Deutsche Tageszeitung - AFP-Analyse: Zahl russischer Drohnenangriffe auf Ukraine im August deutlich gesunken

AFP-Analyse: Zahl russischer Drohnenangriffe auf Ukraine im August deutlich gesunken


AFP-Analyse: Zahl russischer Drohnenangriffe auf Ukraine im August deutlich gesunken
AFP-Analyse: Zahl russischer Drohnenangriffe auf Ukraine im August deutlich gesunken / Foto: © AFP

Russland hat im August deutlich weniger Drohnenangriffe auf die Ukraine verübt als im Vormonat. Die Zahl der abgefeuerten Drohnen sank im Vergleich zum Juli, in dem ein Rekord an russischen Drohnenangriffen verzeichnet worden war, um 34 Prozent, wie eine auf Angaben der ukrainischen Luftwaffe basierende Analyse der Nachrichtenagentur AFP vom Montag ergab. Die russische Armee griff die Ukraine im August demnach mit 4132 Langstreckendrohnen an.

Textgröße ändern:

Trotz des Rückgangs an Drohnenangriffen wurden im vergangenen Monat dutzende Zivilisten durch russische Attacken getötet. Die Hauptstadt Kiew wurde am 28. August Ziel einer der massivsten Drohnen- und Raketenangriffe seit Kriegsbeginn. Dabei wurden 25 Menschen getötet. Russland griff die Ukraine den Daten zufolge im August zudem mit 156 Raketen an.

Die ukrainische Luftabwehr, die mit immer komplexeren Angriffen konfrontiert ist, schoss im August 83 Prozent der russischen Drohnen und Raketen ab. Im Juli waren es 88 Prozent.

Die AFP-Analyse basiert auf den täglich veröffentlichen Berichten der ukrainischen Luftwaffe. Dabei werden nicht alle russischen Attacken erfasst. Die Zahl der abgefeuerten Geschossen sei wahrscheinlich höher, sagten Vertreter der ukrainischen Luftwaffe.

Moskau greift die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs im Februar 2022 fast jede Nacht mit Drohnen und Raketen an. Seit Mai hat die Ukraine keine einzige Nacht ohne russische Drohnenangriffe erlebt.

Der Rückgang an Drohnenangriffen im August fiel vor allem in die erste Monatshälfte, als US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin sich zu Gesprächen in Alaska trafen. Trump empfing wenige Tage später den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und andere europäische Spitzenpolitiker in Washington. Ein Durchbruch wurde dabei nicht erzielt.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Musk wirft ukrainischem Militär Verstoß gegen Starlink-Nutzungsbedingungen vor

US-Tech-Milliardär Elon Musk hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, gegen die Nutzungsbedingungen des von seinem Unternehmen SpaceX bereit gestellten Satelliten-Internetdienstes Starlink verstoßen zu haben. Das ukrainische Militär habe den Dienst "für offensive Drohnenangriffe genutzt, um Menschen zu töten", erklärte Musk am Samstag in seinem Onlinedienst X. Er fügte jedoch an, dass diese Lücke in der vergangenen Woche geschlossen worden sei.

Richtungsentscheidung in Brasilien: Stichwahl zwischen Lula und Flávio Bolsonaro

Der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva oder der rechtsgerichtete Herausforderer Flávio Bolsonaro: Brasiliens Bürger treffen am Sonntag bei der Stichwahl um das Präsidentenamt eine Richtungsentscheidung. Es zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen ab, eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage des Instituts Datafolha ergab ein Patt. Die erste Wahlrunde vor drei Wochen hatte Bolsonaro mit 47 Prozent der Stimmen überraschend gewonnen, Lula landete mit 45 Prozent knapp dahinter.

Urnengang im Schatten von Drohnenangriffen: Bulgaren wählen Präsidenten

Überschattet von Sicherheitsbedenken nach einer Reihe von Drohnenangriffen auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer wählen die Menschen in Bulgarien am Sonntag ein neues Staatsoberhaupt. In Umfragen lag die frühere Journalistin und sozialistische Europaabgeordnete Ilijana Jotowa, die das Amt erst im Januar übernommen hatte, zuletzt deutlich vorn. Sie fordert Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs und lehnt weitere militärische Unterstützung für Kiew ab, ohne Bulgariens Zugehörigkeit zu EU und Nato infrage zu stellen.

Parlamentswahl in Serbien: Präsident Vucic will Ministerpräsident werden

Trotz einer landesweiten Protestbewegung gegen ihn will Serbiens langjähriger Staatschef Aleksandar Vucic sich bei der vorgezogenen Parlamentswahl am Sonntag das Amt des Ministerpräsidenten sichern. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen seiner Fortschrittspartei mit der Studentska Lista voraus, einer aus Studentenprotesten hervorgegangenen Oppositionsbewegung. Sie war vor zwei Jahren nach dem Einsturz eines frisch renovierten Bahnhofsvordachs in Novi Sad entstanden und entwickelte sich zu einer Bewegung gegen die Regierung und die weitverbreitete Korruption im Land.

Textgröße ändern: