Deutsche Tageszeitung - EU und Paris mahnen Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden an

EU und Paris mahnen Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden an


EU und Paris mahnen Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden an
EU und Paris mahnen Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden an / Foto: © AFP

Nach einem Streit um die Unabhängigkeit der ukrainischen Antikorruptionsbehörden hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gemahnt, diese dauerhaft zu schützen. Die Ukraine habe "auf ihrem europäischen Weg schon viel erreicht", schrieb von der Leyen am Sonntag im Onlinedienst X. Das Land müsse nun darauf aufbauen und "die Unabhängigkeit der Antikorruptionsbehörden wahren", fügte sie hinzu.

Textgröße ändern:

Sie habe darüber "ein gutes Gespräch" mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj geführt. Die Antikorruptionsbehörden seien ein "Eckstein des ukrainischen Rechtsstaates", fügte sie hinzu.

Auch der französische Präsident Emmanuel Macron redete seinem Amtskollegen ins Gewissen. "Wir haben die Überzeugung geteilt, dass das, was die Ukraine heute auch von Russland unterscheidet, darin besteht, dass sie trotz des Krieges eine lebendige Demokratie bleibt und dass sie weiterhin auf ihrem europäischen Weg voranschreiten will", schrieb Macron auf X. In diesem Zusammenhang hätten beide Präsidenten "die Bedeutung des Kampfs gegen die Korruption bekräftigt, die von unabhängigen und effizienten Behörden getragen wird", fügte er hinzu.

Selenskyj hatte im eigenen Land und international Kritik ausgelöst, indem er vergangenen Dienstag zwei Antikorruptionsstellen der Generalstaatsanwaltschaft unterstellt und damit faktisch deren Unabhängigkeit aufgehoben hatte.

Nach Protesten legte er am Donnerstag einen neuen Gesetzesentwurf vor, der die Unabhängigkeit der Behörden sicherstellen soll. Das Gesetz sieht zudem vor, dass Mitarbeiter der Antikorruptionsbehörden, der Polizei und der Ermittlungsbehörde sich künftig regelmäßig Tests durch Lügendetektoren unterziehen müssen. Die Regierung in Kiew will russische Einflussnahme verhindern. Das Parlament soll sich in der kommenden Woche damit befassen.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Nach Flucht in USA: Bolsonaro bezeichnet sich als "echten Präsidenten" Brasiliens

Nach seiner Flucht in die USA hat sich der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Rechtspopulist Flávio Bolsonaro zum Wahlsieger erklärt. "Ich bin der gewählte Präsident, und die Kriminellen, die die Wahl in Brasilien gestohlen haben, sind Teil einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat", erklärte Bolsonaro am Mittwoch in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme.

Bericht über Namenstrick: Trump fordert Ausschluss zweier Senatskandidaten in Alaska

Nach einem Bericht über einen mutmaßlichen Namenstrick der Demokraten bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Alaska hat Präsident Donald Trump den Ausschluss zweier Kandidaten gefordert. Die demokratische Bewerberin Mary Peltola und ein Namensvetter des republikanischen Senators Dan Sullivan müssten von den Stimmzetteln gestrichen werden, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social.

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Textgröße ändern: