Deutsche Tageszeitung - Bundesdrogenbeauftragter: Mehr als 2100 Drogentote im vergangenen Jahr

Bundesdrogenbeauftragter: Mehr als 2100 Drogentote im vergangenen Jahr


Bundesdrogenbeauftragter: Mehr als 2100 Drogentote im vergangenen Jahr
Bundesdrogenbeauftragter: Mehr als 2100 Drogentote im vergangenen Jahr / Foto: © AFP/Archiv

In Deutschland sind im vergangenen Jahr 2137 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben. Das waren 90 weniger als im Vorjahr, wie der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (CDU), am Montag in Berlin mitteilte. Als besorgniserregend bezeichnete er den Anstieg der Todesfälle bei jungen Drogenabhängigen unter 30 Jahren. Die Zahl stieg demnach innerhalb eines Jahres um 14 Prozent.

Textgröße ändern:

Sorge bereitet dem Bundesdrogenbeauftragten zudem der sprunghafte Zuwachs an Todesfällen in Verbindung mit synthetischen Opioiden wie etwa Fentanyl. Noch nie seien synthetische Opioide bei so vielen Todesfällen gefunden worden, im vergangenen Jahr stieg die Zahl demnach um 16 Prozent auf 342 Todesfälle. Die Zahl der Drogentoten durch sogenannte Neue Psychoaktive Stoffe stieg um mehr als 70 Prozent auf 154.

Streeck forderte "ein systematisches, flächendeckendes Monitoring- und Warnsystem, das schnell erkennt, welche Substanzen auf dem Markt zirkulieren". In rund der Hälfte der Todesfälle seien keine toxikologischen Gutachten oder Obduktionen vorgenommen worden. Eine nachhaltige Strategie gegen Drogenkonsum und -sterblichkeit könne es nur auf Basis valider Daten geben.

"Wir erleben eine quasi pandemische Dynamik, die wir schon kennen - einzelne Ausbrüche, neue Substanzen, schnelle Verbreitung, lückenhafte Datenlage und ein System, das zu träge ist, um rechtzeitig zu reagieren", erklärte Streeck. "Wenn wir nicht aufpassen, verschärft sich diese Entwicklung in wenigen Jahren zu einer Krise mit massiven gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgen."

(L.Svenson--DTZ)

Empfohlen

Protesttag in Frankreich: Streit um Route von zentralem Demonstrationszug in Paris

Unmittelbar vor neuen angekündigten Großkundgebungen gegen hohe Lebenshaltungskosten am Samstag in Frankreich gibt es Streit um die Route des zentralen Demonstrationszugs in der Hauptstadt Paris. Die gerichtliche Verlegung der Streckenführung sei eine "schwerwiegende Infragestellung unserer Rechte", erklärte der Studierendenverband Fage. Die Interessenvertretung der Studierenden werde sich nun beraten, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Parteitag der Linken in Berlin: Eralp sieht ihre Partei geeint

Vor dem Landesparteitag der Berliner Linken sieht Spitzenkandidatin Elif Eralp ihre Partei geeint. Sie glaube, "dass die Partei mit ganz, ganz großer Mehrheit sich hinter mich stellen wird", sagte Eralp am Samstagmorgen dem Sender rbb24 Inforadio. "Ich habe Aufrufe von vielen, vielen Menschen aus der Partei bundesweit, dass sie zu 100 Prozent hinter mir stehen und mich unterstützen auf dem Weg ins Rote Rathaus."

Flávio Bolsonaro begründet Flucht aus Brasilien mit angeblicher "Verfolgung"

Der bei der brasilianischen Präsidentschaftswahl unterlegene Flávio Bolsonaro hat seine Flucht aus Brasilien mit angeblicher "Verfolgung" in seinem Heimatland begründet. "Die Verfolgung begann sogar früher, als ich gedacht hatte", sagte der Rechtspopulist am Freitag in einem live im Onlinedienst Instagram übertragenen Video. "Ich habe Brasilien nicht verlassen, ich bin für Brasilien gegangen", fügte er hinzu.

UN-Biodiversitätskonferenz einigt sich auf zentrale Naturschutz-Beschlüsse

Nach zwei Wochen zäher Verhandlungen haben sich die knapp 200 Teilnehmerstaaten der UN-Biodiversitätskonferenz (COP17) in Armenien auf wichtige Beschlüsse zum Schutz der Natur geeinigt. Im Plenarsaal in Eriwan brach am Freitagabend Applaus aus. Allerdings blieben Fortschritte bei einigen besonders umstrittenen Fragen begrenzt. Zum Gastgeber der nächsten Konferenz im Jahr 2028 bestimmten die Staaten Ecuador.

Textgröße ändern: