Deutsche Tageszeitung - Ukrainische Geflüchtete: Wechsel zu Asylleistungen bringt keine Einsparungen

Ukrainische Geflüchtete: Wechsel zu Asylleistungen bringt keine Einsparungen


Ukrainische Geflüchtete: Wechsel zu Asylleistungen bringt keine Einsparungen
Ukrainische Geflüchtete: Wechsel zu Asylleistungen bringt keine Einsparungen / Foto: © AFP/Archiv

Die geplante Neuregelung der staatlichen Leistungen für Geflüchtete aus der Ukraine bringt offenbar keine Einsparungen. Das geht aus einem Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministeriums hervor, der der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Diesem zufolge würden zwar 2026 für Bürgergeld, Grundsicherungs-Leistungen und Lebensunterhalts-Hilfen rund 1,32 Milliarden Euro weniger Kosten entstehen. Davon entfallen rund 1,05 Milliarden auf den Bund, der Rest auf Länder und Kommunen.

Textgröße ändern:

Gleichzeitig rechnet das Ministerium aber mit zusätzlichen Kosten für Länder und Kommunen von rund 1,375 Milliarden Euro für Asylbewerberleistungen. Durch den Wechsel von Bürgergeld zu Asylbewerberleistungen für ukrainische Geflüchtete kämen also vor allem auf Länder und Kommunen höhere Ausgaben zu.

Der Gesetzentwurf des Arbeitsministeriums geht nun in die Abstimmung mit den anderen Ressorts, anschließend soll sich das Kabinett damit befassen. Bundestag und Bundesrat müssen ebenfalls noch zustimmen. Bis Ende des Jahres soll er dann verabschiedet sein. Begleitend zum Gesetzgebungsverfahren wollen Bund und Länder eine pauschalierte Kostenentlastung für die Länder vereinbaren, denen jetzt zusätzlichen Kosten entstehen.

Bislang bekommen bei nachgewiesener Bedürftigkeit alle Geflüchteten aus der Ukraine hierzulande Bürgergeld. Die schwarz-rote Koalition will dies ändern: Künftig sollen alle, die nach dem 1. April gekommen sind oder noch kommen, nur niedrigere Asylbewerberleistungen erhalten, aber kein Bürgergeld mehr. Darauf hatten sich Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt.

Noch darüber hinaus ging kürzlich der Vorstoß von CSU-Chef Markus Söder. Dieser hatte im ZDF-"Sommerinterview" gefordert, dass es "kein Bürgergeld mehr gibt für all diejenigen, die aus der Ukraine gekommen sind", also auch alle vor dem 1. April eingereisten Geflüchteten. Dies wolle er in der Koalition durchsetzen.

SPD-Politikerinnen und -Politiker lehnen dies aber ab. Sowohl Arbeitsministerin Bärbel Bas als auch Vizekanzler Lars Klingbeil (beide SPD) mahnten, sich an den Koalitionsvertrag zu halten.

Stand Ende April sind rund 1,2 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer vor dem Krieg nach Deutschland geflohen, davon rund ein Drittel Kinder und Jugendliche.

Die Mehrheit der Menschen aus der Ukraine bezieht Bürgergeld: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren im Juli rund 519.000 Ukrainerinnen und Ukrainer als erwerbsfähig gemeldet und hatten somit Anspruch auf Bürgergeld. Hinzu kamen rund 200.000 Beziehende, die nicht erwerbsfähig sind, vor allem Kinder.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Trump erneuert Kritik an Deutschland im Iran-Krieg

Im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an Deutschland erneuert. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätten die USA das zerstörte Land unterstützt, sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz in Washington. "Wir haben Deutschland wieder aufgebaut", sagte er. Und nun sage die Bundesregierung, es sei nicht ihr Krieg und sie habe damit nichts zu tun.

Artemis-2-Astronauten stellen Entfernungsrekord von der Erde auf

Rekord für die Astronauten der Mondmission Artemis 2: Die vier Raumfahrer haben sich am Montag so weit von der Erde entfernt wie noch nie ein Mensch zuvor, wie die US-Raumfahrtbehörde Nasa am Montag in einer Live-Übertragung mitteilte. Den bisherigen Rekord von 400.171 Kilometern Entfernung zur Erde hatte die Apollo-13-Mission im Jahr 1970 aufgestellt.

Trump: USA könnten "ganzen" Iran "in einer Nacht" auslöschen

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit massiven und verheerenden Luftangriffen gedroht. "Das ganze Land könnte in einer Nacht ausgelöscht werden, und diese Nacht könnte morgen sein", sagte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz zum Iran-Krieg im Weißen Haus.

Iran-Krieg: Trump nennt Waffenruhe-Vorschlag "wichtigen Schritt"

US-Präsident Donald Trump hat den Vorschlag einer 45-tägigen Waffenruhe im Iran-Krieg grundsätzlich begrüßt. "Das reicht zwar nicht aus, ist aber ein sehr wichtiger Schritt", sagte Trump am Montag am Rande einer Osterveranstaltung des Weißen Hauses. Derzeit würden Verhandlungen laufen.

Textgröße ändern: