islamabad direkte persönliche Gespräche geführt, erklärte ein hochrangiger Beamter aus dem Weißen Haus. Dies stellt eine Abkehr von der bisherigen Praxis dar, bei der die Vertreter Washingtons und Teherans in getrennten Räumen saßen und nur über einen Vermittler verhandelten.

Hunderte protestieren in Magdeburg gegen AfD-Landesparteitag

Mehrere hundert Demonstranten haben am Samstag in Magdeburg anlässlich des Landesparteitags der AfD gegen die Partei protestiert. Vor dem Tagungsgebäude versammelten sich nach Beobachtungen eines AFP-Reporters etliche Menschen mit Regenbohnenfahnen und Transparenten, auf denen etwa "Nein zu Rassismus" und "Magdeburg für das AfD-Verbot" stand. Nach Angaben der Polizei fanden in ganz Magdeburg fünf Versammlungen und Demonstrationszüge mit insgesamt rund 650 Teilnehmenden statt.

Streit über geplante Gespräche zwischen Israel und Libanon in Washington

Israel will bei den mit dem Libanon geplanten Gesprächen eigenen Angaben zufolge nicht über eine Waffenruhe mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz verhandeln - die Hisbollah bezeichnet ihrerseits die in Washington geplanten Gespräche als gesetzeswidrig. Die angekündigten Gespräche seien "ein offensichtlicher Verstoß" gegen "die Verfassung und libanesische Gesetze", erklärte Hisbollah-Vertreter Hassan Fadlallah am Samstag. Derweil griff Israel weiterhin Ziele der Hisbollah im Libanon an.

Großbritannien legt Rückgabe-Plan für Chagos-Inseln wegen US-Kritik auf Eis

Die britische Regierung wird ihren Plan zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius wegen der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump vorerst nicht weiter verfolgen. Das teilte ein Regierungssprecher am Samstag in London mit. Auf der größten der Inseln befindet sich der US-britische Militärstützpunkt Diego Garcia. Mauritius kündigte an, bei der Rückforderung der Inseln "keine Mühe zu scheuen".

Textgröße ändern: