Deutsche Tageszeitung - Thüringen: Korruptionsermittlungen gegen BSW-Spitzenpolitiker eingestellt

Thüringen: Korruptionsermittlungen gegen BSW-Spitzenpolitiker eingestellt


Thüringen: Korruptionsermittlungen gegen BSW-Spitzenpolitiker eingestellt
Thüringen: Korruptionsermittlungen gegen BSW-Spitzenpolitiker eingestellt / Foto: © AFP/Archiv

Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat die Korruptionsermittlungen gegen die Thüringer BSW-Spitzenpolitiker Katja Wolf und Steffen Schütz eingestellt. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte am Freitag, dass das Ermittlungsverfahren gegen Wolf und Schütz wegen Vorwürfen der Vorteilsannahme beziehungsweise Vorteilsgewährung mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt wurde. Zuvor hatte die BSW-Landtagsfraktion über die Einstellung der Ermittlungen informiert.

Textgröße ändern:

Aufgrund einer anonymen Anzeige war vor mehreren Monaten ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der Vorteilsnahme beziehungsweise Vorteilsgewährung gegen Wolf und Schütz eingeleitet worden, die beide Mitglieder der Thüringer Landesregierung sind. Dabei ging es der Justizbehörde zufolge um die Prüfung der Umstände einen gemeinsamen Auslandsaufenthalts über den Jahreswechsel 2023/2024. Weitere Details wurde dazu nicht bekannt. Beide versicherten stets, sie hätten sich nichts vorzuwerfen.

Wolf ist Finanzministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin im Kabinett von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). Schütz gehört der Regierung aus CDU, BSW und SPD als Infrastrukturminister an. Sie sitzen seit der Wahl in Thüringen im September auch als Abgeordnete im Landtag. Beide führten bis April gemeinsam den BSW-Landesverband. Während Wolf im April in dem Amt bestätigt wurde, trat Schütz nicht wieder an.

Wolf hatte bis zu ihrem Parteiwechsel zu den bekanntesten Linken-Politikern im Freistaat gehört. Sie saß bereits von 1999 bis 2012 im Thüringer Landtag, bevor sie Oberbürgermeisterin von Eisenach wurde. Dieses Amt übte sie zwölf Jahre lang aus. Schütz war bis zur seiner Wahl in den Landtag Geschäftsführer einer auf Markenentwicklung und -kommunikation spezialisierten Werbeagentur.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Weltklimarat soll im Dezember über nächsten Sachstandsbericht beraten

Nach den vorerst gescheiterten Verhandlungen über den Zeitplan für den nächsten großen Sachstandsbericht will der Weltklimarat (IPCC) Anfang Dezember erneut über noch offene Fragen beraten. Bei der virtuell abgehaltenen Sitzung vom 1. bis zum 3. Dezember solle über die Veröffentlichung des nächsten Sachstandsberichts sowie über den Haushalt beraten werden, erklärte der Weltklimarat am Donnerstag.

Frankreich verweigert österreichischem Rechtsextremisten Sellner die Einreise

Der rechtsextreme österreichische Aktivist Martin Sellner ist nach eigenen Angaben von den französischen Behörden an der Einreise nach Frankreich gehindert worden. "Ich bin am Flughafen in Frankreich festgehalten worden. Morgen werde ich abgeschoben", erklärte Sellner am Donnerstag im Onlinedienst X. Eigentlich wollte der 37-Jährige am Freitag sein Buch "Remigration" in einer Pariser Buchhandlung vorstellen und eine Signierstunde geben. Linke Gruppen hatten zu Protesten dagegen aufgerufen.

Medien: Ranghöchster Stratege der US-Armee überraschend entlassen

Vor dem Hintergrund möglicher neuer US-Angriffe auf den Iran ist der ranghöchste Stratege im US-Militär laut einem Medienbericht unerwartet entlassen worden. Der im Generalstab für Planungs- und Politikfragen zuständige Generalleutnant Brett Sylvia sei in dieser Woche von seinem Posten abberufen worden, berichtete das US-Magazin "The Atlantic" am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf namentlich nicht genannte Vertreter des Verteidigungsministeriums in Washington. US-Medien zufolge stand die Entlassung im Zusammenhang mit dem angeblichen Durchstechen von Geheiminformationen durch Sylvia.

"Angst"-Eingeständnis von Eralp wird neue Belastungsprobe für Rot-Grün-Rot in Berlin

Die durch einen Medienbericht öffentlich gewordene Angst der Berliner Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp vor Hamas-Sympathisanten ist zu einer neuen Belastungsprobe für die Koalitionsbildung ihrer Partei mit Grünen und SPD geworden. Während sich die Grünen nach der Veröffentlichung eines "Spiegel"-Berichts am Donnerstag hinter die mögliche künftige Regierende Bürgermeisterin stellten, äußerte sich der Berliner SPD-Fraktionschef Steffen Krach distanziert. Eralp gab sich kämpferisch: "Ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen."

Textgröße ändern: