Deutsche Tageszeitung - Gericht: Sexualstraftäter darf trotz Psychose in Türkei abgeschoben werden

Gericht: Sexualstraftäter darf trotz Psychose in Türkei abgeschoben werden


Gericht: Sexualstraftäter darf trotz Psychose in Türkei abgeschoben werden
Gericht: Sexualstraftäter darf trotz Psychose in Türkei abgeschoben werden / Foto: © AFP/Archiv

Ein verurteilter Sexualstraftäter darf in die Türkei abgeschoben werden, obwohl er an einer Psychose leidet. Er sei eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, erklärte das Verwaltungsgericht Düsseldorf am Dienstag. Es lehnte den Eilantrag des Türken gegen die Stadt Moers ab.

Textgröße ändern:

Der Mann verbüßt wegen des jahrelangen sexuellen Missbrauchs seiner minderjährigen Stieftochter eine Haftstrafe. Auch nach seiner bevorstehenden Entlassung aus dem Gefängnis muss er eine elektronische Fußfessel tragen, wie das Gericht ausführte. Er wurde ausgewiesen.

Die öffentliche Sicherheit wiegt hier dem Eilbeschluss zufolge schwerer als das Interesse des Manns und seiner Familie. Der Mann hält sich seit etwa 30 Jahren rechtmäßig in Deutschland auf. Er verweigerte weitgehend, seine Krankheit behandeln zu lassen.

Eine solche Therapie sei auch in der Türkei möglich, erklärte das Gericht. Die Ausweisung sei rechtens. Nach seiner Ausreise gilt für den Mann für zehn Jahre ein Einreise- und Aufenthaltsverbot.

Ob er tatsächlich noch vor Ende seiner Zeit im Gefängnis abgeschoben werden könne, hänge davon ab, ob die türkischen Behörden ihm das notwendige Passersatzpapier ausstellten.

Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde erhoben werden, über die das Oberverwaltungsgericht in Münster entscheiden würde.

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Stichwahl ums Präsidentenamt in Bulgarien

In Bulgarien entscheidet sich am Sonntag in einer Stichwahl, wer künftig an der Spitze des Staates steht. Die russlandfreundliche derzeitige Präsidentin Ilijana Jotowa steht dabei ihrem prowestlichen Herausforderer Andrej Gjurow gegenüber. Im ersten Durchgang vor einer Woche lag Jotowa mit 35 Prozent der Stimmen nur knapp vor Gjurow, der auf 32 Prozent kam.

Trump bringt Angriffe auf weitere Ziele im Iran ins Spiel

US-Präsident Donald Trump hat mögliche neue Angriffe auf Ziele im Iran ins Spiel gebracht. "Wir haben ihr Atomprogramm ausgeschaltet. Wir müssen uns noch um, ich würde sagen, ein oder zwei Anlagen kümmern, aber das können wir in zehn Minuten erledigen", sagte Trump am Samstag vor Journalisten auf seinem Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida.

Ausschreitungen bei Protesten in Frankreich - insgesamt 565 Festnahmen

Bei Ausschreitungen am Rande landesweiter Massenproteste in Frankreich sind am Samstag 565 Menschen festgenommen worden. Dies teilte das französische Innenministerium am Abend mit. In Paris wurden zudem fünf Sicherheitskräfte verletzt, darunter drei durch Molotowcocktails, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei einem der Angriffe geriet die Uniform eines Gendarmen durch einen Molotowcocktail in Brand.

Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt - mehr als 30 Festnahmen

Nach zunächst weitgehend friedlichen Jugendprotesten ist es am Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main zu schweren Ausschreitungen mit Angriffen auf Polizisten und Plünderungen gekommen. Nach Angaben der Polizei bewarfen Randalierer Einsatzkräfte mit Molotowcocktails und schlugen die Fensterscheiben mehrerer Geschäfte ein, darunter die eines Waffenladens. Bis zum späten Abend wurden demnach mehr als 30 Menschen vorläufig festgenommen.

Textgröße ändern: