Deutsche Tageszeitung - Ermittlungen in Frankreich gegen X wegen politischer Einflussnahme

Ermittlungen in Frankreich gegen X wegen politischer Einflussnahme


Ermittlungen in Frankreich gegen X wegen politischer Einflussnahme
Ermittlungen in Frankreich gegen X wegen politischer Einflussnahme / Foto: © AFP/Archiv

Die französischen Behörden ermitteln wegen des Verdachts der politischen Einflussnahme gegen die Onlineplattform X von Multimilliardär Elon Musk. Die Ermittlungen richteten sich gegen die Onlineplattform sowie deren Betreiber, erklärte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau am Freitag. Im Raum steht demnach der Verdacht, dass die Algorithmen der Plattform in einer Weise geändert wurden, die die Verbreitung bestimmter Inhalte und Meinungen bevorzugt.

Textgröße ändern:

Auslöser des nun eingeleiteten Ermittlungsverfahrens waren Anfang des Jahres eingegangene Beschwerden. Demnach hatte der Cybersicherheits-Spezialist und Parlamentsabgeordnete Eric Bothorel die Ermittlungsbehörden auf "jüngste Veränderungen des X-Algorithmus" hingewiesen sowie "eine offensichtliche Einmischung in dessen Management seit dem Kauf durch Elon Musk" im Jahr 2022 moniert. Der Abgeordnete beklagte einen Rückgang der Meinungsvielfalt bei X. Demnach entfernte sich die Plattform von dem Ziel, "eine sichere und respektvolle Umgebung" für alle Nutzer zu bieten.

Der Parlamentarier bemängelte zudem "mangelnde Klarheit über die Kriterien, die zu Änderungen der Algorithmen geführt haben" und Unklarheit bei Entscheidungen von Moderatoren der Plattform. "Persönliche Einmischungen von Elon Musk" in den Betrieb der Onlineplattform stellten"eine echte Gefahr und Bedrohung für unsere Demokratien dar", warnte Bothorel.

In einer zweiten Beschwerde hatte ein für Cybersicherheit zuständiger Beamter die Staatsanwaltschaft auf "eine wichtige Änderung des bei X genutzten Algorithmus" hingewiesen, der zu einer enormen Zunahme von Inhalten geführt habe, die politischen Hass, Rassismus sowie Häme gegen sexuelle Minderheiten transportierten. Damit zielten die auf X verbreiteten Inhalte darauf ab, "den demokratischen Diskurs in Frankreich zu beeinflussen".

Im nun eingeleiteten Ermittlungsverfahren geht es laut Staatsanwaltschaft um Vorwürfe wie bandenmäßige organisierte Änderung von Datenverarbeitungssystemen und bandenmäßiges betrügerisches Abschöpfen von Daten aus Datenverarbeitungssystemen. Der Eröffnung des Verfahrens gingen demnach "Untersuchungen und Beiträge" französischer Wissenschaftler und verschiedener Institutionen voraus.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

EU und Kanada wollen mit neuer Allianz "gemeinsam Krisen standhalten"

Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu den USA und China haben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa in Kanada Premierminister Mark Carney getroffen, um eine neue Partnerschaft zu besiegeln. Beide Seiten wollten noch im Laufe des Freitags beim EU-Kanada-Gipfel in Montreal eine Reihe von Abkommen vorstellen, die Bereiche von strategisch wichtigen Rohstoffen bis zu Künstlicher Intelligenz abdecken.

G20-Außenministertreffen in Atlanta: Wadephul gegen Familienfoto mit Lawrow

Beim G20-Außenministertreffen in den USA sorgt die Einladung des russischen Chefdiplomaten Sergej Lawrow für Unmut. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagte am Freitag am Rande der Gespräche in Atlanta im Bundesstaat Georgia, es werde wegen des Widerstands der Europäer voraussichtlich kein gemeinsames G20-Foto mit Lawrow geben. Er appellierte zugleich an Russland, sich mit der Ukraine an den Verhandlungstisch zu setzen.

Merz und Wadephul fordern Diplomatie statt neuer Angriffe auf Iran nach Midterms

Vor dem Hintergrund von Spekulationen über neue Angriffe auf den Iran nach den US-Kongresswahlen hat die Bundesregierung zu einer diplomatischen Lösung des Konfliktes aufgerufen. "Ich kann nur an alle Konfliktparteien appellieren: Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Freitag im südkoreanischen Seoul. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) warnte am Rande des G20-Außenministertreffens in der US-Großstadt Atlanta ebenfalls vor der Gefahr neuer Angriffe auf den Iran nach den Midterms am kommenden Dienstag.

Feuerpause in Oleschky: Einwohner aus besetzter ukrainischer Stadt evakuiert

Inmitten einer Feuerpause haben zur Flucht bereite Einwohner von Oleschky die von Russland besetzte südukrainische Stadt verlassen können. "Die ukrainische Delegation ist zusammen mit den Einwohnern von Oleschky nach Anapa aufgebrochen. Von dort aus werden sie nach Belarus fliegen und dann mit dem Bus nach Hause fahren", erklärte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag im Onlinedienst Telegram.

Textgröße ändern: