Deutsche Tageszeitung - Amnesty International wirft Israel "absichtliche Hungerkampagne" im Gazastreifen vor

Amnesty International wirft Israel "absichtliche Hungerkampagne" im Gazastreifen vor


Amnesty International wirft Israel "absichtliche Hungerkampagne" im Gazastreifen vor
Amnesty International wirft Israel "absichtliche Hungerkampagne" im Gazastreifen vor / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International der israelischen Regierung eine "absichtliche Hungerkampagne" vorgeworfen. "Israel setzt eine absichtliche Hungerkampagne im besetzten Gazastreifen ein und zerstört systematisch die Gesundheit, das Wohlergehen und das gesellschaftliche Gefüge" der Palästinenser, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht der Organisation. Die israelische Regierung antwortete auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht auf die Vorwürfe.

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Amnesty hat für den Bericht laut eigenen Angaben mit 19 Palästinensern gesprochen, die in Vertriebenenlagern im Gazastreifen leben sowie mit zwei Gesundheitsvertretern, die unterernährte Kinder behandeln. Die Zeugenaussagen belegen der Organisation zufolge, dass "die tödliche Kombination aus Hunger und Krankheit keine unglückliche Folge der israelischen Militäroperation" im Gazastreifen ist. Vielmehr sei sie das "beabsichtigte Ergebnis" von Plänen und Maßnahmen, die Israel in den vergangenen 22 Monaten umgesetzt habe, "um den Palästinensern im Gazastreifen bewusst Lebensbedingungen aufzuerlegen, die auf ihre physische Vernichtung abzielen." Dies sei Teil des anhaltenden "Völkermords" gegen die palästinensische Bevölkerung des Gazastreifens, hieß es in dem Bericht weiter.

In der vergangenen Woche hatte die Abteilung des israelischen Verteidigungsministeriums für zivile Angelegenheiten in den palästinensischen Gebieten (COGAT) verkündet, es habe bei einer Untersuchung "keine Anzeichen" für eine weitläufige Unterernährung im Gazastreifen gefunden. Die Zahlen des von der radikalislamischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums im Gazastreifen zu Hungertoten in dem Palästinensergebiet wies die israelische Behörde zurück.

Im Gazastreifen herrscht nach 22 Monaten Krieg zwischen Israel und der Hamas eine drastische humanitäre Notlage, mit einem Mangel an Nahrungsmitteln und Medikamenten. Ausgelöst worden war der Krieg durch den Großangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023, bei dem nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet und 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden waren.

Israel geht seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben der Hamas-Behörden, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, bislang mehr als 61.900 Menschen getötet.

(W.Novokshonov--DTZ)

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