Deutsche Tageszeitung - Trump sieht vor Treffen mit Netanjahu "gute Chance" für Gaza-Waffenruhe

Trump sieht vor Treffen mit Netanjahu "gute Chance" für Gaza-Waffenruhe


Trump sieht vor Treffen mit Netanjahu "gute Chance" für Gaza-Waffenruhe
Trump sieht vor Treffen mit Netanjahu "gute Chance" für Gaza-Waffenruhe / Foto: © AFP/Archiv

Vor einem Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu in Washington hat sich US-Präsident Donald Trump optimistisch für eine Waffenruhe im Gazastreifen gezeigt. Bei den neu aufgenommenen indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas gebe es eine "gute Chance" auf eine Einigung in den nächsten Tagen. Diese Verhandlungen waren am Sonntag in Katar begonnen worden und sollten am Montag weitergehen.

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"Ich glaube, dass wir eine gute Chance haben, mit der Hamas in der kommenden Woche einen Deal abzuschließen", der die Freilassung israelischer Geiseln beinhalte, sagte Trump am Sonntag vor Journalisten. "Viele werden freikommen."

Der US-Präsident will Netanjahu am Montagabend (Ortszeit) im Weißen Haus empfangen. Entgegen den üblichen Gepflogenheiten sollen diesmal keine Journalisten anwesend sein. Trump hat die Beendigung des Krieges im Gazastreifen zu einer seiner außenpolitischen Prioritäten gemacht, während Israel die Vernichtung der Hamas zu seinem Ziel erklärt hat.

Es ist bereits Netanjahus dritter Besuch im Weißen Haus seit Trumps Amtsantritt im Januar. Im Vorfeld des neuerlichen Treffens äußerte Netanjahu die Hoffnung, dass sein Besuch Fortschritte auf dem Weg zu einem Abkommen bringen werde.

Auf dem Tisch liegt derzeit ein Vorschlag der internationalen Vermittler für eine 60-tägige Feuerpause. In Katar, neben den USA und Ägypten eines der Vermittlerländer, begannen darüber am Sonntag neue indirekte Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas. Die Konfliktparteien tauschten sich nach palästinensischen Angaben dabei mit Hilfe von Vermittlern über die mögliche Umsetzung einer Waffenruhe und die Rückkehr von Geiseln aus.

Die "Diskussionen über den vorliegenden Vorschlag" sollten am Montag in Katars Hauptstadt Doha fortgesetzt werden, sagte ein mit den Verhandlungen vertrauter Palästinenservertreter der Nachrichtenagentur AFP. Diese erfuhr aus Verhandlungskreisen, dass die Hamas laut dem vorliegenden Vorschlag während der 60-tägigen Waffenruhe zehn lebende Geiseln und mehrere Leichen im Austausch gegen von Israel inhaftierte Palästinenser freilassen soll.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation, die mit ihrem brutalen Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Gaza-Krieg ausgelöst hatte, stellt den Angaben zufolge aber Bedingungen: Sie fordere einen israelischen Rückzug sowie Garantien, dass während der Verhandlungen die Kämpfe nicht wieder aufgenommen werden. Zudem solle das UN-geführte Verteilungssystem für Hilfsgüter wieder gestartet werden.

Die neuen Forderungen der Hamas waren von Netanjahu im Vorfeld der neuen Gespräche als "inakzeptabel" bezeichnet worden. Er habe das israelische Verhandlungsteam mit "klaren Anweisungen" nach Doha entsandt, um eine Einigung "unter den vereinbarten Bedingungen" zu erzielen, sagte er. Israels Präsident Isaac Herzog erklärte, Netanjahu habe in Washington eine "wichtige Mission: ein Abkommen zur Heimkehr aller unserer Geiseln voranzutreiben".

Bei ihrem Großangriff auf Israel hatten die Hamas und verbündete Gruppen rund 1200 Menschen getötet. Zudem wurden 251 Geiseln in den Gazastreifen verschleppt, von denen derzeit noch 49 in dem Palästinensergebiet festgehalten werden. Mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben tot.

Israel hat nach dem Hamas-Angriff einen massiven Militäreinsatz im Gazastreifen gestartet, der zuletzt noch ausgeweitet wurde. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes wurden dabei am Montag erneut mindestens zwölf Menschen getötet. Sechs von ihnen starben demnach bei einem israelischen Angriff auf ein Krankenhaus, das als Unterkunft für Binnenvertriebene dient. Seit Beginn des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen wurden nach Hamas-Angaben mehr als 57.400 Menschen getötet, die Vereinten Nationen betrachten diese Zahl als glaubwürdig.

Neben der Fortsetzung des Einsatzes im Gazastreifen griff die israelische Armee erneut auch Stellungen der Huthi-Miliz im Jemen an. Luftwaffe und Marine hätten "Terrorinfrastruktur" der mit der Hamas verbündeten pro-iranischen Rebellen in den Häfen von Hodeida, Ras Isa und Salif angegriffen, erklärte die israelische Armee. Die Huthi-Miliz erklärte ihrerseits, sie habe als Vergeltung Raketen auf Israel abgefeuert.

(V.Varonivska--DTZ)

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