Deutsche Tageszeitung - Bundesregierung: Deutschland will sich an Ukraine-Sicherheitsgarantien beteiligen

Bundesregierung: Deutschland will sich an Ukraine-Sicherheitsgarantien beteiligen


Bundesregierung: Deutschland will sich an Ukraine-Sicherheitsgarantien beteiligen
Bundesregierung: Deutschland will sich an Ukraine-Sicherheitsgarantien beteiligen / Foto: © AFP

Deutschland will sich nach Angaben der Bundesregierung an Sicherheitsgarantien für die Ukraine im Rahmen einer möglichen Friedensregelung mit Russland beteiligen. Deutschland werde sich "selbstverständlich" für die von der Ukraine gewünschten Sicherheitsgarantien engagieren – über die Art der deutschen Beteiligung werde aber erst entschieden, "wenn über den großen Rahmen Einigkeit herrscht", verlautete am Dienstag aus Regierungskreisen in Berlin. "Die konkrete Entscheidung, was der deutsche Beitrag sein wird, wird zu einem deutlich späteren Zeitpunkt getroffen."

Textgröße ändern:

Modelle für die Ausgestaltung der Absicherung einer Friedensregelung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs würden nun auf Fachebene ausgearbeitet, hieß es weiter aus Kreisen der Bundesregierung. Die anvisierten Sicherheitsgarantien müssten vier Elemente umfassen: eine militärische Präsenz vor Ort in der Ukraine, das Monitoring einer Friedensregelung, die Stärkung der Luftverteidigung des Landes und die Bewaffnung der ukrainischen Streitkräfte.

Die Frage der Sicherheitsgarantien stand im Mittelpunkt des Washingtoner Ukraine-Gipfels vom Montag. Dies hatte in Deutschland eine Debatte darüber angestoßen, ob sich die Bundeswehr mit einem Einsatz in der Ukraine an der Friedenssicherung beteiligen sollte.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) beriet nach Angaben aus Regierungskreisen am Dienstag mit den Staats- und Regierungschefs der EU über die Ergebnisse der Washingtoner Gespräche. Auch das Bundeskabinett sei in einer Telefonschalte unterrichtet worden.

Auf Arbeitsebene müsse nun geklärt werden, welche Art und welchen Umfang mögliche Sicherheitsgarantien für die Ukraine haben sollten und welche Rahmenbedingungen eintreten müssten, um überhaupt zu einer Friedensregelung zu kommen, verlautete aus Regierungskreisen in Berlin. Erst wenn diese Fragen geklärt seien, könne entschieden werden, wie der deutsche Beitrag dazu aussehen könnte.

Das "wichtigste Element" sei aber "die Bereitschaft Russlands, sich auf ein solches Verfahren einzulassen", hieß es weiter. Dies sei völlig offen: "Ist Putin überhaupt willens, Schritte zu unternehmen, dass wir ernsthaft über Sicherheitsgarantien reden können?" In die Ukraine-Diplomatie sei in den vergangenen Tagen große Bewegung gekommen. "Wir erleben hier eine Entwicklung in einem enorm dynamischen Umfeld", hieß es in Regierungskreisen.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

EVP-Chef Weber stellt Vetorecht in der EU infrage

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber hat das Einstimmigkeitsprinzip in der EU infrage gestellt. "In diesen geopolitisch turbulenten Zeiten brauchen wir zwingend ein handlungsfähiges Europa", sagte der Partei- und Fraktionschef der Europäischen Volkspartei den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). "Ein Europa, in dem die Langsamsten das Tempo bestimmen oder einzelne Staaten mit ihrem Veto alles blockieren können, wird zum Spielball von Trump, Putin und Xi Jinping."

Drei Vermisste und vier Verletzte nach Einschlag von iranischer Rakete in Haifa

Nach einem iranischen Raketeneinschlag in ein Wohnhaus in Israel werden mindestens drei Menschen vermisst. Das siebenstöckige Gebäude in der Stadt Haifa sei teilweise eingestürzt, Feuerwehrleute suchten in den Trümmern nach drei Vermissten, teilte die Feuerwehr am Sonntagabend mit. Zuvor waren vier Verletzte geborgen worden.

Elf Tote bei israelischen Angriffen auf mehrere Regionen des Libanon

Bei erneuten israelischen Angriffen auf die Region der libanesischen Hauptstadt Beirut und den Südlibanon sind libanesischen Angaben zufolge mindestens elf Menschen getötet worden. Ein Luftangriff habe das südliche Beiruter Viertel Dschnah getroffen, dabei seien vier Menschen getötet und 39 weitere verletzt worden, meldete das Gesundheitsministerium am Sonntag. Zuvor waren bei Angriffen im Süden des Landes nach Angaben des Zivilschutzes bereits sieben Menschen getötet worden. Der israelische Armeechef Ejal Samir besuchte derweil Truppen im Südlibanon.

Trump verlängert Ultimatum für den Iran mutmaßlich bis Dienstag

US-Präsident Donald Trump hat sein dem Iran gesetztes Ultimatum zur Öffnung der Straße von Hormus mutmaßlich um einen Tag verlängert. In seinem Onlinedienst Truth Social veröffentlichte Trump am Sonntag den schlichten Hinweis "Dienstag, 20.00 Uhr" (Ortszeit, Mittwoch 2.00 Uhr MESZ). Zuvor hatte Trump Teheran Montag als Frist genannt, bis zu der eine Einigung erzielt werden müsse. Andernfalls drohe eine massive Zerstörungswelle von Kraftwerken und Brücken im Iran.

Textgröße ändern: