Deutsche Tageszeitung - Stärke demonstrieren bei Militärparade: Xi empfängt Putin und Kim - Trump wütend

Stärke demonstrieren bei Militärparade: Xi empfängt Putin und Kim - Trump wütend


Stärke demonstrieren bei Militärparade: Xi empfängt Putin und Kim - Trump wütend
Stärke demonstrieren bei Militärparade: Xi empfängt Putin und Kim - Trump wütend / Foto: © POOL/AFP

Chinas Staatschef Xi Jinping hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Peking empfangen und mit einer großen Militärparade in Peking Stärke demonstriert. Zum Auftakt der Parade zum 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg sagte Xi am Mittwoch, die Menschheit stehe heute "erneut vor einer Wahl zwischen Frieden oder Krieg". US-Präsident Donald Trump kommentierte die Zusammenkunft wütend aus der Ferne und beschuldigte Xi, Putin und Kim, sich gegen die USA zu verschwören.

Textgröße ändern:

Die Militärparade war das erste Mal, dass Putin, Kim und Xi gemeinsam öffentlich auftreten. Xi gab Putin und Kim die Hand und unterhielt sich mit ihnen, während sie über einen roten Teppich am Tiananmen-Platz gingen. Zu Beginn der rund 90-minütigen Parade, mit der China militärische Stärke demonstrieren wollte, sagte Xi, dass die Welt "erneut vor einer Wahl zwischen Frieden oder Krieg" stehe. China sei jedoch "unaufhaltsam".

Militärfahrzeuge und schwere Waffen rollten an den Zuschauern der Parade vorbei, während Bilder von marschierenden Soldaten gezeigt wurden. Besonders waren die Augen darauf gerichtet, wie Xi, Kim und Putin sich verhalten - die staatlichen Medien zeigten jedoch nur wenige Aufnahmen der drei Staatenlenker. Ausländische Journalisten wurden auf Distanz gehalten und aufgefordert, sie nicht zu filmen oder zu fotografieren.

Neben Putin und Kim besuchten auch weitere Staatenlenker die Parade in Peking, darunter der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko. Unter den zwei Dutzend hochrangigen Gästen waren allerdings keine führenden westlichen Politiker.

US-Präsident Trump äußerte sich aus der Ferne zu der Militärparade. Er warf Xi, Kim und Putin vor, sich gegen die Vereinigten Staaten zu verschwören. An Xi gerichtet schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social: "Richten Sie Wladimir Putin und Kim Jong Un meine herzlichsten Grüße aus, während Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren."

Zuvor am Dienstag hatte Trump in einem Radiointerview gesagt, nicht besorgt über eine mögliche Achse zwischen Russland und China zu sein. "Ich mache mir überhaupt keine Sorgen", sagte er. "Wir haben mit Abstand die stärkste Armee der Welt und sie würden niemals ihr Militär gegen uns einsetzen."

Über Kreml-Chef Putin äußerte sich Trump angesichts der stockenden Verhandlungen über ein Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine "sehr enttäuscht". "Wir hatten eine großartige Beziehung, ich bin sehr enttäuscht", sagte er in dem Interview.

Die Militärparade am Mittwoch in Peking fand kurz nach einem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) statt, bei dem Putin und Xi Nähe demonstriert hatten. China und Russland nutzen die Organisation unter anderem, um ein Gegengewicht zu Zusammenschlüssen westlicher Staaten wie der Nato zu etablieren.

Putin war am Sonntag zu einem mehrtägigen Besuch in China eingetroffen. China und Russland hatten ihre strategischen Beziehungen zuletzt weiter intensiviert. Im Ukraine-Krieg stellt sich die Volksrepublik als neutral dar. Westliche Länder werfen Peking dagegen vor, Moskau in dem Konflikt entscheidend zu unterstützen.

Kim war am Dienstag in Peking eingetroffen. Der Machthaber des international weitgehend isolierten Landes reist nur selten ins Ausland. In China, dem wichtigsten Unterstützer Nordkoreas, war er nach offiziellen Angaben zuletzt im Jahr 2019. Pjöngjang pflegt auch zu Moskau enge Beziehungen und unterstützt den russischen Krieg in der Ukraine mit Soldaten.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Bundesregierung sieht Moskau hinter Anschlagsversuch in Leipzig zu und verhängt neue Strafmaßnahmen

Die Bundesregierung hat Moskau für den versuchten Sprengstoffanschlag am Leipziger Flughafen verantwortlich gemacht und neue Strafmaßnahmen gegen Russland angekündigt. "Zusammen betrachtet belegen polizeiliche Ermittlungen, Tatmuster und nachrichtendienstliche Erkenntnisse eine russische Verantwortung für den versuchten Anschlag am Flughafen Leipzig", sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag bei einem gemeinsamen Pressestatement mit Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) in Berlin. "Die Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig am 4. August zu verantworten hat."

Iran bietet USA Rückkehr zu Vereinbarung an - Angriffe in Straße von Hormus

Der Iran ist nach eigenen Angaben zur Einhaltung der im Juni mit den USA geschlossenen Vereinbarung zur Beendigung des Krieges bereit - allerdings nur, wenn Washington seinerseits zu seinen Verpflichtungen zurückkehrt. Teheran werde dann "umgehend entsprechende Maßnahmen" ergreifen, sagte Präsident Massud Peseschkian am Dienstag bei einem Gipfeltreffen in Kirgistan. Zugleich verschärfte sich die Lage in der Straße von Hormus weiter: Zwei Öltanker wurden beim Verlassen der Meerenge von Geschossen unbekannter Herkunft getroffen.

Angriff mit selbstgebauten Flugkörpern auf Umspannwerk an Kraftwerk in Brandenburg

Unbekannte haben am Dienstag einen Angriff auf ein Umspannwerk am Kohlekraftwerk Jänschwalde im Süden Brandenburgs verübt. Die Täter hätten versucht, "leitfähiges Material" in Höchstspannungsleitungen zu bringen, um einen Kurzschluss zu verursachen, sagte Innenminister Jan Redmann (CDU) nach einem Besuch vor Ort. Dies sei in zwei Fällen gelungen. Laut Netzbetreiber 50Hertz kamen dafür "selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln" zum Einsatz.

G20: Europäer warnen USA vor Einladung Russlands - Kommt Putin nach Miami?

Lädt US-Präsident Donald Trump den russischen Staatschef Wladimir Putin zum G20-Gipfel nach Miami im Dezember ein? Die Europäer haben die USA vor solchen Plänen gewarnt. EU-Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis sagte am Dienstag am Rande des G20-Finanzministertreffens in Asheville im US-Bundesstaat North Carolina, es sei "nicht der richtige Zeitpunkt", die Beziehungen zu Russland zu "normalisieren".

Textgröße ändern: