Deutsche Tageszeitung - Südkoreas Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen ehemalige First Lady Kim

Südkoreas Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen ehemalige First Lady Kim


Südkoreas Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen ehemalige First Lady Kim
Südkoreas Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen ehemalige First Lady Kim / Foto: © AFP

Die Staatsanwaltschaft in Südkorea hat einen Haftbefehl gegen die ehemalige First Lady des Landes, Kim Keon Hee, beantragt. Wie Sonderstaatsanwältin Oh Jung Hee am Donnerstag vor Journalisten erklärte, wurde "um 13.21 Uhr (Ortszeit, 6.21 Uhr MESZ) ein Haftbefehl gegen Kim beantragt". Der Ehefrau von Ex-Präsident Yoon Suk Yeol werden Bestechung sowie Aktienmanipulation zur Last gelegt.

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Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat Kim gegen Finanzinvestitionsgesetze und Regelungen zur Finanzierung politischer Parteien verstoßen. Am Mittwoch wurde die 52-jährige demnach mehrere Stunden lang befragt. Örtlichen Medienberichten zufolge bestritt Kim die Vorwürfe bei der Befragung.

Sollte der Haftbefehl vollstreckt werden, wäre dies das erste Mal in der Geschichte Südkoreas, dass ein ehemaliger Präsident und eine ehemalige First Lady gleichzeitig inhaftiert sind.

Ex-Präsident Yoon befindet sich derzeit wegen Amtsmissbrauchs in Haft. Der Versuch, Yoon wegen der Vorwürfe gegen seine Ehefrau zur Befragung vor Gericht vorzuladen, scheiterte der Staatsanwaltschaft zufolge am Donnerstag aufgrund "des heftigen Widerstands des Verdächtigen".

Die ehemalige First Lady Kim gerät nicht zum ersten Mal in die Kritik: 2022 musste sie sich im sogenannten Dior-Taschen-Skandal wegen Bestechungsvorwürfen verantworten, da sie offenbar eine Handtasche der französischen Luxusmarke entgegen genommen hatte. Außerdem wird ihr vorgeworfen, sich in das Nominierungsverfahren für Abgeordnete in Yoons Partei eingemischt zu haben, was einen Verstoß gegen das Wahlgesetz darstellt.

Kims Ehemann, Ex-Staatschef Yoon, hatte Anfang Dezember das Kriegsrecht ausgerufen und Südkorea damit in eine tiefe politische Krise gestürzt. Das Parlament in Seoul stimmte daraufhin für die Absetzung Yoons, was das südkoreanische Verfassungsgericht Anfang April bestätigte. Yoon hatte die drastische Maßnahme mit einem Haushaltsstreit begründet.

(G.Khurtin--DTZ)

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