Deutsche Tageszeitung - Frankreichs Senat stimmt für massiven Ausbau der Atomkraft

Frankreichs Senat stimmt für massiven Ausbau der Atomkraft


Frankreichs Senat stimmt für massiven Ausbau der Atomkraft
Frankreichs Senat stimmt für massiven Ausbau der Atomkraft / Foto: © AFP/Archiv

Der französische Senat hat den Ausbau der Atomkraft und den Bau von 14 neuen Atomkraftwerken gebilligt. Die Senatoren verabschiedeten in der Nacht zu Mittwoch einen entsprechenden Gesetzentwurf zur Energieversorgung, der im September erneut in der Nationalversammlung debattiert wird. Der umstrittene vorläufige Stopp für Wind- und Sonnenenergie, den die konservativen Republikaner in der Nationalversammlung eingebracht hatten, ist zunächst vom Tisch.

Textgröße ändern:

Allerdings zeichnen sich innerhalb des Regierungslagers unterschiedliche Positionen zum Umgang mit erneuerbaren Energien ab. Innenminister Bruno Retailleau forderte kürzlich in einem Zeitungsbeitrag, staatliche Subventionen von Wind- und Solarenergie einzustellen. Industrieminister Marc Ferracci kritisierte diese Position und verwies auf die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien. Vor den Senatoren verteidigte er einen "ausgewogenen Energiemix, der die Stärke der Atomenergie und das Potenzial erneuerbarer Energien kombiniert".

In dem aktuellen Gesetzentwurf wird der parallele Ausbau erneuerbarer Energien gefordert. Ziel ist demnach ein Anteil von 58 Prozent "emissionsarmer" Energie im Vergleich zu 40 Prozent heute - wobei Frankreich Atomkraft und erneuerbare Energien unter der Bezeichnung "emissionsarm" zusammenfasst.

Das Regierungslager hatte den Gesetzentwurf im Juni in der Nationalversammlung abgelehnt, weil die Republikaner mit den Stimmen der Rechtspopulisten ein Moratorium auf neue Wind- und Solaranlagen hineingeschrieben hatten. Deswegen ging das Gesetz in seiner ursprünglichen Fassung zurück an den Senat. Die Nationalversammlung kann das Moratorium nicht erneut hineinschreiben.

Die Regierung will bis zum Sommer ihren Plan für die Energieversorgung der kommenden zehn Jahre vorlegen. Ursprünglich hätte das Gesetz die Grundlage dafür bilden sollen. Inzwischen kündigte die Regierung an, ihren Plan bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes vorzustellen.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Hegseth: Iran kann keine Raketen mehr bauen - US-Armee bleibt einsatzbereit

Die USA haben nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth mit ihren Angriffen im Iran-Krieg die Fähigkeiten der Islamischen Republik zum Bau von Raketen zerstört. "Wir haben die vollständige Zerstörung der iranischen Verteidigungsindustrie abgeschlossen, ein zentrales Element unseres Auftrags", sagte Hegseth am Mittwoch in Washington. "Sie können keine Raketen mehr bauen." Auch andere hochentwickelte Waffen könne das Land nicht mehr herstellen.

Iran-Waffenruhe: Merz fordert "Verhandlungen für dauerhaftes Ende des Krieges"

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg begrüßt. "Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln", erklärte er am Mittwoch. "Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen." Der Kanzler kündigte zudem einen Beitrag Deutschlands zur Sicherung der Straße von Hormus an. Inwieweit sich dabei die Bundeswehr beteiligen könnte, blieb aber offen.

Vance: Europäer offenbar nicht sonderlich interessiert an Lösung des Ukraine-Konflikts

US-Vizepräsident JD Vance hat europäischen Staats- und Regierungschefs vorgeworfen, nicht genug für ein Ende des Ukraine-Krieges zu tun. "Wir sind von vielen politischen Entscheidungsträgern in Europa enttäuscht, da sie offenbar nicht sonderlich daran interessiert sind, diesen Konflikt zu lösen", sagte Vance am Mittwoch bei seinem Besuch in Ungarn. Es gebe zwar "erhebliche Fortschritte" bei den Bemühungen zur Lösung des Konflikts. Dieser Konflikt sei aber der "am schwersten zu lösende".

Feuerpause im Iran-Krieg: Washington und Teheran verkünden "Sieg" - neue Angriffe

Im Iran-Krieg sollen nach gut fünf Wochen die Waffen schweigen: US-Präsident Donald Trump gab am Dienstagabend (Ortszeit) eine von Pakistan vermittelte "beidseitige Waffenruhe" bekannt. Sowohl die USA als auch der Iran nahmen einen "Sieg" für sich in Anspruch. Die Vereinbarung, welche auch die Wiederöffnung der Straße von Hormus vorsieht, wurde international begrüßt. Der Ölpreis gab nach, an den Börsen legten die Kurse zu. Allerdings meldeten Golfstaaten weitere Angriffe aus dem Iran.

Textgröße ändern: