Deutsche Tageszeitung - Frankreichs Premier Bayrou erneut mit Misstrauensvotum konfrontiert

Frankreichs Premier Bayrou erneut mit Misstrauensvotum konfrontiert


Frankreichs Premier Bayrou erneut mit Misstrauensvotum konfrontiert
Frankreichs Premier Bayrou erneut mit Misstrauensvotum konfrontiert / Foto: © AFP/Archiv

Wegen einer ergebnislosen Rentendebatte muss sich der französische Premierminister François Bayrou am Dienstagnachmittag erneut einem Misstrauensvotum stellen, das er aber voraussichtlich überstehen wird. Eingebracht hat den Antrag die sozialistische Partei PS, nachdem eine mehrere Monate dauernde Debatte der Regierung mit den Sozialpartnern über eine erneute Rentenreform ergebnislos geblieben war.

Textgröße ändern:

Die rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen, die als größte Fraktion in der Nationalversammlung den Sturz der Regierung ermöglichen könnte, hat bereits angekündigt, das Misstrauensvotum nicht zu unterstützen.

Bayrou hatte im Januar als Zugeständnis an die Linken eine mehrmonatige Rentendebatte begonnen, die "tabulos" sein, zugleich aber ein "finanzierbares" Modell vorschlagen sollte. Damit hatte er sich den Verzicht der Sozialisten ausgehandelt, weitere Misstrauensanträge zu unterstützen. Die Sozialisten fordern, die 2023 verabschiedete Rentenreform, die das Rentenalter von 62 auf 64 Jahre heraufgesetzt hat, in Teilen rückgängig zu machen.

Sollte Bayrou dieses achte Misstrauensvotum überstehen, ist das Überleben der Regierung voraussichtlich bis nach der Sommerpause gesichert. Dann beginnen die Verhandlungen, um die angekündigten Sparmaßnahmen in Höhe von 40 Milliarden Euro durchzusetzen.

"Wir werden uns den Plan im Herbst ansehen, wenn er uns nicht gefällt, werden wir uns verantwortlich zeigen", sagte der Vizechef des rechtspopulistischen RN, Sébastien Chénu. "Die Regierung macht es nicht mehr lange", sagte auch Parteichef Jordan Bardella.

Der RN hat derzeit wenig Interesse an einem Regierungssturz und möglichen Neuwahlen. Dann würde die Fraktionsvorsitzende Marine Le Pen ihren Abgeordnetensitz verlieren und nicht wieder antreten können. Sie war im März wegen der Veruntreuung von EU-Geldern zu einer - derzeit aufgeschobenen - Freiheitsstrafe von vier Jahren, davon zwei auf Bewährung, und zu einem bereits geltenden Kandidaturverbot verurteilt worden.

(M.Dorokhin--DTZ)

Empfohlen

Berlin-Wahl: Linke und CDU streiten über Strategien gegen Wohnungsnot

Die wachsende Wohnungsnot in der Hauptstadt bestimmt wenige Tage vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin weiter den Wahlkampf. Während die Spitzenkandidatin der Berliner Linken, Elif Eralp, sich am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin" erneut für eine Enteignung großer Wohnungsbaugesellschaften aussprach, machte sich CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers für eine Bebauung des Tempelhofer Feldes stark.

Ministerin Prien: Bildung muss Topthema in Deutschland werden

Nach dem schlechten Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler bei der neuen Pisa-Studie hat Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) von der Bundesregierung eine deutlich höhere Priorisierung des Themas Bildung gefordert. "Entscheidend ist, dass wir insgesamt Bildung zum Top-Thema in Deutschland machen, auf allen staatlichen Ebenen", sagte Prien laut einem Bericht vom Dienstag in einem Podcast des Portals Politico.

18-Jähriger räumt Beteiligung an sechs Raubüberfällen bei Online-Dates ein

Vor dem Landgericht Berlin hat ein 18-Jähriger die Beteiligung an sechs von sieben angeklagten Raubtaten eingeräumt. Die Opfer sollen über Dating-Apps kontaktiert und in ihren Wohnungen überfallen worden sein.

Trump-Sohn bestätigt "großzügiges Hochzeitsgeschenk" von russischem Geschäftsmann

Ein russischer Geschäftsmann mit Verbindungen zum Kreml hat die Feierlichkeiten nach der Hochzeit des ältesten Sohnes von US-Präsident Donald Trump finanziert. Dies bestätigten Donald Trump Jr. und seine Frau Bettina Trump am Montag, nachdem bereits die Investigativ-Website "ProPublica" darüber berichtet hatte. Beide erklärten im Onlinedienst Instagram, ihr "lieber Freund" Umar Kremlew habe im Mai auf den Bahamas "sehr großzügig zwei unglaubliche Nächte" voller Feierlichkeiten ausgerichtet.

Textgröße ändern: