Deutsche Tageszeitung - BGH: Linken-Fraktionschef Pellmann bekommt keine Entschädigung von Kleinstpartei

BGH: Linken-Fraktionschef Pellmann bekommt keine Entschädigung von Kleinstpartei


BGH: Linken-Fraktionschef Pellmann bekommt keine Entschädigung von Kleinstpartei
BGH: Linken-Fraktionschef Pellmann bekommt keine Entschädigung von Kleinstpartei / Foto: © AFP/Archiv

Der Linken-Bundestagsfraktionschef Sören Pellmann bekommt keine Entschädigung von der rechtsextremistischen Kleinstpartei Freie Sachsen. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe wies am Dienstag Pellmanns Revision zurück. Es ging um Vorgänge rund um eine Demonstration in Leipzig, wo sein Wahlkreis liegt, im September 2022. (Az. VI ZR 426/24)

Textgröße ändern:

Pellmann hatte für den 5. September 2022 eine Demonstration auf dem Leipziger Augustusplatz gegen das Steigen der Energie- und Lebensmittelpreise angemeldet. Auch die Freien Sachsen kündigten daraufhin eine Demonstration für diesen Tag und zur selben Uhrzeit auf dem Augustusplatz an.

Im Onlinedienst Telegram bewarb die rechtsextremistische Partei die Demonstration und ließ es so aussehen, als sei ein gemeinsamer Protest geplant. Pellmann war namentlich genannt. Er erwirkte eine Unterlassungsverfügung gegen den Telegram-Beitrag, woraufhin die Kleinstpartei diesen löschte.

Zudem forderte Pellmann Entschädigung von den Freien Sachsen. Er argumentierte, dass sein guter Ruf und seine Glaubwürdigkeit deutlich Schaden genommen hätten, weil zu Unrecht der Eindruck erweckt worden sei, dass er mit den Freien Sachsen kooperiere.

Das Landgericht Leipzig gab ihm in erster Instanz im Dezember 2023 Recht und verhängte eine Entschädigungszahlung von 10.000 Euro gegen die rechtsextremistische Partei. Das Oberlandesgericht Dresden hob dieses Urteil aber wieder auf. Nun verhandelte der BGH und prüfte die Dresdner Entscheidung, entschied aber auch gegen Pellmann.

Dieser äußerte sich enttäuscht. "Es ist bedauerlich, dass der BGH die heutige Chance verpasst hat, den Schutz vor Desinformation und politischer Vereinnahmung durch Rechtsextreme mit dem bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen effektivsten Mittel – der Anerkennung einer Geldentschädigung – zu stärken", erklärte er und kündigte an, einen Gang vor das Bundesverfassungsgericht zu prüfen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Taiwan: China dringt erstmals in Gewässer um Taiping-Insel ein

China ist nach Angaben aus Taiwan erstmals mit Schiffen in die Gewässer um die Insel Taiping im Südchinesischen Meer eingedrungen. Zwei chinesischen Schiffe seien durch die "verbotenen" Gewässer um die von Taiwan beanspruchte Insel gefahren, teilte die taiwanische Küstenwache am Donnerstag mit. Die Schiffe hätten sich dort 15 Minuten lang aufgehalten, bevor sie von der Küstenwache vertrieben worden seien.

Haßelmann an Merz: Reißen Sie sich zusammen - "die Leute fühlen sich verarscht"

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit scharfen Worten dazu aufgefordert, seiner Regierungsverantwortung nachzukommen. "Reißen Sie sich zusammen, liefern Sie, begegnen Sie den Menschen mit Respekt", sagte sie am Donnerstag im Bundestag angesichts der gewaltigen Reformen, die das Land benötige. "Die Leute fühlen sich verarscht", rief sie ins Plenum. Denn die Kürzungsbemühungen würden auf ihrem Rücken ausgetragen.

Ukrainisches Akw Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten

Das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine ist durch einen Angriff in der Nacht zum Donnerstag erneut von der Stromversorgung von außen abgeschnitten worden. Ein Reserveumspannwerk sei getroffen worden, erklärte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien im Onlinedienst X.

AfD-Chefin Weidel rechnet mit Merz ab: "Abgesang eines Gescheiterten"

AfD-Ko-Chefin Alice Weidel hat die Debatte über die Regierungserklärung von Friedrich Merz für eine Generalabrechnung mit dem Bundeskanzler genutzt. "Diese Regierungserklärung war der Abgesang eines Gescheiterten", sagte Weidel am Donnerstag im Bundestag. Sie warf dem Kanzler und der Bundesregierung eine verfehlte Wirtschafts- und Migrationspolitik vor. Mit ihrer Sozialpolitik betreibe die Regierung "Verachtung der Deutschen".

Textgröße ändern: