Deutsche Tageszeitung - Nordkorea verurteilt US-Pläne für neues US-Raketenabwehrsystem "Golden Dome"

Nordkorea verurteilt US-Pläne für neues US-Raketenabwehrsystem "Golden Dome"


Nordkorea verurteilt US-Pläne für neues US-Raketenabwehrsystem "Golden Dome"
Nordkorea verurteilt US-Pläne für neues US-Raketenabwehrsystem "Golden Dome" / Foto: © AFP/Archiv

Nordkorea hat die von US-Präsident Donald Trump vorgestellten Pläne für das neue US-Raketenabwehrsystem "Golden Dome" Staatsmedien zufolge scharf verurteilt. Das Außenministerium in Pjöngjang habe das System in einem veröffentlichten Memorandum als "eine sehr gefährliche 'bedrohliche Initiative' bezeichnet", berichtete die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Es ziele darauf ab, "die strategische Sicherheit der Atomwaffenstaaten zu bedrohen".

Textgröße ändern:

In dem Memorandum beschuldigt Pjöngjang die USA laut KCNA, "wild entschlossen zu sein, den Weltraum zu militarisieren". Den US-Plan bezeichnete das Ministerium demnach als "die Hauptursache für die Auslösung eines globalen nuklearen und weltraumgestützten Wettrüstens". Damit würden die "Sicherheitsbedenken der Atomwaffenstaaten" geschürt und der Weltraum "in ein potenzielles nukleares Kriegsgebiet verwandelt".

US-Präsident Trump hatte weitere Einzelheiten zu dem bereits im Wahlkampf angekündigten Projekt vergangene Woche im Weißen Haus vorgestellt. Dabei bezeichnete er den "Golden Dome" als "sehr wichtig für den Erfolg und sogar das Überleben unseres Landes". Ihm zufolge wird der Abwehrschild nach seiner Fertigstellung in drei Jahren in der Lage sein, Raketen abzufangen, "auch wenn sie von anderen Seiten der Welt aus gestartet werden, und sogar wenn sie aus dem Weltraum gestartet werden".

Zuvor hatte bereits China der US-Regierung vorgeworfen, mit dem Abwehrschild das "weltweite strategische Gleichgewicht" zu bedrohen. Peking rief Trump zum Verzicht auf das Projekt auf.

Das international weitgehend isolierte Nordkorea verfügt Experten zufolge über Atomwaffen. 2006 führte Pjöngjang seinen ersten Atomtest aus. Wegen seiner Waffenprogramme ist das kommunistisch regierte Land mit einer Reihe von UN-Sanktionen belegt, die 2017 verschärft wurden und nicht zeitlich begrenzt sind.

Trotz der Sanktionierung setzt Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm fort - unter anderem mit Unterstützung von China und Russland. Auch verstößt das Land immer wieder mit Raketentests gegen die Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Dem südkoreanischen Forscher Hong Min vom Korea Institute for National Unification zufolge deutet Pjöngjangs heftige Reaktion auf Trumps "Golden Dome" darauf hin, dass Nordkorea den geplanten US-Raketenschild "als geeignet ansieht, die Effektivität seines Atomwaffenarsenals, einschließlich seiner Interkontinentalraketen, erheblich zu schwächen." Wenn die USA ihr neues Raketenabwehrsystem fertigstellten, werde Nordkorea gezwungen sein, neue Waffen zu entwickeln, "um es zu durchdringen oder zu durchkreuzen", sagte er.

Die Beziehungen zwischen Nord- und Südkorea befinden sich auf einem Tiefpunkt. Beide Länder sind auch nach dem Ende des Korea-Kriegs im Jahre 1953 formell weiterhin im Kriegszustand. Die USA haben zehntausende Soldaten in Südkorea stationiert, unter anderem zum Schutz Südkoreas.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

Empfohlen

Pakistan erklärt Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran für eröffnet

Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif hat die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad für eröffnet erklärt. "Mit dem Beginn der Gespräche von Islamabad heute hat der Premierminister von Pakistan, Muhammad Shehbaz Sharif, ein Treffen mit Seiner Exzellenz JD Vance, dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, abgehalten", teilte Sharifs Büro am Samstag mit. Zuvor hatte Sharif Medienberichten zufolge die iranische Delegation empfangen.

Großbritannien setzt Rückgabe-Plan für Chagos-Inseln wegen US-Kritik aus

Die britische Regierung wird ihren Plan zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius wegen der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump vorerst nicht weiter verfolgen. Das teilte ein Regierungssprecher am Samstag in London mit. "Wir glauben weiterhin, dass das Abkommen der beste Weg ist, um die Zukunft der Militärbasis langfristig zu sichern, aber wir haben immer gesagt, dass wir das Abkommen nur weiter vorantreiben, wenn es die Unterstützung der USA hat", erklärte der Sprecher.

Wirtschaftsweise: "Die meisten Menschen können höhere Spritpreise verkraften"

Vor den geplanten Beratungen der Koalitionsvertreter über Maßnahmen gegen die hohen Energiepreise hat die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer vor Entlastungen "mit der Gießkanne" gewarnt. "Das ist eine Krise, wie sie immer wieder mal vorkommt", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. "Die meisten Menschen können diese höheren Spritpreise verkraften." Für die wenigsten Menschen seien die Mehrkosten existenzbedrohend.

US-Vizepräsident Vance zu Verhandlungen mit Iran in Pakistan eingetroffen

US-Vizepräsident JD Vance ist zu den geplanten Verhandlungen über eine Beendigung des Iran-Kriegs in Pakistan eingetroffen. Das Flugzeug mit Vance an Bord landete am Samstagvormittag auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP. Der US-Vizepräsident leitet eine Delegation, die ab Samstag unter Vermittlung Pakistans Verhandlungen mit Vertretern aus Teheran über eine dauerhafte Beilegung des seit Ende Februar andauernden Iran-Krieges führen soll.

Textgröße ändern: