Deutsche Tageszeitung - Ukrainer wegen Veruntreuung von 1,9 Milliarden Euro schuldig gesprochen

Ukrainer wegen Veruntreuung von 1,9 Milliarden Euro schuldig gesprochen


Ukrainer wegen Veruntreuung von 1,9 Milliarden Euro schuldig gesprochen
Ukrainer wegen Veruntreuung von 1,9 Milliarden Euro schuldig gesprochen / Foto: © AFP/Archiv

Der ukrainische Milliardär Ihor Kolomojskyj und ein Geschäftspartner sind in Großbritannien wegen der Veruntreuung von 1,9 Milliarden Euro bei Bankgeschäften schuldig gesprochen worden. Die beiden Männer müssten die Bank für den entstandenen Schaden entschädigen, urteilte ein Gericht in London am Mittwoch. Die genaue Entschädigungssumme muss noch bestimmt werden.

Textgröße ändern:

Der 62 Jahre alte Kolomojskyj ist einer der reichsten Männer des Landes und stand früher Präsident Wolodymyr Selenksyj nahe. Zu seinem Medienimperium zählt der Sender, der die beliebte Polit-Comedy-Serie "Diener des Volkes" ausstrahlte, in der Selenskyj einen Präsidentschaftskandidaten spielt.

Kolomojskyj, der zeitweise auch Gouverneur der ukrainischen Region Dnipropetrowsk war, befindet sich seit 2023 wegen Verdachts auf Geldwäsche und Korruption in Haft. Er gilt auch als Drahtzieher eines Auftragsmords. Seine ukrainische Staatsbürgerschaft wurde ihm entzogen.

In dem Verfahren in London ging es um seine Zeit als Chef der Privatbank, der größten ukrainischen Bank. Zwischen 2013 und 2014 soll er mit seinem Geschäftspartner Hennadij Boholjubow Scheindarlehen an Briefkastenfirmen ausgegeben haben, die den beiden selber gehörten. Die 2016 verstaatlichte Bank verklagte die Männer in Großbritannien, wo ebenfalls Briefkastenfirmen ansässig waren.

Die ukrainische Regierungschefin Julia Swyrydenko begrüßte das Urteil und bezeichnete es als "klaren und unbestreitbaren Sieg für die Ukraine". "Einmal mehr hat die Ukraine ihre Fähigkeit bewiesen, für Gerechtigkeit zu sorgen und die Interessen ihrer Bürger auch außerhalb unserer Grenzen zu verteidigen", schrieb sie in Onlinediensten. Auch die Privatbank zeigte sich mit dem Urteil zufrieden.

(W.Budayev--DTZ)

Empfohlen

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien ab - Aufenthaltsort unklar

Nach seiner Niederlage bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat sich der Rechtspopulist Flávio Bolsonaro trotz eines richterlichen Ausreiseverbots ins Ausland abgesetzt. Über seinen Aufenthaltsort herrschte am Mittwoch jedoch Unklarheit: Nach argentinischen Angaben reiste er über Argentinien nach Ecuador. Laut der Website FlightAware war sein Flugzeug auf dem Weg nach Miami. Zuvor hatten US-Medien berichtet, der unterlegene Präsidentschaftskandidat sei in den USA eingetroffen. Die USA erklärten sich zur Aufnahme Bolsonaros bereit und wollten ihm und seiner Familie Visa ausstellen.

Merz: Deutschland wird Rüstungskooperation mit Japan verstärken - Kampfjetbau ausloten

Deutschland will nach den Worten von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) die Rüstungskooperation mit Japan verstärken. Merz nannte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit der japanischen Regierungschefin Sanae Takaichi in Tokio etwa "gemeinsame Entwicklungen für eine innovative Verteidigung der Zukunft". Beide Länder wollen Merz zufolge auch "ausloten, ob eine Zusammenarbeit im Kampfflugzeugbau möglich ist". Ein entsprechender Prüfauftrag sei "vorbereitet".

Nach Ausschreitungen in Frankreich: Randalierer sollen für Schäden zahlen

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen in Frankreich sollen Randalierer und Mitläufer künftig für die entstandenen Schäden aufkommen. Der mehrheitlich rechte Senat verabschiedete einen entsprechenden Gesetzesvorschlag in der Nacht zu Mittwoch mit 229 zu 105 Stimmen. Für das Begleichen der Kosten sollen auch Sozialleistungen herangezogen werden können.

Ukrainischer Präsident Selenskyj wird in Hessen mit Medaille geehrt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird in Hessen mit der höchsten Auszeichnung des Landes geehrt. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) würdigte Selenskyj am Mittwoch in Wiesbaden als "eine der herausragenden internationalen politischen Persönlichkeiten der Gegenwart". Die Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille ist für den 1. Dezember geplant.

Textgröße ändern: